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Göttingen Carlos Benede stellt Weitblick vor
Die Region Göttingen Carlos Benede stellt Weitblick vor
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00:30 22.04.2018
Siegfried Hofer und Carlos Benede berichteten über ihre Jugendhilfeeinrichtung. Quelle: Foto: Wölk
Göttingen

Benede hat nach der Schule Sozialpädagogik studiert. Nach einigen Jahren als Sozialarbeiter wurde er Kripobeamter. Später adoptierte er einen Jungen, der Zeuge des Mordes an seiner Mutter war.„Ich habe bereits während meiner Zeit bei der Polizei die Schicksale der straffälligen Jugendlichen hinterfragt“, erklärte Benede. Oftmals hätten bei den Jugendlichen zuvor die zahlreichen Angebote der Jugendhilfe nicht gegriffen und sie seien schon in mehreren Jugendhilfeeinrichtungen gewesen. „Viele von ihnen wurden von den Einrichtungen schon gar nicht mehr aufgenommen“, sagte Benede. Die Jugendlichen hätten somit quasi keinen Platz mehr in der Gesellschaft gehabt. Eben solche Jugendliche betreuen Benede und sein Team in der JugendhilfeeinrichtungWeitblick“ im bayrischen Dachau. Über diese Arbeit sprach er bei der Bildungseinrichtung Arbeit und Leben. „Hinter dem Verhalten der Jugendlichen steckt immer auch eine Geschichte, die wir erfahren müssen, um es verstehen zu können“, erklärte Benede. In seiner Ausrichtung, die ausschließlich Jungen aufnimmt, gebe es 20 Plätze in der stationären und acht Plätze in der ambulanten Betreuung.

Nur wenige Regeln

Der pädagogische Leiter der Einrichtung, die in einem ehemaligen Hotel entstanden ist, Siegfried Hofer, stellte den etwa 20 Besuchern in Göttingen das pädagogische Konzept vor. „Bei den Jugendlichen, die bei uns betreut werden, handelt es sich um Schulverweigerer, psychisch Beeinträchtigte, und teilweise konsumieren sie verschiedene Drogen“, sagte Hofer. In Auszügen stellte er den Zuhörern die Biografien mehrerer Jugendlicher, die derzeit von „Weitblick“ betreut werden, vor. Ein 14-Jähriger sei beispielsweise aus den Einrichtungen, in denen das Jugendamt ihn untergebracht hatte, immer wieder abgehauen. Ein weiterer Junge, dessen Vater im Gefängnis sitzt, sei nach dem Tod der Mutter, die er zwei Jahre gepflegt habe, schwer traumatisiert. „In der Praxis heißt es immer, dass Kinder und Jugendliche funktionieren müssen, weil einer, der anders ist, eine ganze Gruppe sprengen kann“, berichtete Hofer. Deshalb hätten seine Kollegen und er oftmals Probleme eine Schule für ihre Schützlinge zu finden.

Türen stehen offen

„Bei uns soll der Jugendliche im Fokus stehen, deshalb lesen wir die Akten der Neuzugänge erst, wenn sie schon einige Tage bei uns sind“, erklärte Hofer. Benede und ihm werde dabei oftmals erst im Nachhinein bewusst, welche Karrieren die Jugendlichen bereits hinter sich haben. In „Weitblick“ gebe es kaum Regeln, aber drei Grundsätze, an die die Jugendlichen sich halten sollten. Dies sind keine Gewalt, Respekt und der Verzicht auf Drogen und Alkohol. Damit sei auch die Hoffnung verbunden, dass es den Jugendlichen dadurch leichter falle, die wenigen Grundsätze einzuhalten. „Bei uns steht zudem die Tür jederzeit für die Jugendlichen offen“, sagte der pädagogische Leiter. Wichtig sei zudem, dass mit den Jugendlichen und nicht über sie gesprochen werde.

Veränderungen notwendig

Für Hofer und Benede muss es Änderungen innerhalb der Jugendhilfe geben, damit diese in Zukunft auch für sogenannte schwierige Jugendliche greift. „Wichtig ist, dass die Jugendlichen bei den Behörden nicht als Nummer, sondern als eigenständige Persönlichkeit angesehen werden“, erklärte Benede.

Von Vera Wölk

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