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Göttingen Castor bei Friedland blockiert
Die Region Göttingen Castor bei Friedland blockiert
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18:03 27.11.2011
Von Jürgen Gückel
Ohne Zwischenfall: Der Castor-Transport passiert den Bahnhof in Göttingen, vorne der bunte Mannschafts-Waggon der Polizei. Quelle: Heller
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Hebenshausen/Göttingen

Nachdem der Zug erst einmal gestoppt und die Strecke sicher war, besetzten die Atomkraftgegner an mehreren Stellen die Gleise und konnten teils erst unter Einsatz von Polizeihunden zur Räumung bewegt werden. Die Demonstranten sprechen auch von Schlagstöcken. Die Polizei bestreitet das und berichtet lediglich von 26 Platzverweisen sowie Feststellung von Personalien. Erst gegen 9.15 Uhr rollte der Zug wieder. Den Göttinger Bahnhof sowie Northeim passierte er ohne weitere Zwischenfälle.

Dabei kam es gegen 9 Uhr bei Hebenshausen zu einem Zwischenfall, bei dem eine 31 Jahre alte Journalistin aus Lüneburg verletzt wurde. Ein nicht angeleinter und nicht mit Maulkorb versehener Polizeihund habe die Frau angefallen und durch Bisse verletzt. Sie musste ambulant behandelt werden. Nach Darstellung der Polizei passierte der Vorfall, als der Hundeführer aus Hildesheim gerade den losen Maulkorb festzuziehen versuchte und der Hund sich bei Annäherung der Journalistin und ihres Begleiters losriss.

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Die Atomkraftgegner rechtfertigten ihre Blockade mit ihrer Forderung nach Abschaltung aller Atomkraftwerke sofort und weltweit. Sie forderten zudem die ergebnisoffene Suche nach einem sicheren Endlager und die Aufgabe der Vorfestlegung auf den Salzstock Gorleben. Auch in Deutschland werde, obwohl der Ausstieg beschlossen sei, noch immer weiter Strahlenmüll produziert, „und das auf gesundheitliche und finanzielle Kosten der Allgemeinheit“, heißt es vom Anti-Atom-Plenum.

Auch in Rosdorf war es am Freitag zu Demonstrationen gekommen. Dort war eine kleine Gruppe Menschen mit Hunden, Pferden, dekorierten Traktoren und Laternen parallel der Gleise unterwegs, um ihren Widerstand gegen Atomenergie zu verdeutlichen.