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Göttingen Chance für ausländische Ärzte
Die Region Göttingen Chance für ausländische Ärzte
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20:52 24.07.2015
Von Matthias Heinzel
Quelle: Vennenbernd/dpa (Symbolfoto)
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Göttingen

Die aber müssen hohe Hürden überwinden, bevor ein Krankenhaus sie einstellt. Navid Lodhia, auf Mediziner spezialisierter Personalvermittler aus Göttingen, möchte das ändern.

„Aus diesen Ländern“, sagt Lodhia, „kommt die Elite zu uns. Das ist uns hier nicht so klar.“ Eines der Probleme: die niedersächsische Approbationsordnung. Die Zulassung als Arzt hat im Gegensatz zu anderen Bundesländern eine entsprechende Anstellung zur Voraussetzung. Die aber ist schwer zu bekommen, meint Lodhia. Vor allem dann, wenn man aus einem Land mit anderen soziokulturellen Konventionen auch im Gesundheitswesen kommt. Da scheuen sich Krankenhäuser, so die Erfahrung des Personalvermittlers, eine qualifizierte Stelle zu vergeben. Außerdem, meint Lodhia, „geht es immer auch um Pfründe“.

Hier setzt seine Idee an, die er jetzt der Göttinger SPD-Landtagsabgeordneten Gabriele Andretta vortrug: Das Land stellt Mittel für Stellen in Krankenhäusern bereit und hilft, die Klippen bei der Approbation zu umschiffen. „Schon vier bis fünf subventionierte Stellen“, meint der Personalvermittler, „könnten viel bewirken.“ Damit würden diese Mediziner die notwendige Berufserfahrung einschließlich „weicher“ Qualifikationen erhalten wie den richtigen Umgangston mit Patienten und Angehörigen oder das angemessene Verhalten im Hierarchiegefüge eines deutschen Krankenhauses. Das nämlich, weiß Lodhias, sei ein ganz anderes als dasjenige einer Klinik in der arabischen Welt.

Damit, so spinnt Lodhia den Faden weiter, könne auch das Problem des Ärztemangels auf dem Land angegangen werden. Bei seinen Gesprächen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) habe man ihm bedeutet, „dass ausländische Ärzte auf dem Lande hochwillkommen wären“.

Andretta, die sich derzeit stark für Qualifikationskurse für fachlich gut ausgebildete ausländische Mediziner einsetzt, zeigte sich sehr interessiert. Sie will Lodhias Vorschlag jetzt mit Gesundheitsexperten ihrer Fraktion erörtern.