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Göttingen Grüne im Landkreis Göttingen fordern ein Aufeinanderzugehen
Die Region Göttingen Grüne im Landkreis Göttingen fordern ein Aufeinanderzugehen
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19:43 09.06.2020
Die Grünen in Stadt und Landkreis Göttingen fordern ein aktives Zugehen von Vertretern der Stadtverwaltung unter anderem auf die Bewohner des Iduna Zentrums, die mit dem Ausbruchsgeschehen in Verbindung gebracht werden. Quelle: dpa
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Göttingen

Nach dem Ausbruchsgeschehen mit dem Coronavirus sehen die Grünen im Landkreis Göttingen „mit Sorge, wie eine Vielzahl von rassistischen Kommentaren die Berichterstattung in den Medien begleitet“. Die Bewohner des in den Fokus geratenen Wohnkomplexes Iduna Zentrum würden sich ohnehin mit einer Fülle von Vorbehalten konfrontiert sehen. „Sie wurden in diesen Kommentaren als Verantwortliche für die erneuten Schließungen in Schulen, Sportverein, Freibad etc. dargestellt“, heißt es in einer Mitteilung des Stadt- und des Kreisvorstands von Bündnis 90/Die Grünen.

Alle Infizierte sind Opfer der Pandemie

Jenseits des Verhaltens Einzelner seien alle Infizierten zunächst einmal Opfer der Pandemie, wird in der Stellungnahme festgehalten. Corona treffe Menschen jeden Glaubens, jeder Herkunft, aber sie treffe gerade sozial Schwache besonders. Das gelte für Göttingen ebenso wie für Städte in Brasilien, Singapur oder den USA. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Darstellung der Stadtverwaltung keine ausgrenzende Wirkung intendiert hat. In der Begrenzung des Corona-Ausbruchs hat die Stadt nach unseren Informationen mit Unterstützung der Universitätsmedizin und der Polizei schnell und umsichtig gehandelt“, heißt es.

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Aktives Zugehen wäre ein Signal

Dies gelte gerade für die umfangreichen Tests im Iduna-Zentrum und in Pflegeeinrichtungen. Umso wichtiger sei es nun aber, dass sämtliche Vorwürfe der Bewohner lückenlos aufgeklärt werden. „Deshalb fordern wir die Stadtverwaltung auf, den Kontakt zu den Betroffenen zu suchen und zu ihren Vorwürfen Stellung zu beziehen.“ Ein solches aktives Zugehen wäre ein Signal, dass die Stadtverwaltung kein Interesse an einem Gegeneinander, sondern an einem Miteinander aller Bürger Göttingens hat, befinden die Grünen in der Stellungnahme, die ohne persönliche Unterschrift verschickt worden ist.

In den Berichten des Krisenstabes der Stadt Göttingen zur Infektionsentwicklung vor und nach Pfingsten war mehrfach die Rede von Großfamilien, die bei Feiern Hygieneregeln missachtet haben sollen. Daraufhin hatten sich Vertreter mehrerer Großfamilien zu Wort gemeldet und bestritten, dass es überhaupt zu Feiern gekommen ist. Die Verwaltung indes bleibt bei ihrer Schilderung und beruft sich auf Aussagen von Kontaktpersonen.

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Von mei

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