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Göttingen Corona-Krise: Forscher des Göttingen Campus warnen vor Engpass an Intensivplätzen
Die Region Göttingen Corona-Krise: Forscher des Göttingen Campus warnen vor Engpass an Intensivplätzen
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12:44 19.03.2020
Überall in Deutschland, wie hier an der Uniklinik in Essen, appelliert medizinisches Personal an die Bevölkerung, wegen der Corona-Pandemie zuhause zu bleiben. Quelle: -/ZNA Nord/Universitätsklinik Essen
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Göttingen

Angesichts der rasch ansteigenden Zahl bekannter Corona-Infektionen in Deutschland und Europa sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Göttingen Campus in großer Sorge. Diese gründet sich auf der jüngsten Abschätzung der in den kommenden Wochen zu erwartenden Fallzahlen und der verfügbaren Zahl von Intensivpflege-Betten in Deutschland. Die von Bund und Ländern getroffenen Maßnahmen zur Begrenzung des Anstiegs seien zwar restriktiv, aber nach Ansicht der Forscherinnen und Forscher dringend geboten, heißt es in einer Mitteilung der Uni Göttingen.

„Falls diese und gegebenenfalls weitere Maßnahmen nicht sofort umgesetzt und von uns allen befolgt werden, ist zu befürchten, dass in den kommenden Wochen in Deutschland nicht mehr genügend Intensivpflege-Betten zur Verfügung stehen“, erklären die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Göttingen CO-VID-19 Task Force. „Damit wird nicht nur die Rettung von schwerstkranken Corona-Patienten schwierig, sondern auch lebensrettende Maßnahmen bei anderen Krankheiten und Unfällen.“

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Bestätigte (rot) und vorhergesagte (dunkelrot) Erkrankungen in ganz Deutschland unter Annahme exponentiellen Wachstums. Quelle: Göttingen Campus

Die Forscherinnen und Forscher haben die zu erwartende Entwicklung anschaulich in einer Grafik dargestellt. Diese werde auf goettingen-campus.de/coronavirus regelmäßig aktualisiert. Die Unsicherheiten in der Prognose seien naturgemäß nach wie vor sehr groß, der Trend sei jedoch deutlich.

Ob die deutschen Krankenhäuser diese Entwicklung verkraften oder ähnliche Notstände wie gegenwärtig in Italien drohen, hänge davon ab, ob die jetzt in Deutschland getroffenen Maßnahmen befolgt werden. Wenn nicht, sei zu befürchten, dass in wenigen Wochen die Zahl der verfügbaren Intensivplätze erschöpft sein wird.

Bestätigte (rot) und vorhergesagte (dunkelrot) Erkrankungen in Niedersachsen unter Annahme exponentiellen Wachstums. Quelle: Göttingen Campus

„Es ist daher dringend erforderlich, die von Experten geforderte und durch Bund und Länder benannten Maßnahmen zur sozialen Distanzierung noch strikter umzusetzen“, erklären die Forscherinnen und Forscher. „Dazu müssen wir alle unser Verhalten umgehend ändern und die Zahl unserer sozialen Kontakte sowohl beruflich als auch privat vorübergehend auf ein Minimum reduzieren. Auch wenn die Ergebnisse der sozialen Distanzierung erst nach mehreren Tagen sichtbar werden, müssen wir jetzt handeln.“

Lesen Sie auch: Corona-Liveticker – Die aktuellen Entwicklungen in Göttingen und der Region

Von pug / mib

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