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Göttingen Kreuz aus 76.000 Schrauben soll an Corona-Opfer erinnern
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Corona-Pandemie: Kreuz aus 76.000 Schrauben wird an sieben Orten im evangelischen Kirchenkreis Göttingen gezeigt

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12:34 09.05.2021
Kerze und Kreuz (Symbolbilder für Verstorbene).
Kerze und Kreuz (Symbolbilder für Verstorbene). Quelle: dpa
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Göttingen

Mit einem Kreuz aus 76 000 Schrauben erinnert der evangelische Kirchenkreis Göttingen rund um Pfingsten an die Opfer der Corona-Pandemie. Das Konstrukt, ein zwei mal zwei Meter großes Holzquadrat mit dem Kreuz in der Mitte, werde an sieben Orten gezeigt, teilte der Kirchenkreis mit. Zwei Pastorinnen und Jugendliche aus der Kirchengemeinde Eime im Kreis Hildesheim hatten das Kreuz vor Ostern erstellt.

„Für viele sind die Zahlen der an Corona verstorbenen Menschen in den Nachrichten abstrakt und kaum begreifbar“, sagte Pastor Daniel Küchenmeister, der das Kreuz in den Kirchenkreis Göttingen geholt hat. „Durch dieses Kunstwerk, bei dem für jedes Corona-Opfer eine Schraube angebracht wurde, hat man diese Zahl besser vor Augen.“

Trauer gehört in die Öffentlichkeit

„Die Trauer um die vielen Verstorbenen gehört für mich nicht nur ins Private, sondern diese Trauer gehört in die Öffentlichkeit“, fügte Küchenmeister hinzu. Für ihn sei das Gedenken an die Opfer auch ein Stück Solidarität mit denen, die sich in Krankenhäusern, Impfzentren und Praxen für die Gesundheit und das Leben einsetzten: „Dieses Gedenken kann auch Hoffnung machen, weil es viele gibt, die ihr Möglichstes versuchen.“

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Das Kreuz ist am 22. Mai von 12 bis 15 Uhr in der Universitätskirche St. Nikolai in Göttingen, am 23. Mai von 11 bis 14 Uhr in der St. Martini Kirche in Lenglern, am 24. Mai von 18 bis 20 Uhr in der Friedhofskapelle in Roringen, am 25. Mai von 17 bis 19 Uhr in der St. Martini Kirche in Güntersen, am 26. Mai von 17 bis 19 Uhr in der St. Nikolai Kirche in Eberhausen und am 27. Mai von 17 bis 19 Uhr in der St. Pankratius Kirche in Barterode zu sehen. Pastoren sind jeweils zum Gespräch anwesend. Besucher können Kerzen anzünden und Blumen niederlegen.

Gottesdienst soll an Pandemie erinnern

Am Pfingstsonntag (23. Mai) erinnert die Kirchengemeinde in Lenglern in einem Gottesdienst um 10 Uhr mit dem Kreuz an die Opfer der Corona-Pandemie. Abends um 19 Uhr steht das Kreuz auf den Göttinger Schillerwiesen beim ökumenischen Open Air-Gottesdienst der Evangelischen Studierenden- und Hochschulgemeinde Göttingen und der Katholischen Hochschulgemeinde Göttingen.

An dem Schraubenkreuz hatten rund 30 Konfirmanden und Teamer eine ganze Woche lang gebastelt. Es war erstmals am Karfreitag auf dem christlich-queeren YouTube-Kanal „AndersAmen“ gezeigt worden, den die Eimer Pastorin Stefanie Radtke seit mehr als einem Jahr gemeinsam mit ihrer Ehefrau betreibt.

Von epd