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Göttingen Corona: Zahl der Fälle in Stadt und Landkreis Göttingen steigt auf 32 an
Die Region Göttingen Corona: Zahl der Fälle in Stadt und Landkreis Göttingen steigt auf 32 an
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20:05 18.03.2020
Das Corona-Virus breitet sich aus. Quelle: imago/StockTrek Images
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Göttingen

Die Zahl der positiv auf Corona getesteten Menschen in Stadt und Landkreis Göttingen steigt weiter an. Am Mittwochabend gab die Verwaltung bekannt, dass 32 Frauen und Männer in Stadt und Landkreis Göttingen inzwischen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden sind. Zehn der Infizierten sind in der Stadt Göttingen gemeldet, 22 im Landkreis.

Dr. Eckart Mayr, Leiter des Gesundheitsamts für Stadt und Landkreis, hatte am Dienstag die Corana-Fallzahlen für die Stadt und den Landkreis Göttingen mit 19 beziffert – zwölf Männer, sieben Frauen, acht in der Stadt, elf im Landkreis. Bis Dienstag waren zwei Personen stationär aufgenommen worden, einer von ihnen war schon wieder entlassen. Einige der Betroffenen wiesen gar keine Symptome auf. Den meisten Patienten gehe es gut.

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Damit besonders gefährdete Personengruppen wie alte oder chronisch kranke Menschen vor einer Infektion geschützt werden, gelten in Stadt und Landkreis umfangreiche Maßnahmen, die je nach Lage angepasst werden. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler hat bereits Mittwoch an die Bevölkerung appelliert, diesen Maßnahmen zu folgen und sie ernst zu nehmen. Insbesondere gelte es, direkte Kontakte zu anderen zu vermeiden, Abstand zu halten und möglichst zu Hause zu bleiben.

Aktuelle Erlass-Lage

Am Mittwoch, 18. März, hat das Land Niedersachsen durch weitere Erlasse Vorgaben gemacht, die die Stadt und der Landkreis mit entsprechenden Allgemeinverfügungen umsetzen. Sie treten sofort in Kraft und gelten zunächst bis Sonnabend, 18. April.

Hotels

Demnach dürfen Übernachtungsangebote in Hotels, Pensionen, auf Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen, von privaten und gewerblichen Vermietern nicht mehr für touristische Zwecke bereitgestellt werden. Dies gilt auch für Kureinrichtungen und präventive Reha-Einrichtungen. Anschlussheilbehandlungen sind davon ausgenommen. Menschen, die bereits in einer Unterkunft untergekommen sind, müssen diese möglichst bis zum 19. März, spätestens aber bis zum 25. März verlassen.

Restaurants und Mensen

Für Restaurants, Speisegaststätten und Mensen gilt: Sie dürfen für den Publikumsverkehr nur geöffnet werden, wenn durch Auflagen sichergestellt ist, dass das Risiko einer Verbreitung des Coronavirus', etwa durch Reglementierung der Besucherzahl und durch Hygienemaßnahmen und -hinweise, minimiert wird. Sie dürfen daher nur unter der Voraussetzung geöffnet werden, dass die Plätze für die Gäste so angeordnet sind, dass ein Abstand von mindestens zwei Metern zwischen den Tischen gewährleistet ist und die Gäste verschiedener Tische mindestens 1,5 Meter Abstand zueinander halten. Die Öffnungszeiten sind auf 6 bis 18 Uhr beschränkt.

Tattoo-, Kosmetik- und Nagelstudios

Für den Publikumsverkehr sind Tattoo-, Piercing-, Kosmetik- und Nagelstudios ab sofort zu schließen.

Sonntagsöffnungszeiten

Die Verkaufsstellen, die vom Schließungsverbot ausgenommen wurden, dürfen auch sonntags für den Verkauf geöffnet werden. Grundsätzlich haben diese Verkaufsstellen folgende Regeln zu beachten: Bei Warteschlagen vor oder in den Geschäften (beispielsweise vor Kassen oder in bestimmten Abteilungen) muss ein Abstand zwischen den Wartenden von 1,5 Metern sichergestellt werden. Hygienehinweise sind am Eingang anzubringen. Für Einmaltaschentücher sind geeignete Behälter mit Schwingdeckel zur Verfügung zu stellen. Es dürfen nur so viele Kunden den Laden betreten, dass ein Abstand untereinander von 1,5 Metern gewährleistet werden kann. Gegebenenfalls dürfen Kunden nur in Abständen die Geschäfte betreten. Es wird empfohlen, auf die Verwendung von Einkaufswagen und -körben zugunsten von Einmalbehältern oder mitgebrachten Behältnissen zu verzichten. Andernfalls müssen die Griffflächen von Wagen und Körben nach jeder Nutzung mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel sorgfältig gereinigt werden. Eine kontaktlose Bezahlung ist zu bevorzugen.

Tagesförderstätten und Werkstätten für Behinderte

Tagesförderstätten, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und vergleichbare ambulante und teilstationäre Angebote der Eingliederungshilfe dürfen von den dort beschäftigten und betreuten Menschen mit Behinderungen nicht betreten werden, wenn sie sich in einer betreuten Unterkunft befinden (beispielsweise Wohnheim oder andere besondere Wohnformen), sie bei Erziehungsberechtigen oder ihren Eltern wohnen und ihre Betreuung sichergestellt ist. Das glt auch wenn sie alleine oder in Wohngruppen wohnen und sich selbst versorgen können oder eine Betreuung erhalten.

Von diesem Betretungsverbot ausgenommen sind diejenigen Menschen mit Behinderung, die tagsüber betreut werden müssen und diese Betreuung anderweitig nicht sichergestellt werden kann. Für diesen Personenkreis ist eine Notbetreuung sicherzustellen. Das Verbot gilt außerdem nicht für Betriebsbereiche von Werkstätten für behinderte Menschen, die im Zusammenhang mit medizinischen und/oder pflegerelevanten Produkten, Leistungen oder Unterstützungsarbeiten erbringen oder durchführen, wie zum Beispiel Wäschereien. Es gilt auch nicht für solche Betriebsbereiche von Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, die medizinische und/oder pflegerelevante Einrichtungen mit Speisen versorgen.

Hotlines

 Für Gewerbetreibende bietet der Fachbereich Ordnung der Stadt Göttingen eine Hotline unter 0551 / 400-2767. Von 8 Uhr bis 16 Uhr werden montags bis freitags Fragen rund um die Notfall-Erlasse des Landes beantwortet.

Die GWG (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH) bietet unter 0551/547 43-24 das GWG-Unternehmertelefon (montags bis freitags von 8 Uhr bis 16. Uhr) sowie eine Informationsseite für Unternehmen.

Die Wirtschaftsförderung Region Göttingen WRG ist unter 0551/5254980 für Kundinnen und Kunden erreichbar.

Das Bürgertelefon von Stadt und Landkreis Göttingen beantwortet allgemeine Fragen zum Thema Coronavirus. Es ist von Montag bis Sonntag täglich von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 0551/7075100 erreichbar. Eine medizinische Beratung findet nicht statt, das Bürgertelefon ist kein Ersatz für den Kontakt zur Hausärztin bzw. zum Hausarzt. Bei Verdacht auf eine Infektion sollen sich Betroffene telefonisch an die Hausärztin oder den Hausarzt wenden. Eindringlich wird darum gebeten, das Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen nicht eigenmächtig aufzusuchen. Dort werden ausschließlich Personen getestet, die zuvor von ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt verbindlich angemeldet wurden.

Von Britta Bielefeld

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