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Göttingen IT-Berater: „Niemals“ Links aus Emails öffnen
Die Region Göttingen IT-Berater: „Niemals“ Links aus Emails öffnen
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12:20 09.10.2019
Informationen zu Internetkriminalität in der Lokhalle Göttingen: Ralf Wildvang (links) Christian Schmetz, Andreas Kuhnt und Uwe Lührig. Quelle: bib
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Göttingen

Internetkriminalität geht alle an, kaum jemand kommt heute noch ohne Netz und Smartphone aus. Rund 400 Besucher haben sich am Dienstag in der Lokhalle über Sicherheit im Internet informiert.

Die landesweite Cybersicherheitskampagne des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport trägt die Titel: „Online? Aber sicher? Live-Hacking // Security Expo“. Informationsstände im Foyer und ein Programm auf der Bühne der Lokhalle zählten zum Angebot, das auch viele ältere Bürger nutzten.

Zu Beginn diskutierte Moderator Andreas Kuhnt (NDR) in einem Talk mit dem Göttinger Polizeipräsidenten Uwe Lührig und dem Ersten Stadtrat der Stadt Göttingen, Christian Schmetz. Anschließend informierte der IT-Sicherheitsberater Ralf Wildvang über Hacker-Attacken. Er zeigte live, wir die Kriminellen vorgehen und worauf die Anwender achten müssen, um nicht zu Opfern zu werden. Sein interaktiver Live-Hack ermöglichte Einblicke, die Nutzer sonst nur selten zu sehen bekommen.

Polizeipräsident wurde selbst schon Opfer von Hackern

Vor und nach dem Vortrag hatten die Besucher die Möglichkeit, Experten aus Verbänden, Vereinen und staatlichen Institutionen Fragen rund um das Thema Informationssicherheit zu stellen und sich über private sowie staatliche Konzepte und Maßnahmen für mehr Sicherheit im Umgang mit dem Internet zu informieren.

Zunächst aber wollte Moderator Kuhnt von Lührig wissen, ob die Kriminalität im Netz zunehmen. „Nein”, sagte Lührig. Aber: “Wir müssen wachsam bleiben”, so der Göttinger Polizeichef. Lührig räumte ein, dass auch er bereits Opfer von Cyberkriminellen geworden sei. Von seinem Kreditkartenkonto sei einmal illegal Geld abgebucht worden, obwohl er immer ordnungsgemäß gehandelt hatte. Sein Rat: „Sprechen sie sofort mit der Polizei und mit ihrer Bank”. Lührig bekam den Betrag vom Kartenbetreiber Visa erstattet.

Opfer von Hackerattacken werden aber nicht nur Privatpersonen, sondern auch viele Firmen. Die Stadtverwaltung, so erklärte es Dezernent Schmetz, gehe deshalb Schritt für Schritt vor und suche einen „vernünftigen Mittelweg” aus Digitalisierung und Datensicherheit. „Die Sicherheit muss bei unseren sensiblen Daten an erster Stelle stellen”, sagte er. Auch wenn deshalb in der Göttinger Stadtverwaltung „auf Knopfdruck” noch nicht alle Vorgänge digital für die Bürger zu erledigen seien.

Weder pdf noch Word-Datei oder Link öffnen

Wie schnell ein geübter Hacker Zugriff auf private Rechner erhalten kann, demonstrierte Wildvang dann. Es gebe unterschiedliche Wege, digitale Angriffe zu starten – über Trojaner, per Mail, Wlan oder USB. Sein erster Tipp: „Wer noch mit Windows 7 arbeitet, sollte schnell auf Windows 10 updaten”. Wie schnell man sich eine Schadsoftware auf seinen heimischen Rechner lädt, zeigte er live. Auf einem Rechner ließ er sein Hacker-Programm laufen, auf dem anderen das Emailprogramm eines ganz normalen Nutzers.

Mit dem einem Anhang einer Mail, getarnt als pdf, Word oder Zipdatei, soll das Schadprogramm aktiviert werden. Und die Absender werden immer raffinierter, ob „Vodafone” oder der Verein, in dem der Nutzer tatsächlich Mitglied ist: Die Kriminellen nutzen solche Emailadressen – man könne sie im Netz ebenso kaufen wie Trojaner. „Immer, wenn Sie aktiv etwas anklicken sollen, sollten Sie vorsichtig sein”, so Wildvang. „Im Zweifel fragen Sie beim echten Verein nach”, sagte er. Sobald nämlich das pdf oder eine andere Datei geöffnet wird, läuft im Hintergrund die Schadsoftware und infiziert den heimischen Rechner oder das Smartphone. „Schalten Sie ihre Firewall nicht aus und kaufen sie ein Anti-Virus-Programm”, so der Rat des Experten. Auch Links, die in Emails geschickt werden, sollte man nicht anklicken - auch, oder gerade, wenn der Absender dazu auffordert. Das direkte Anklicken des Links in der Mail lasse sich ganz einfach vermeiden, indem man beispielsweise die Internet-Seite von Vodafone oder dem Verein direkt aufrufe. Wildvang: „Ich öffne aus Emails heraus keine Links. Nie”.

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