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Göttingen DJ-Albi: „Es fühlt sich immer noch gut an“
Die Region Göttingen DJ-Albi: „Es fühlt sich immer noch gut an“
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19:23 28.11.2018
Albert „Albi“ Bührmann ist seit 50 Jahren in Göttingen als DJ und Trommler unterwegs. Im Keller der Musa hat er sein kleines Reich. Quelle: Scharf
Göttingen

Wenn Albi am Freitag, 30. November, im großen Saal in der Musa seinen Laptop aufbaut, feiert er ein ungewöhnliches Dienstjubiläum. Auf den Tag genau vor 50 Jahren erlebte er einen dieser Tage, die man ein Leben lang nicht mehr vergisst. Unter anderem verlor der damals 14-Jährige seine Jungfräulichkeit – in doppelter Hinsicht. Erst lag er in den Armen einer schönen Frau, dann stand der blonde Junge in der Hainbergschenke zum ersten Mal am Plattenspieler und legte Beat-Platten auf, die er sich von Mitschülern zusammengeliehen hatte.

Der blonde Junge ist mittlerweile grau geworden und hat noch viel mehr solcher Geschichten zu erzählen. Albi sitzt mit lachenden Augen hinter seinem leeren Kaffeebecher in der Musa. Hier ist seine Wirkungsstätte seit 18 Jahren, hier veranstaltet er an jedem zweiten und vierten Freitag sein „Rock gegen Rheuma“ – eine Party für Menschen zwischen 30 und 70 Jahren mit in Spitzenzeiten bis zu 600 Gästen.

Beatclub lief in Großmutter Fernseher

Er erinnert sich an die Anfänge, als DJs ihre Arbeit mit Erkennungsmelodien begannen und regelmäßig mit Pausen unterbrachen, um den Wirt nicht zu verärgern. Schließlich sollten die Gäste trinken und nicht hüpfen. Damals war Albi Schüler der Albert-Schweitzer-Schule. Nach dem Unterricht zog es ihn ans Gänseliesel oder in den Cheltenham-Park, wo Studenten und Schüler ihre Zeit verbrachten und Musik machten. Hier war es auch, wo der eigentlich eher schüchterne Albi sich das erste Mal die Trommeln griff und mitmachte.

„Das war mein Ding. Gitarre spielen oder Singen konnte ich nicht. Ich verstand ja nicht einmal die englischen Texte.“ Der strenge Vater hatte ihm verboten, am Fremdsprachenunterricht teilzunehmen. Dem wenig angenehmen heimischen Umfeld entfloh Albi mithilfe der Musik. „Ich weiß noch, wie ich bei meiner Großmutter vor dem Fernseher saß und Osibisa im Beatclub sah. Die afrikanischen Rhythmen hatten mich sofort gepackt“, erzählt der heute 64-Jährige.

Den Schülern meist nur wenige Seiten voraus

Albi kaufte sich ein Buch und brachte sich das Konga-Spiel bei, unterrichtete wenig später selbst. „Ich war meinen überwiegend weiblichen Schülern meist nur wenige Seiten voraus“, gesteht er lachend. Parallel legte er in vielen Clubs der Region auf und machte sich mit einen Namen als der Typ, der Tanzflächen füllen konnte. Er hatte das Gefühl für den richtigen Song zur richtigen Zeit. „Ich habe ja immer selber gern getanzt.“ Noch heute greift sich Albi regelmäßig seine Konga und mischt sich unter das tanzende Volk.

Und wer war dieser Albi in den 50 Jahren jenseits von Trommeln und Plattenteller? Er wurde jung Vater. Seinen erlernten Beruf als Tischler übte er nie aus, arbeitete stattdessen als Fernfahrer oder Hausmeister. Ende der 80er Jahre entschied er sich, endgültig auszusteigen. „Die richtige Entscheidung. Ich bin für die Welt da draußen nicht geschaffen.“ Er kämpfte, um über Wasser zu bleiben, begann Aquarelle zu zeichnen, schrieb Texte, spielte in zahlreichen Bands am Schlagzeug – mal Hip Hop, mal Schlager, sogar Techno.

Aber im Grunde war er die ganze Zeit genau das, was die meisten Göttinger in ihm sehen: DJ Albi. Ein Mann, der auch nach 50 Jahren Spaß daran hat, möglichst viele Menschen zum Tanzen zu bringen. „Es fühlt sich immer noch gut an.“

Von Markus Scharf

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