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Göttingen Dackel: Freundlich trotz der Hand im Rachen
Die Region Göttingen Dackel: Freundlich trotz der Hand im Rachen
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19:38 26.07.2011
Von Jürgen Gückel
Prüfende Blicke: Richter Andreas Tornau, Herrchen Engelhardt Ran und Kurzhaar-Normal-Teckeldame Witta von der Forstweihe.
Prüfende Blicke: Richter Andreas Tornau, Herrchen Engelhardt Ran und Kurzhaar-Normal-Teckeldame Witta von der Forstweihe. Quelle: Vetter
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Northeim

Der goldige Vierbeiner Goldy ist einer von 60 Hunden, die bei der jüngsten Spezialausstellung des Teckel-Club Northeim mit ktitischen Augen geprüft wurden und Wertungspunkte sammeln konnten, damit sie dereinst Deutscher Champion werden. Der kleine rote Dackel mit „freundlichem Verhalten bei der Tischbewertung“ – also auch mit der Hand des Prüfers im Rachen – ist 17 Monate alt und gehört Helen-Marie. Auch das Mädchen hat der Punktrichter gleich mitbewertet: „Korrekte Präsentation durch die junge Führerin“, heißt es im Protokoll, das Hellen-Maries Mutter stolz tippt.

So werden an diesem Tag 60 Züchter ihre Teckel vorführen, sie auf die Waage setzen, von fachkundigen Händen befühlen lassen, sie dann an der Leine im Kreis durch den Joppensaal am Schützenpaltz führen und am Ende bewerten lassen. Wer genügend Punkte bei solchen Ausstellungen gesammelt hat – sechs Anwartschaften sind nötig –, der hat einen Champion. Auf den kann man entweder nur stolz sein oder seine Auszeichnung als Züchter gewinnbringend verwerten.

Teckel, das ist nichts anderes als der landläufig bekannte Dackel oder Dachshund. Es gibt ihn mit langem, rauhen oder kurzem Haar, als Normalschlag, als Zwergrasse oder gar als Kaninchenteckel wie Goldy, gezüchtet, um in Kaninchenbaue vorzudringen und dem Jäger so zu assistieren.
Doch die meisten Hunde der neun Teckel-Rassen werden aus Liebhaberei gehalten, weil sie „einfach der ideale Familienhund sind“, sagt Matthias Winkler, Vorsitzender des Clubs, der seit 25 Jahren im DTK, dem Deutschen-Teckel-Klub, ist. Das fanden auch Herta Rüger aus Northeim und Otto Rudolph aus Einbeck, die anlässlich der Schau als Gründungsmitglieder geehrt werden. Rudolph hält schon seit 45 Jahren Hunde.

Aber ist der Dackel nicht schwierig, ist er nicht anfällig gegen Dackellähmung, darf er Treppen steigen? Nein, sagt Winkler, schwierig ist er nicht. Weil er als Jagdhund gewohnt ist, Entscheidungen zu treffen, kann er eigensinnig werden, wenn ihm keine Grenzen gesetzt werden. Klare Anweisungen, eine kleine Wohnung, aber viel Bewegung – das reiche für Dackel. Die Lähmung im Alter könne jeder Hund mit kurzen Beinen bekommen. So lange Dackel Treppen freiwillig steigen, sind auch sie kein Problem. Übrigens: Treppensteigen gehört nicht zur Prüfung.