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Göttingen Dankelshäuser Hans-Joachim Haberstock schützt die Umwelt
Die Region Göttingen Dankelshäuser Hans-Joachim Haberstock schützt die Umwelt
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18:22 25.09.2014
Unermüdlicher Streiter für Flora und Fauna: Naturschützer Hans-Joachim Haberstock. Quelle: Heller
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Schon als Junge war Haberstock großer Naturliebhaber. Vor allem die Vögel seiner südniedersächsischen Heimat hatten es ihm angetan: der Dankelshäuser baute Nistkästen und führte Buch über die Zahl der Jungen. Eine Zeitlang nahm das Fußballspielen beim TuS Schededörfer 04 einen Großteil seiner Freizeit in Anspruch.

Nachdem er in den 70-Jahrenern in den Bund für Vogelschutz (heute: NABU) eingetreten war, gab es für Haberstock neben Familie und Beruf – er war 46 Jahre lang bei Täfler in Dransfeld als Werkzeugschleifer tätig – jedoch nur noch eins: den Naturschutz.  

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Sein erstes großes Projekt: ein Schleiereulen-Schutzprogramm. Haberstock und seine Helfer bauten Brutkästen und  berieten engagierte Bürger, was sie zum Schutz der gefährdeten Tiere tun konnten. Der nächste Vogel, der ohne den Einsatz des Naturfreunds in Südniedersachsen wohl nicht mehr heimisch wäre, ist der Uhu – für ihn baute Haberststock eine Zuchtstation auf.

Lebensraum und Quartiere schützen

Etwas später wurde er Fledermausregionalbeauftragter des Landkreises. Als solcher fängt er die Tiere ein, wenn sie sich in eine Wohnung verflogen haben, und fungiert bei Neubau- und Sanierungsprojekten als Berater, um den Lebensraum und die Quartiere der kleinen Säuger zu schützen.

Aber nicht nur die Tierwelt kann auf Haberstock bauen: der Vater zweier Töchter (18 und 16 Jahre) ist auch engagierter Landschaftsschützer. Er war Mitinitiator des Nieme-Projekts, dem der 12,4 Kilometer lange Nebenfluss der Weser seine Renaturierung verdankt.

Und als zertifizierter Schutzgebietsbetreuer – „um das zu werden, musste ich einen 120-stündigen Lehrgang absolvieren und eine Prüfung bestehen“ – ist er im Bührener Schedetal für elf Hektar Grünland verantwortlich, welches sich im Besitz der NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ befindet.

„Wir werten das Gebiet ökologisch auf“, erläutert Haberstock, „indem wir unter anderem Obstbäume pflanzen, Steinhaufen für Eidechsen anlegen und einen Teich rekultiviert haben“.

Naturschutz wird anspruchsvoller

Seit einiger Zeit macht er sich gegen „zu viele Windkrafträder, die in zu kurzer Zeit errichtet werden“, stark. Ein Widerspruch für einen überzeugten Naturschützer wie ihn?

„Nein“, erklärt er kategorisch. Die Windräder beeinträchtigten nämlich die Lebensräume vieler bedrohter Tiere, unter anderem Schwarzstorch, Kranich, Raubwürger, Fledermaus. Natürlich sei die Energiewende notwendig, aber sie dürfe nicht übers Knie gebrochen werden: „Wir haben noch Zeit. Wichtig ist, dass die Entscheidungsträger sich nicht in ihren Ministerien verstecken, sondern mit den Leuten vor Ort reden.“  

Vergleicht Haberstock den Naturschutz früherer Tage mit dem von heute, stellt er fest, dass im Laufe der Zeit der Anspruch gewachsen sei: „Früher sah man das einzelne Projekt, heute das große Ganze.“ Dafür sei es leichter gewesen, an Fördertöpfe heranzukommen sowie Freiwillige zu motivieren.

Sein persönliches Fazit: „Es hat sich gelohnt.“ Sein Ziel: „Noch fünf Jahre weitermachen und in dieser Zeit in einem fließenden Übergang die Projekte an meine Nachfolger übergeben.“

Von Hauke Rudolph

Wer sich engagieren möchte, kann sich bei Hans-Joachim Haberstock unter Telefon 0 55 02/35 49 oder per E-Mail an haberstock@gmx.net melden.