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Göttingen Das Impfzentrum an der Siekhöhe in Göttingen beendet den Impfbetrieb
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Das Impfzentrum an der Siekhöhe in Göttingen beendet den Impfbetrieb

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15:29 01.10.2021
Im Impfzentrum Siekhöhe wird das Licht ausgemacht: die ärztliche Leiterin Prof. Eva Hummers und der organisatorische Leiter Jens Windwehe im Wartebereich vor der Anmeldung.
Im Impfzentrum Siekhöhe wird das Licht ausgemacht: die ärztliche Leiterin Prof. Eva Hummers und der organisatorische Leiter Jens Windwehe im Wartebereich vor der Anmeldung. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Wo noch vor wenigen Wochen ein ständiges Kommen und Gehen war, herrscht jetzt gähnende Leere. Im Impfzentrum der Stadt Göttingen auf der Siekhöhe wird das öffentliche Impfen eingestellt. Die Lichter sind am Donnerstag ausgegangen – jedenfalls die meisten. Nur die mobilen Impfteams haben hier noch ihre Basis.

Jens Windwehe, organisatorischer Leiter des Impfzentrums, steht in den Räumen, die Hand symbolisch am Lichtschalter. Fast ein Jahr lang wurden hier etwa 130 000 Dosen gegen die Corona-Erkrankung der unterschiedlichen Hersteller verimpft. Sehr viele Göttinger sind den Impfparcours in der Halle durchlaufen, die vorher Flüchtlingswohnheim war.

Vor der Pförtnerloge an der Straße gab es den ersten Halt. Sie ist am Donnerstagnachmittag noch besetzt. Unter Zelten stauten sich die Menschen oft. Doch die Impfwilligen waren immerhin geschützt gegen Regen und zu viel Sonne, erklärt Prof. Eva Hummers, eine der beiden ärztlichen Leiterinnen des Impfzentrums und Mitglied der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts.

Im Impfzentrum der Stadt Göttingen auf der Siekhöhe wird das öffentliche Impfen eingestellt.

Mögliche Komplikationen

In der Halle wurden die Körpertemperatur gemessen bevor es nach einem kurzen Halt im Wartebereich zur Anmeldung ging. Anschließend dann Formulare ausfüllen, überprüfen lassen, Beratung vom Arzt, die Impfung, mindestens 15 Minuten warten, „damit er uns vor die Füße fällt und nicht dem Busfahrer“, scherzt Hummers mit Blick auf mögliche Komplikationen. Anschließend dann raus durch den Ausgang und hoffen, ohne störende Nebenwirkungen davonzukommen. Und jetzt?

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Gähnende Leere herrscht jetzt in den Hallen, in denen noch vor wenigen Wochen so viel Betrieb war. Niemand misst mehr die Körpertemperatur, der Empfang ist komplett leer geräumt. Das Team von Windwehe hat auf- und ausgeräumt. Lediglich die Ausrüstung der mobilen Impfteams, die die Arbeit fortsetzen, ist hier noch gelagert. Die Johanniter, die diese Teams betreiben, haben hier noch Büros, auch der Wachschutz, der noch bleibt.

Neben dem Aktenraum stehen noch Paletten, darauf viele Kartons und Ordner mit den Formularen, die die Impfkandidaten ausfüllen mussten. „Medizinische Daten müssen zehn Jahre lang gelagert werden, erklärt Hummers. Die Akten gehen jetzt zum Land, wo sie digitalisiert werden.

Von Anfang an dabei

Windwehe ist eigentlich Brandamtmann, er wurde für den Aufbau und den Betrieb des Impfzentrums abgestellt. Windwehe ist von Anfang an dabei, seit einem Jahr beinahe täglich, „oft auch am Wochenende“, sagt er. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehe er das Ende des Betriebs. „Innerhalb von drei Tagen ist alles verschwunden, was wir aufgebaut haben.“ Sein hätten sich alles ausdenken müssen, denn Impfzentren gab es in dieser Form vorher nicht. Außerdem habe diese Arbeit viel Spaß bereitet, „es war eine tolle Truppe“.

Aber für Windwehe geht es jetzt weiter. Ein bisschen wieder Feuerwehr, „das habe ich ein Jahr lang nicht mehr gemacht“. Und den Betrieb der mobilen Impfteams wird er auch begleiten. „Der Oberbürgermeister hat gesagt, ich habe das bislang doch gut gemacht.“

Probleme habe es nicht gegeben, berichtet Windwehe. Keine Einbrüche wie andernorts, keine Impfgegner am Zaun.

Von Peter Krüger-Lenz