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Göttingen Infos, Programm, Parkplätze – das müssen Sie zum NDR 2 Soundcheck-Festival wissen
Die Region Göttingen Infos, Programm, Parkplätze – das müssen Sie zum NDR 2 Soundcheck-Festival wissen
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09:16 12.09.2019
Der Aufbau der City-Stage-Bühne ist ein Mammutprojekt. Quelle: Tobias Christ
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Göttingen

Am Dienstagvormittag hat sich der Göttinger Schützenplatz in eine Zeltstadt verwandelt. Es wird geschraubt, überall fahren Kleintransporter und Gabelstapler über das Gelände. Vor der S-Arena steht bereits das Gerüst der riesigen Bühne, die ab Donnerstagabend drei Tage lang Hauptanlaufpunkt Tausender Menschen sein wird: Das NDR 2 Soundcheck-Festival ist in der Stadt.

Hoch ragt das stählerne Ungetüm der City-Stage in den Himmel, 25 Meter breit ist das große Metallgerüst. Dabei wird soviel Raum gar nicht für die Shows benötigt, erklärt Produktionsleiter Paul Kunze: „Die Spielfläche ist mit acht mal zwölf Metern gar nicht mal so riesig.“ Der viele Platz wird für die Umbauten benötigt, da es in diesem Jahr „keine Sekunde Ruhe zwischen den Acts“ geben soll, warte der nächste Künstler bereits im Hintergrund der Bühne, während sein Vorgänger noch Show bietet. „Wir haben so viele Live-Acts wie nie zuvor, insgesamt 20 Stunden Programm – da benötigen wir eine große Nebenfläche“, sagt Kunze.

Die Aufbauarbeiten auf dem Schützenplatz nehmen mehrere Tage in Anspruch.

14 40-Tonner voller Material

Kunze ist komplett tiefenentspannt, obwohl zwei Tage vor dem Start noch nicht allzu viel nach einem Rockfestival aussieht. Er kennt sein Team, arbeitet seit vielen Jahren mit ihm zusammen. Die neue Location auf dem Schützenplatz vereinfache die Logistik im Vergleich zum Vorjahr, als das Konzert auf dem Albaniplatz stattfand. „Wir haben einfach viel mehr Platz, die Stromversorgung ist auch wesentlich besser“, sagt er. Wieviele Kilometer Kabel seine Mitarbeiter aber dennoch gelegt haben, kann er nicht sagen. 14 40-Tonner voller Material wurden herangekarrt, hinzu kommen noch unzählige kleine Lastentransporter.

Seit Donnerstag vergangener Woche sind die Arbeiter vor Ort, mit allen Technikern, Sicherheits- und Gastronomiekräften zusammengenommen etwa 2300 Menschen. Zehn Tage sind sie auf dem Schützenplatz beschäftigt, Aufbau, Konzertbetreuung, Abbau. „Wir haben in diesem Jahr viele lokale Unterstützung, bei der Security, den Helfern und dem Gastro-Team“, erläutert Kunze. Die Teamgröße sprenge dennoch jegliche Grenzen. Also habe der Tross „so einige Hotels in Göttingen komplett in Beschlag genommen“.

Die Bühne für das Göttinger Sound-Check-Festival auf dem Schützenplatz steht. Quelle: Tobias Christ

Ihm ist eine ruhige Arbeitsumgebung wichtig, in Panik gerät hier niemand. Schwierigkeiten gab es bei der Umstellung auf die neue Umgebung auf dem Schützenplatz kaum, es gibt eher zu viel Platz, meint er. Deshalb musste der Zuschauerbereich mit meterhohen Stellwänden, auf denen das NDR 2 Soundcheck-Logo prangt, etwas eingegrenzt werden. Zur Sicherheit wurden die Wände ballastiert – schließlich darf nichts verrutschen oder gar umfallen. Auch die Stromversorgung ist doppelt gesichert, fällt ein System aus, springt ein anderes ein.

Paul Kunze Quelle: Tobias Christ

Während Kunze spricht, sind Mitarbeiter der Stadt Göttingen keine fünf Meter entfernt gerade dabei, eine Hecke an der S-Arena auszugraben. „Sonst kommen wir mit den Lkws nicht zum Ladebereich der Bühne durch“, erläutert der Produktionsleiter. „Die Hecke wird aber nach dem Festival wieder eingebuddelt.“ Überhaupt lobt er die Zusammenarbeit mit der Stadt: „Das ist alles sehr unkompliziert und professionell.“

Infos für Autofahrer

Sperrungen und Parkplätze

Parkplätze sind rar gesät, der Schützenplatz selbst ist für den Fahrzeugverkehr bis Dienstag, 15 Uhr, komplett gesperrt: Nahe des Schützenplatzes steht nur der Parkraum am Schützenanger zur Verfügung. An der gleichnamigen Straße darf nicht gehalten werden. Zudem ist der Schützenanger von Donnerstag, 12 Uhr, bis Sonntag, 8 Uhr, nur in Richtung Maschmühlenweg befahrbar. Der Durchgang auf der Straße zum Schützenhaus ist nur für Fußgänger und Radfahrer möglich. Für Radfahrer werden auf dem Grünstreifen vor der S-Arena in Richtung Godehardstraße und vor dem Eingang am Schützenanger Möglichkeiten zum Anschließen von Fahrrädern geschaffen.

Autofahrern wird empfohlen, die Parkhäuser in der Innenstadt zu nutzen und von dort mit dem Linienbus (Haltestellen Groner Tor, Kornmarkt, Weender Straße) zum Schützenplatz zu fahren. Besucher des Soundcheck-Festivals nutzen auf dem Weg zu und von den Konzerten die Linienbusse der GöVB kostenfrei. Die Eintrittskarte dient hierbei als Fahrschein.

Das Spät-Shuttle des Soundcheck-Festivals fährt am Freitag und Sonnabend, 13. und 14. September, von 23:30 Uhr bis 1 Uhr im 15-Minuten-Takt vom Schützenplatz. Fahrtverlauf: Schützenplatz – Landgericht – ZOB (Bahnhof) – Groner Tor – Groner Straße – Kornmarkt – Jüdenstraße – Weender Straße (Ost) – Landgericht – Schützenplatz

Eine Übersicht. Quelle: Grafik: Tater

Neben dem Bereich für die Künstler und VIPs gibt es ein eigenes Küchen- und ein Speisezelt für bis zu 600 Personen. Besonderes Gimmick: Im Artist-Bereich hängt ein Briefkasten. „Es wird Karten geben, die unterschrieben dort hineinkommen und von uns versandt werden“, sagt Kunze – eine analoge Besonderheit einer sonst überaus digitalen Veranstaltung.

Die Schnitttechnik und Videoübertragung wird im Pool-Raum im ersten Stock der S-Arena gesteuert. Dutzende Monitore und Computer stehen dort, die Festival-Koordination erfolgt von dort. Das wichtigste an diesem Raum? „Zunächst brauchten wir Tische“, sagt Kunze. 300 Stück bekam das Team aus der Stadthalle: „Dort werden sie ja derzeit nicht gebraucht.“ Dass unten in der Sparkassen-Arena der Schulsport weiterlaufen kann, während draußen und oben Dutzende Menschen werkeln, schrauben und arbeiten, freut Kunze sehr: „Das ist schon klasse.“

Geht nicht, gibt’s nicht

„Es läuft alles nach Plan“, versichert Kunze, während der nächste Gabelstapler, mit armdicken Metallrohren beladen, vorbeifährt. Zwei Jahre lang hat sich das Team darauf vorbereitet, als erstes musste ein neuer Veranstaltungsort gefunden werden, nachdem klar war, dass die Stadthalle nicht mehr zur Verfügung stehen würde. „Wir haben zunächst ein neues Gelände gesucht. In Göttingen bot sich der Schützenplatz geradezu an“, sagt der junge Mann mit dem markanten Bartwuchs.

In der S-Arena Musik zu spielen, sei jedoch nicht möglich: „Der Schwingboden lässt das nicht zu.“ Als das Besichtigungsteam den Spielort der BG-Basketballer verließ, fiel Kunzes Augenmerk auf die kleine, angrenzende Trainingshalle. Nach einem kurzen Abstecher dorthin meinte er: „Schwierig, aber machbar.“ Das sei überhaupt das Credo der gesamten Vorbereitung gewesen: „Nicht einmal hat jemand gesagt, das geht nicht. Es hieß immer nur: Wir lösen das“, so Kunze. Viele „kleinteilige Arbeiten“ waren im Vorfeld noch zu erledigen: Abstimmung mit den BG-Basketballern und dem Athleticum, und und und.

Halle 2 stellt Team vor Herausforderung

Tatsächlich stellt die Halle 2 für alle die größte Herausforderung dar. Gerade sind die Mitarbeiter damit beschäftigt, die Hallenfenster abzudunkeln und Scheinwerfer an die Decke zu ziehen. „Das brauchen wir für die Videoübertragung“, sagt Kunze. Licht von draußen wäre Gift für die Live-Bilder. Um Kameras und Lichttechnik aber überhaupt an der Hallendecke anbringen zu können, bedurfte es eines statischen Gutachtens. „Außerdem hat die Halle zu wenig Strom“, fährt er fort, also wurden kurzerhand Kabel verlegt.

Das Parkett wurde entfernt und nebenan eingelagert, der dadurch entstandene Absatz zwischen Tür und Hallenboden kurzerhand zu einer Betonrampe gegossen – „Vorsicht, ist noch nicht ganz trocken“, ruft Kunze. Auch Schleusen für Zuschauer werden noch angelegt, die Wände mit schwarzen Vorhängen ausgekleidet. Und all diese kleinen und großen Umbauten müssen nach dem Soundcheck-Festival wieder rückgängig gemacht werden.

Die Vorbereitungen sind mittlerweile abgeschlossen, es kann losgehen. Und obwohl solche Mammut-Aufbauten für Kunze eigentlich zur Routine gehören, ist er diesmal etwas aufgeregt, spricht von einem gewissen Spannungsfaktor. Vor allem geht es ihm um die Halle 2: „Wir wissen, dass es technisch funktioniert. Aber die wichtigere Frage können wohl nur die Zuschauer beantworten: Wie fühlt es sich an?“

Alle Konzerte im Überblick

Das Programm des Soundcheck-Festivals

An vier Plätzen in Göttingen gibt es ab Donnerstag ordentlich was auf die Ohren.

Das Programm in Halle 2, Deutschem Theater und der Lokhalle

Donnerstag, 12. September

19 Uhr: Johannes Oerding, Halle 2 (ausverkauft)

21 Uhr: Christopher (Deutsches Theater)

 

Freitag, 13. September

18 Uhr: Freya Ridings (Deutsches Theater, ausverkauft)

19.30 Uhr: Dermot Kennedy (Halle 2, ausverkauft)

21.30 Uhr: Sam Fender (Deutsches Theater)

23 Uhr: The Faim (Halle 2)

 

Sonnabend, 14. September

15.30 Uhr: Dean Lewis (Halle 2, ausverkauft)

17 Uhr: Declan J. Donovan (Deutsches Theater)

19.30 Uhr: Lewis Capaldi (Halle 2, ausverkauft)

21 Uhr: Musikszene Deutschland Live

Mit Bennie, Jeanette Biedermann, Millé, Lena, Michael Schulte und Nico Santos

Das Programm auf der NDR 2 City-Stage (Schützenplatz)

Donnerstag, 12. September

18.15 Uhr: Provinz

19 Uhr: Liveübertragung Johannes Oerding

20.15 Uhr: Giant Rooks

21.45 Uhr: Younotus

 

Freitag, 13. September

18.45 Uhr: Jade Bird

20 Uhr: Lina Maly

21.30 Uhr: Picture this

 

Sonnabend, 14. September

15.45 Uhr: Mads Langer

17 Uhr: Lilly among clouds

18.30 Uhr: Justin Jesso

19.30 Uhr: Liveübertragung Lewis Capaldi

21 Uhr: Liveübertragung Musikszene Deutschland

Karten gibt es noch für einige Einzelkonzerte und für das große Finale in der Lokhalle in den Geschäftsstellen des Göttinger Tageblattes und allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im NDR Ticketshop.

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Von Tobias Christ

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