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Göttingen Das neue MRT-Gerät für die Uni-Klinik Göttingen kommt mit dem Kran
Die Region Göttingen Das neue MRT-Gerät für die Uni-Klinik Göttingen kommt mit dem Kran
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10:21 30.10.2019
7,35 Tonnen wiegt das neue MRT-Gerät für die Göttinger Universitätsmedizin. Am Dienstag wurde das 2,45 Millionen Euro teure Gerät geliefert. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

7,35 Tonnen Gewicht, 3 Tesla magnetische Flussdichte und 2,45 Millionen Euro Kosten – das sind die Eckwerte für das neue MRT-Gerät der Göttinger Universitätsmedizin. Am Dienstag wurde das hochmoderne Gerät per Kran in das extra umgebaute MRT-Gebäude gehievt. Seine Vorteile: Es misst genauer, schneller und ist komfortabler für die Patienten als herkömmliche Geräte.

Unerwartet klein ist das tonnenschwere Gerät, das langsam am Kranhaken zwischen Bettenhaus 1 und Bettenhaus 2 hereinschwebt. Dennoch müssen Kranführer und Handwerker Millimeterarbeit leisten: Der kleine Hof zwischen den MRT-Pavillons misst nur wenige Meter und das Loch in der Wand ist gerade groß genug, um das weiße Gerät dann mit Muskelkraft durch die Wand hindurch an seinen Standort in dem Gebäude zu rollen.

Das MRT am Haken – unser Video dazu:

„Eine ganz andere Dimension“

„Das ist schon eine ganz andere Dimension, in die wir hier stoßen“, schwärmt Prof. Joachim Lotz, Direktor des Institutes für diagnostische und interventionelle Radiologie an der UMG. Ein moderneres Gerät gebe es zur Zeit auf der Welt nicht – zumindest nicht im klinischen Einsatz.

Und dort soll der neue Hochleistungs-Magnet-Resonanztomograf (MRT) künftig die Arbeit der Ärzte deutlich verbessern. Die MRT setze keine Röntgenstrahlen ein, sondern nutze ein starkes Magnetfeld und Radiowellen, um innere Körperregionen abzubilden. Dadurch entstehen keine Strahlenbelastungen für den Körper, erklärt Kliniksprecher Stefan Weller. Je größer die magnetische Flussdichte ist, desto genauer seien die Untersuchungs-Bilder.

Das neue Gerät mit der Flussdichte 3 Tesla ermöglicht präzisere Bilder als das Vorgängermodell in einer kürzeren Zeit, erklärt Lotz. Es arbeite zuverlässiger und könne sich automatische auf den Patienten einstellen. Das heißt konkret: Erst wenn unter anderem Herzfrequenz und Atmung optimal sind, wird ein Bild gemacht. Das spare Scans und Zeit und liefere mehr sowie bessere Daten für eine noch genauere Therapie.

Ein 2,45 Millionen Euro teures Gerät am Haken – die Bilder:

7,35 Tonnen wiegt das neue MRT-Gerät für die Göttinger Universitätsmedizin. Am Dienstag wurde das hochmoderne Gerät geliefert. Eine Schwerstarbeit, die Feingefühl erforderte.

In dem neuen MRT „können Patienten richtig aufatmen“, ergänzt Dr. Ali Seif, Sektionsleiter MRT am Institut. Oft als lästig empfundene Atempausen seien bei der Bildaufnahme nicht mehr erforderlich. Zudem verbrauche das Gerät etwa 30 Prozent weniger Energie als der Vorgänger. Und es sei mit einer Öffnung von 70 Zentimetern bequemer für die Patienten.

6000 Patienten im Jahr

Etwa 6000 Patienten pro Jahr werden laut Seif in den beiden klinisch genutzten MRTs untersucht – bis zu einem Drittel auch von außerhalb der UMG. Hinzu käme zwei Forschungs-MRTs im gleichen Gebäude und zwei weitere Forschungsgeräte mit Echtzeit-Magnetresonanztomografie für „kardiovaskuläre MRT in einem Gebäude an der Ostseite des Klinik-Areals.

Das Vorgängergerät des neuen MRTs war nach fast 20 Einsatzjahren ausgereizt. Es war veraltet „und es war immer schwerer, bei Problemen Ersatzteile zu bekommen“, erklärt Dr. Ulrike Streit, Oberärztin am Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie. Der Umbau allerdings habe Planer und Klinikmitarbeiter vor eine große Herausforderung gestellt, so Seif. Für das neue Gerät sei die Radiologie zwischen den Bettenhäusern 1 und 2 für knapp eine Million Euro umgebaut worden – „im laufenden Betrieb“. Dabei seien auch Arbeitsablauf und Patientenweg optimiert worden.

Mitarbeiter und Planer lobten sich gegenseitig für ihre Arbeit unter erschwerten Bedingungen und den reibungslosen Ablauf. „Wir haben wenig davon gemerkt“, sagt Dr. Babak Panahi, Bereichsleitung CT und CT-Intervention.

In den kommenden Wochen muss das neue MRT montiert und angeschlossen werden, dann folgt eine mehrwöchige Schulungseinheit für die Mitarbeiter. Voraussichtlich im Januar könne das einzige Gerät seiner Art in Südniedersachsen in Betrieb genommen werden, so Seif. Wann das zweite Altgerät ausgetauscht wird, sei noch offen.

MRT und Tesla – was ist das?

Wie funktioniert MRT?

Das Herz eines MRT bildet ein tonnenschwerer, supraleitender Elektromagnet mit einer röhrenförmigen Öffnung, in die die Patientenliege eingefahren wird. In kurzer Zeit lassen sich Schichtaufnahmen jeder Körperregion anfertigen. Die Magnet-Resonanztomografie setzt keine Röntgenstrahlen ein, sondern nutzt ein starkes Magnetfeld und Radiowellen. Dadurch entstehen keine Strahlenbelastungen für den Körper. Je größer die Magnetfeldstärke ist, desto genauer sind die Untersuchungs-Bilder. Sie wird in Tesla angegeben und bezeichnet die magnetische Flussdichte (nicht die Stärke des Magnetfeldes).

Der Hochleistungs-MRT liefert Präzisionsbilder des menschlichen Körpers für die Beurteilung von unterschiedlichen Gewebearten, wie es keine andere Methode in der Medizin kann. Die hohe Magnetfeldstärke von 3 Tesla ermöglicht dabei eine noch genauere Darstellung im Vergleich zu herkömmlichen MRT-Geräten, erklärt die Pressestelle der Göttinger Uni-Klinik. Krankhafte Veränderungen können so besser und früher erkannt werden. Das neue System ist so ausgestattet, dass es nahezu alle Untersuchungsarten der MRT-Diagnostik ermöglicht. Nikola Tesla war ein Physiker des 19./20.Jahrhunderts, der sich neben Johann Carl Friedrich Gauß mit Elektromagnetismus beschäftigt hat. us

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