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Göttingen Sanierung: Das sind die Pläne für die Stadthalle Göttingen
Die Region Göttingen Sanierung: Das sind die Pläne für die Stadthalle Göttingen
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07:00 11.09.2019
Die Stadthalle Göttingen im September 2019 Quelle: Meder
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Göttingen

Die Pergola der Stadthalle ist inzwischen Geschichte. Da, wo der Säulengang aus Metall und Holz einst die Front- und Nordseite des „Kachelofens“ zierte, steht nichts mehr. Ein hölzerner Bauzaun schirmt die Blicke auf das Gelände ab.

Auch wenn auf dem Gelände der Stadthalle derzeit nicht wirklich viel passiert: In den unterschiedlichen Fachplanungsbüros werde unter der Federführung des Generalplaners SSP „intensiv“ gearbeitet. Darüber habe sich der „baubegleitende Beirat“ in seiner zweiten Sitzung informiert, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung.

Jugendliche besprayen den Bauzaun der Göttinger Stadthalle unter Anleitung des Künstlers Bastian Poppki Quelle: Jonathan Michaeli

Dem Beirat gehören als Hauptnutzer der Stadthalle Vertreter des Göttinger Symphonie Orchesters, der Händel-Festspiele, des Vereins Kultur unterstützt Stadt, Veranstalter und Hallenbetreiber sowie Vertreter der Stadtverwaltung an. Je nach Planungsstand und Thema können weitere Gäste und Fachplaner hinzugeladen werden. Ihre Kompetenzen sollen sie hier während der Stadthallen Sanierung einbringen. Das Gremium tagt regelmäßig, um sich über den aktuellen Stand der Kernsanierung zu informieren. Er kann Anregungen und Hinweise aus Nutzer- und Veranstaltersicht geben. Er tagt alle drei Monate, in der Planungsphase häufiger, in anderen Phasen etwas weniger.

Das Ziel: eine multifunktionale Halle

„Mit der Errichtung des Beirats setzen wir eine wichtige Forderung der Politik um, die sicherlich zu einer transparenteren Sanierungsphase beitragen wird“, hatte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) im Juni zur ersten Beiratssitzung gesagt. An der jüngsten Sitzung hatte erstmals auch Jochen Schäfsmeier teilgenommen. Er wird geschäftsführender Intendant der Göttinger Händelfestspiele und tritt zur Saison 2021/2022 die Nachfolge von Tobias Wolf an.

So soll die Halle später von innen aussehen. Quelle: SSP AG

In der zweiten Sitzung des Gremiums in der vergangenen Woche hatte Matthias Kraemer vom Generalplaner SSP hervorgehoben, dass nach Abschluss der Kernsanierung eine multifunktionale Stadthalle stehen werde, die unterschiedlichen Veranstaltungen und Ansprüchen sehr gut gerecht werde. Zu diesem Ziel sei man auf einem guten Weg, sagte Kraemer laut Stadtverwaltung.

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Planungen und Maßnahmen zur künftigen Raumakustik hatten Henning Alphei vom Akustikbüro Göttingen und seine Mitarbeiter in der Sitzung erläutert. Ihr Ziel: die bestmöglichen Klangbedingungen für unterschiedliche Veranstaltungstypen. So sollen symphonische, nicht elektronisch verstärkte Konzerte akustisch ebenso gut beim Publikum ankommen wie Tagungen, elektronisch verstärkte Rockkonzerte oder Comedys. Der Weg: komplexe Berechnungen und Simulationen. Mit einem „detailliert durchgeplanten Maßnahmenbündel“ werde man eine deutlich hörbare Verbesserung gegenüber der bisherigen Raumakustik erreichen, sagte Alphei im Beirat.

Verbesserung für Klassikkonzerte

Dinah Epperlein, Leiterin des Fachdienstes Hochbau und Objektverwaltung, erläutert, dass die Halle weiterhin auch eine Mehrzweckhalle bleibe, aber für alle Anforderungen geeignet sei. So soll es vor allem für Klassikkonzerte von GSO und Händelfestspielen Verbesserungen geben – sowohl durch ein sogenanntes Orchesterzimmer für den Klang auf der Bühne, damit sich die Musiker besser hören können, als auch im Zuschauerraum, wo die Hörbarkeit und die Klangverteilung besser gesteuert werden soll.

Jochen Schäfsmeier wird neuer Intendant der Göttinger Händel-Festspiele Quelle: r

Er habe einen „sehr positiven Eindruck bekommen“, sagte Schäfsmeier gegenüber dem Tageblatt. Was Architekt und Akustiker präsentiert haben, hätte auf ihn „sehr gut“ gewirkt. Verbesserungen zur alten Halle seien „deutlich“ zu erkennen. So seien die Händel-Interessen gut umgesetzt, sagte Schäfsmeier. „Wir bekommen die Halle, die wir brauchen.“ Auch wenn es seine erste Teilnahme an einer Beiratssitzung war, habe er den Eindruck gewonnen, so Schäfsmeier, dass nicht an den Akteuren vorbeigeplant werde.

So soll die Halle später von außen aussehen. Quelle: soll sasse architekten

Künftig soll es darum gehen, mit Beleuchtungstechnik und Installationen „unterschiedliche atmosphärische Situationen“ in der Halle zu schaffen – von eher kühl-technischen Hallengestaltungen über Partyatmosphäre bis zu einem feierlich-behaglichen Raumerleben. Entsprechende Planungen hatte Max Beyer vom Ingenieurbüro Hochmuth + Beyer aus Ettlingen vorgestellt. Höhenverstellbare Deckensegel, Trägerkonstruktionen und entsprechend platzierte Hängepunkte sollen das ermöglichen. Die vorgesehene Technik berücksichtige „sehr unterschiedliche“ Ansprüche der verschiedenen Veranstalter, heißt es vonseiten der Verwaltung.

Demontage technischer Anlagen

Derzeit ruhen die Sanierungsarbeiten an der Halle. Ende September sollen sie laut Epperlein fortgeführt werden. Dann beginne im Halleninnern die Demontage der technischen Ausstattung und die Entsorgung von Schadstoffen wie Mineralwolle und Asbest. Außen startet der Abriss von Rampe und Südterrasse.

Meilensteine und Budget

Nach einem von der Verwaltung vorgelegten Finanzreportzur Sanierung der Stadthalle Göttingen beträgt das Gesamtbudget 29,5 Millionen Euro. Für mehr als 6,2 Millionen Euro sind bereits Aufträge für Sanierungsarbeiten vergeben, davon seien knapp 2 Millionen Euro bereits abgerechnet. Für Aufträge in einem Volumen von 1,67 Millionen Euro läuft der Ausschreibungsprozess. Zum Report gehört auch eine sogenannte Meilensteinkontrolle. Zwei von acht sind dabei erreicht – der Projektstart im Juni 2018 und die Fertigstellung der Entwurfsplanung im Juli 2019. Weitere Meilensteine: Abbruch- und Rückbauarbeiten sowie Beginn Neubau (April 2020), Fertigstellung Rohbau Südterrasse (Oktober 2020), Fertigstellung Gebäudehülle (August 2021), Fertigstellung Ausbau Halle (Mai 2022), Abnahme und Inbetriebnahme (Juli 2022) Projektende (August 2022). Der Finanzreport ist am Donnerstag, 19. September, auch Thema im Kulturausschuss des Rates. Er tagt ab 16.30 Uhr im Sitzungsraum 126 des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4. Weitere Themen sind: „100 Jahre kommunales Frauenwahlrecht“ und „Denkmäler für verdienstvolle Bürgerinnen der Stadt Göttingen“.

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Von Michael Brakemeier

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