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Göttingen Dauereinsatz nach Starkregen in der Region
Die Region Göttingen Dauereinsatz nach Starkregen in der Region
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20:31 14.11.2010
Abpumpen: In Lödingsen stehen am Sonnabend zahlreiche Straßen unter Wasser.
Abpumpen: In Lödingsen stehen am Sonnabend zahlreiche Straßen unter Wasser. Quelle: Heller
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Zwischen Freitagnacht und Sonnabend morgen fielen in der Region rund 30 Liter Regen pro Quadratmeter. Zu gravierenden Schäden kam es nach Angaben der Göttinger Polizei aber nicht. Vielerorts rückten die Feuerwehren aus, da Straßen wegen der Wassermassen und weggespülten Schlamms nicht mehr befahrbar waren. Die Kanalisation hatte oftmals Mühe, die Menge des Regens zu verkraften. Gullydeckel wurden nach oben gedrückt. Die Feuerwehr befreite die vom Laub verstopfte Kanalisation und pumpte vollgelaufene Keller leer.

Gegen 8.45 Uhr am Sonnabendmorgen rückten die Wehren zu ersten Einsätzen aus. Am Ende zählte die Feuerwehr im Landkreis Göttingen rund 110 und in der Stadt etwa 55 Einsätze. Berufsfeuerwehr und die 13 Wehren aus den Ortsteilen waren mit rund 200 Kräften im Einsatz, sagt Feuerwehrsprecher Frank Gloth. Allein in der Leitstelle, zuständig für Stadt und Kreis, leisteten neun Kräfte Dienst. Darüber hinaus war das Technische Hilfswerk mit rund 30 Helfern zu zahlreichen Einsätzen in Stadt und Landkreis ausgerückt.

Auf dem ehemaligen Huhtamaki-Gelände in Weende hatte der Bach Weende am Morgen eine Mauer unterspült. Das so auf das Gelände eindringende Wasser überflutete das Erdgeschoss einer Lagerhalle. Kurzzeitig drohte die Gefahr, dass ein großer, 800 000 Liter fassender Löschwassertank auf dem Gelände unterspült werden und deshalb absacken oder umstürzen könnte. Das Gebiet um den Tank wurde weiträumig abgesperrt und das Wasser abgelassen. Die in der Halle gelagerten Waren wurden nicht beschädigt.

In Grone stand eine Reithalle zeitweise bis zu 15 Zentimeter unter Wasser. Der Regen hatte aus einem Misthaufen die Gülle herausgespült. Diese drohte ins Grundwasser zu gelangen. Mit Sandsäcken wurde der Misthaufen eingedeicht.

In Nikolausberg drohte das Wasser, das von Gräben nicht mehr aufgenommen werden konnte, Keller im Mühlspielweg zu überfluten. Die Freiwillige Feuerwehr sicherte die Häuser mit Sandsäcken. Auch in Groß Ellershausen standen Straßen unter Wasser.

Überflutete Keller, überschwemmte Straße – der heftige Dauerregen in Stadt und Landkreis Göttingen hat am Sonnabend zu einem Dauereinsatz für Feuerwehr, Polizei und Technisches Hilfswerk geführt. Zwischen Freitagnacht und Sonnabend morgen fielen in der Region rund 30 Liter Regen pro Quadratmeter.

Im Landkreis wurden Felder und Straßen überflutet. Am schlimmsten betroffen war die Gemeinde Adelebsen. In Lödingsen war der Ortskern überschwemmt. Sandsäcke und Pumpen kamen zum Einsatz.

Die Bahn musste den Zugverkehr zwischen Adelebsen und Bodenfelde am Wochenende einstellen, weil durch die Wassermassen angespülte Äste die Strecke bei Offensen blockierten. Ersatzbusse wurden eingesetzt. Heute sollen nach Auskunft der Bahn die Züge wieder planmäßig fahren.
Vorübergehend musste die Polizei im Landkreis einige Straßen sperren, wie etwa am neuen Schedener Kreisel. Ein neu angeschütteter Hang war hier abgesackt. Mit nachlassendem Regen entspannte sich die Situation in der Region am Sonnabendabend wieder.

Von Michael Brakemeier