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Göttingen Generelles Verbot oder Öffnung in der Nacht
Die Region Göttingen Generelles Verbot oder Öffnung in der Nacht
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15:26 25.04.2018
Radfahrer in der Innenstadt: Erwünscht, gefährdet oder ausgeschlossen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Derzeit dürfen Radfahrer die Göttinger Fußgängerzone nur eingeschränkt befahren. Innerhalb des Busrings, im Bereich der sogenannten Zone 1, müssen sie absteigen, ansonsten gilt Schrittgeschwindigkeit. Das soll sich mit den jetzt vorliegenden Anträgen ändern, zumindest nächtens. In der Zeit von 19 bis 9 Uhr (FDP) oder 22 bis 8 Uhr (CDU) sollte die Fußgängerzone für Radler freigegeben werden.

„Wir plädieren dafür, diesen Fehler nicht zu machen“, kommentierte Stadtbaurat Thomas Dienberg den Vorstoß der Politik. In der Verwaltungsvorlage werden mehrere Gründe genannt, die gegen Fahrradverkehr in der Zone 1 sprechen: So sei die Innenstadt anders als in vielen anderen Städten auch abends vergleichsweise belebt. Durch die Außengastronomie sei die Straßenbreite gering. Zudem gäbe es parallel zumindest in Nord-Süd-Richtung parallel zur Weender Straße verlaufende Routen, die vom Radverkehr genutzt werden können.

Temporäre Freigabe

Zudem sei laut Verwaltung zu befürchten, dass auch eine temporäre Freigabe das Fahrverhalten der Radfahrer in der Innenstadt grundsätzlich verändern würde. Und so sei auch außerhalb der erlaubten Zeiten mit Radverkehr zwischen schlendernden City-Besuchern zu rechnen. „Wir wollen die klare Trennung von Fuß- und Radverkehr sichergestellt haben“, so Dienberg. Entsprechend sei es auch im 2011 beschlossenen Innenstadtleitbild festgelegt.

Zustimmung zur Position der Verwaltung zeichnet sich von Seiten der SPD ab. Volker Grothey berichtete aus eigener Beobachtung der letzten Tage, wie stark die Innenstadt auch zu später Stunde noch frequentiert sei. Mit einer Freigabe sei eine Konfrontation zwischen Fußgängern und Radfahrern unvermeidbar.

Ost-West-Verbindung

Grünen-Ratsherr Ulrich Holefleisch sprach sich als passionierter Radfahrer ebenfalls gegen eine grundsätzliche Öffnung aus. Er brachte während der Sitzung am Dienstagabend aber eine weitere Option ins Spiel. Mit Blick auf eine fehlende Ost-West-Verbindung – beispielsweise zwischen Ostviertel und Bahnhof – könne man die Achse Theaterstraße und Prinzenstraße in den Abendstunden freigeben. Zeitlich auf ein Jahr begrenzt, wie es auch in den anderen Anträgen vorgeschlagen wurde.

Für die Antragsteller erklärten Katharina Schüle-Rennschuh (CDU) und Felicitas Oldenburg (FDP) am Dienstag noch einmal die Stoßrichtung ihres Antrags. Die Erfahrungen in anderen Städten hätten gezeigt, dass es durchaus funktionieren könne, so Oldenburg. Es sei für eine fahrradfreundliche Universitätsstadt notwendig, die Bedingungen für Radfahrer stetig zu verbessern. Darauf konterte Dienberg: „Fahrradfreundlichkeit ist nicht, Sonderregelungen zu schaffen.“ Die jetzige Regelung sei bisher auf überwiegende Zustimmung gestoßen – auch bei Radfahrern. Das Thema wird die Politik weiter beschäftigen.

Von Markus Scharf

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