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Göttingen Debatte um Schulen geht weiter
Die Region Göttingen Debatte um Schulen geht weiter
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00:17 16.03.2017
Von Ulrich Schubert
Quelle: dpa (Symbolbild)
Göttingen

So steht es im jüngsten Entwurf der Stadtverwaltung, die an diesem Dienstag im Schulausschuss beraten und am Freitag im Rat beschlossen werden soll. Der Kreistag wird seine Satzung ebenfalls noch ändern.

Vergangene Woche hatte die Göttinger Verwaltung in der Satzung noch ausdrücklich die Option aufgenommen, dass Göttinger Schüler die Oberschulen des Landkreises in Groß Schneen und Dransfeld besuchen können. Damit wollte die Stadt sicherstellen, dass an den Göttinger Gesamtschulen weiterhin leistungsdifferenziert gelost werden kann, wenn sich mehr Kinder anmelden als es freie Plätze gibt. Dieses Verfahren ist zurzeit umstritten und wird vor allem vom Land kritisiert. Hintergrund: Seit es keine Haupt- und Realschulen mehr in Göttingen gibt, gelten die Gesamtschulen als ersetzende Schulen. Das Land ist der Ansicht, dass diese Schulen alle Kinder aus der Stadt aufnehmen müssen, bevor sie Kreisschüler berücksichtigen, und hält damit auch das Losverfahren für überflüssig. Den Verweis an die IGS in Bovenden unter Trägerschaft des Landkreises sieht das Land druch die alte Satzung nicht gesichert.

Satzungsänderungen geplant

Um das Verfahren zu retten, wollen Stadt und Landkreis ihre Satzungen ändern. Die erste Idee: Oberschulen werden mit in den Göttinger Schulbezirk aufgenommen. Sie ersetzen Haupt- und Realschulen und die Gesamtschulen könnten weiterhin losen. Das stieß in dieser kompromislosen Formulierung beim Landkreis auf Bedenken, bestätigte Kreisschuldezernent Marcel Riethig (SPD). Die Oberschulen könnten an Kapazitätsgrenzen stoßen. Dass sie bei freien Plätzen auch Stadtschüler aufnehmen können, werde in der Satzung des Kreises geregelt.

Das Losverfahren und vor allem den Verweis auf die Bovender Schule sieht Göttingens Schuldezernent Siegfried Lieske (Grpne) dennoch gesichert – durch eine andere neue und detaillierte Formulierung in der Satzung: Danach können auch Stadtkinder an eine Gesamtschule außerhalb der Stadt aber innerhalb des Schulbezirks verwiesen werden, wenn die städtischen Gesamtschulen voll sind. Sie sind dann „verpflichtet“ die IGS Bovenden zu besuchen, wenn sie eine Schule dieser Schulform besuchen möchten.

Kritik an jüngstem Satzungsentwurf

Die CDU-Ratsfraktion kritisiert den jüngsten Satzungsentwurf – gerade „weil alles beim alten bleibt“, erklärte ihr schulpolitischer Sprecher Thomas Häntsch. Die CDU bezweifle, dass Eltern aus südlichen und westlichen Stadtteilen ihr Kind dann nach Bovenden schicken werden. Sie würden eher ein Gymnasium wählen. „Und da es in der Regel die schwächeren Schüler sind, die so auf eine für sie völlig ungeeignete Schule gezwungen werden, zieht dieses Verfahren massive pädagogische Probleme nach sich”, kritisiert Hätsch.

Über den Satzungsentwurf berät der Schulausschuss des Rates Göttingen am Dienstag, 14. März, ab 17 Uhr während einer Sondersitzung im Neuen Rathaus.

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