Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Debatte um Wahrung der Pietät auf Friedhof
Die Region Göttingen Debatte um Wahrung der Pietät auf Friedhof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:33 22.11.2010
Von Jörn Barke
Beschäftigt den Ortsrat derzeit in mehrfacher Hinsicht: der Adelebser Friedhof.
Beschäftigt den Ortsrat derzeit in mehrfacher Hinsicht: der Adelebser Friedhof. Quelle: Hinzmann
Anzeige

Hannelore Rorig-Mielke (Grüne) regte an, die Bauhof-Mitarbeiter sollten nicht mit Fahrzeugen über die Gräber fahren. Parteikollegin Petra Löb-Kompart sprang ihr bei: Die Pietät müsse gewahrt werden, es dürfe keine Beerdigungen und Gräber zweiter Klasse geben.

Hartmut Koch (CDU) widersprach der Meinung, die Bauhof-Arbeiter würden die Gräber pietätlos behandeln. Der schlechte Boden zwinge die Arbeiter dazu, auch schwereres Gerät einzusetzen. Das Gräberfeld dürfe aber trotzdem nicht wie ein Acker aussehen, Gras müsse nachgesät werden. Dies geschehe zeitnah, betont die Verwaltung.

Koch bekräftigte ebenso wie Bernd Aschenbrandt (SPD) das anonyme Gräberfeld solle auch weiter anonym bleiben. Damit erteilten sie Wünschen, Grabplatten zuzulassen, eine Absage. Nun will sich der Ortsrat erst einmal bei einer Ortsbesichtigung ein Bild von der Lage machen. Das gilt auch für die Frage, ob eine Eiche auf dem Friedhof gefällt werden soll.

Keine Entscheidung fiel auch im Hinblick auf den wegen morscher Stufen von der Verwaltung gesperrten Fußweg vom Friedhof zur Grundschule. Weil eine Instandsetzung 15000 Euro kosten würde und es einen Gehweg an der Siedlungsstraße gibt, hatte die Verwaltung einen Rückbau des Friedhofsweges erwogen.

Für Schüler vom Lechtmer Berg sei der Fußweg aber die kürzeste und sicherste Verbindung zur Schule, so Rorig-Mielke. Kerstin Paetsch (CDU) verwies dagegen darauf, dass mit dem Weg auch Müll, Lärm und Vandalismus auf dem Friedhof verbunden seien. Es habe immer wieder Beschwerden gegeben, pflichtete Koch ihr bei. Der Weg sei einer der wenigen Fußwege in Adelebsen, die nicht vom Autoverkehr dominiert seien, so Horst Barth (SPD). Auch hier soll es erst einmal einen Ortstermin geben.