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Göttingen Dürre ein „ernstes Anzeichen für Klimawandel“
Die Region Göttingen Dürre ein „ernstes Anzeichen für Klimawandel“
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22:11 25.08.2018
Mehr als 120 Demonstranten haben sich am Sonnabend für Klimaschutz eingesetzt. Nach einer Kundgebung zogen sie durch die Innenstadt. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

„Stopp Flächenfraß”, „Machen jetzt” und „(Car)Sharing ist caring” stand auf den Schildern, die einige der mehr als 120 Demonstranten am Sonnabend durch die Innenstadt getragen haben. Anlass war eine Demonstration für den Klimaschutz.

Pünktlich zur Demo, die am Sonnabendmittag am Göttinger Gänseliesel begann, regnete es – seit langer Zeit mal wieder. „Ein sehr erfreuliches Ereignis”, sagte Stefan Wenzel, Landtagsabgeordneter der Grünen in seinem Redebeitrag auf dem Markt. Mehr als 100 Zuhörer versammelten sich dort. Der Blumenhändler hatte der Lautsprecheranlage Unterschlupf unter seinem Verkaufswagen gewährt, die Demonstranten kamen mit Schirm und Regenjacke.

Pünktlich zur Demo, die am Sonnabendmittag am Göttinger Gänseliesel begann, regnete es – seit langer Zeit mal wieder. Quelle: Peter Heller

Die Landwirte, so erklärte Wenzel weiter, hätten sehr unter der Trockenheit der vergangenen Monate gelitten. Nicht nur sie machten sich Sorgen, solch eine Dürre sei ein „ernstes Anzeichen für den Klimawandel”, so der ehemalige Landes-Umweltminister. Auch Jürgen Trittin, ehemaliger Bundesumweltminister der Grünen, nahm an der Demonstration teil.

„Globale Herausforderung“ Klimaschutzes

Dafür, den Klimaschutzplan in der Stadt zügig umzusetzen, plädierten auch Waltraut Bruch-Krumbein und Jens Wedekind in ihren Redebeiträgen. Die Demonstration bildete den Abschluss der Klimaschutztage in Göttingen, die vom Verein Klimaschutz Göttingen und dem Zusammenschluss „Bürgerratschlag Klimaschutz“ ausgestaltet wurden. Wedekind, Vertreter des “Bürgerratschlags”, sagte in seiner Rede, dass “die globale Herausforderung” des Klimaschutzes als erstes auf lokaler Ebene angegangen werden müsse. Er dankte auch allen beteiligten dafür, dass die während der vergangenen Klimatage auf dem Markt aufgestellte Klimajurte ein Erfolg war.

„Machen, jetzt!“

Bruch-Krumbein sagte, dass der Klimaschutz eine „kreative Politik” auf allen Ebenen benötige. Die Stadt Göttingen müsse sich für „eine stringente Klimapolitik” einsetzten und dafür auch „Geld in die Hand nehmen”. Ihre abschließende Forderung: „Machen, jetzt!”.

Die Dürre sei ein „ernstes Anzeichen für den Klimawandel”, so der ehemalige Landes-Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Quelle: Peter Heller

Bereits vor der Demo hatte Sprecherin des Kreisverbandes der Grünen, Viola von Cramon, mitgeteilt: „Für die Umwelt zu handeln, ist im Jahr 2018 relevanter als je zuvor”. Auch wenn der Klimaschutz derzeit mediale Aufmerksamkeit erfahre, herrsche auf lokaler Ebene einen Stillstand. „Eine dringend nötige Verkehrswende wird in Göttingen zum Beispiel verschlafen”, teilt sie mit. Es sei fraglich, warum Parken so günstig sei, während Busfahrkarten teurer werden.

„Es gilt jetzt, den bestehenden Masterplan in Göttingen umzusetzen”, forderte Wedekind, bevor sich die Demonstranten in Bewegung setzten. Bei der Demo wolle man „richtig Alarm für den Klimaschutz” machen, sagte er. Immerhin: Eine Tröte und Stefan Wenzel an der Trommel waren, als der Zug dann durch die City startete, deutlich zu hören.

Solidarität mit Besetzern im Hambacher Forst

Während der Demonstration haben Mit der „Ende-Gelände“-Ortsgruppe Göttingen ein Transparent mit der Aufschrift „Hambacher Forst verteidigen“ vom Gerüst am Alten Rathaus heruntergelassen. Eine Sprecherin sagte: „Wir solidarisieren uns mit der Waldbesetzung im Hambacher Forst, deren Räumung in diesen Tagen begonnen hat. Die Klimakrise macht nicht vor den Grenzen unserer Stadt halt!“

„Hambacher Forst verteidigen“ Quelle: R

Ein Mitglied ergänzte: „Wenn wir das Ziel, die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu beschränken, wirklich ernsthaft verfolgen, dann führt an einem sofortigen Kohlestieg kein Weg vorbei. Wir fordern den sofortigen Stopp der Räumung des Hambacher Waldes und einen sofortigen Ausstieg aus dem Abbau und der Verbrennung von Kohle“, heiß es in einer Pressemitteilung.

Von Britta Bielefeld und Michael Brakemeier

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