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Göttingen Demo für bezahlbaren Wohnraum im Göttingen
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18:25 22.04.2018
Demonstration für bezahlbaren Wohnraum in der Göttinger Innenstadt.
Demonstration für bezahlbaren Wohnraum in der Göttinger Innenstadt. Quelle: Tina Hey
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Göttingen

Mit einem Banner mit der Aufschrift „Aneignung statt Leerstand“ stehen sie auf dem „OM10“-Haus und schießen Pyrotechnik in die Luft, unten auf dem Platz der Synagoge erklingen Rufe wie „Die Häuser denen, die drin wohnen“. So setzte sich am Sonnabendnachmittag die Demonstration der Hausprojekte der Roten Straße für die Erhaltung der Hausprojekte in der Roten Straße und eine sozialere Wohnungspolitik in Göttingen in Bewegung durch die Innenstadt. Nach Schätzung der Polizei waren etwa 350 Demonstrierende unterwegs. Die Veranstalter sprachen von rund 400 Personen.

Vier Initiativen an Demo für bezahlbaren Wohnraum beteiligt

Vier Initiativen seien an der Demonstration beteiligt, erklärte Lisa Hoffmann, Pressesprecherin der Hausprojekte Rote Straße. Neben den Hausprojekten Rote Straße gingen noch die Wohnrauminitiative, die Grobiane aus Grone und eine Initiative aus Mietern in der Zimmermannstraße für bezahlbaren, sozialverträglichen Wohnraum auf die Straße. „Es geht nicht nur um die Rote-Straße-Projekte, sondern um die Wohnraumthematik in der ganzen Stadt“, erklärte Hoffmann.

„Die Mieten in der Innenstadt sind im vergangenen Jahr um ein Viertel gestiegen“, tönte es von einer Sprecherin der Hausprojekte aus den Boxen auf einem Auto, über die unterwegs verschiedene Redebeiträge zu hören waren. Sie sprach von einer „Verdrängung in die Peripherie“. Es gehe beim bezahlbaren Wohnraum nicht um Gemütlichkeit, sondern um das „Recht auf Stadt“. Deshalb forderten sie unter anderem den Stopp des Verkaufs öffentlichen Eigentums.

Sprecherin der Hausprojekte Rote Straße: „Das Studentenwerk hat die Sanierungen seit den 1970er-Jahren verschleppt“

Vom Platz der Synagoge, durch die Goethe-Allee zum Kornmarkt, von dort weiter durch die Innenstadt in die Rote Straße und von hier weiter zum Hauptcampus vor das Studentenwerk zogen die Demonstrierenden, die größtenteils Studierenden sind. Songzeilen wie „Befreit eure Blocks von den Bonzen“ aus dem Rapsong „Antiturista 2“ wechselten sich mit Parolen und Redebeiträgen ab. Letztere handelten tatsächlich nicht nur vom Streit um die Hausprojekte in der Roten Straße. So forderte eine Sprecherin der Anwohner-Initiative vom Waageplatz die „sofortige Öffnung des Gebäudes“ der alten JVA, die seit zehn Jahren leer stehe. „Wir wollen, dass kaputte Häuser für uns zum Wohnen saniert werden“, sagte sie.

Eine Rednerin der Initiative Grobian aus Grone beschwerte sich über die Adler Real Estate AG, die nicht in Häuser investiere und Anfang des Jahres auch noch falsche Nebenkostenabrechnungen geschickt habe. „Manche warten noch heute auf ihre Nachzahlungen.“ Die Hausprojekte Rote Straße benannten nicht nur Probleme, sondern auch einen kleinen Teilerfolg: Ihr Engagement habe schon geholfen – bereits im Frühjahr diesen Jahres sollten laut Studentenwerk die Sanierungen in der Roten Straße beginnen. „Halte dein Wort, Magull“, sagte eine Sprecherin der Hausprojekte. Jörg Magull ist der Geschäftsführer des Studentenwerks, dem die Häuser in der Roten Straße gehören. Die Bewohner kritisierten aber weiterhin, dass das Studentenwerk die Studenten für die Sanierung der „sanierungsbedürftigen Häuser“ – „Das Studentenwerk hat die Sanierungen seit den 1970er-Jahren verschleppt“, kritisierte eine Sprecherin – durch Mieterhöhungen zur Kasse bitten wolle.

Von Hannah Scheiwe

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