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Göttingen „Wir weigern uns, Feinde zu sein“
Die Region Göttingen „Wir weigern uns, Feinde zu sein“
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00:18 25.12.2017
2014 kommt es beim Aufeinandertreffen von pro- und ati-israelischen Kundgebungen zu Auseinandersetzungen. Quelle: Heller
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Göttingen

Drost, Vorstandsmitglied des Vereins „Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung“ und Hildebrand von der Deutsch-Palästinensische Gesellschaft kritisieren in einem offenen Schreiben den US-Präsidenten ebenso wie die Siedlungspolitik Israels. Trump habe damit die Lage in Israel und besonders der dort lebenden 4,5 Millionen palästinensischen Menschen verschärft, so die Verfasser.

„Wir weigern uns, Feinde zu sein“

Eine Kritik an dieser Politik dürfe aber weder als Antisemitismus noch als pauschale Verurteilung des Staates Israel missverstanden werden. „Wir rufen zu einer friedlichen Kundgebung auf, ohne Hetzparolen gegen wen auch immer und ohne das Verbrennen jeglicher Fahnen. Wir weigern uns, Feinde zu sein.“ Nur ein Ausgleich auf Augenhöhe zwischen beiden Völkern könne ein Schritt in Richtung Frieden sein.

Zeitgleich zu der antiisraelischen Demonstration im Bereich des Bahnhofs wurde auf dem Albaniplatz eine Kundgebung zur Unterstützung Israels genehmigt.

„Wir wollen nicht tatenlos dabei zusehen wie Israel öffentlich dämonisiert und jüdisches Leben in Deutschland durch offenen Hass verunmöglicht wird“, heißt es in dem Aufruf von Jachad, Göttinger Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus. Seit Jahren seien Demonstrationen gegen Israel „ein beliebtes Forum um offen antisemitische Parolen zu äußern und Hass gegen Juden zu schüren“.

Dort zeigte man sich am Freitag erstaunt über die räumliche Verlegung der Kundgebung auf die Nordseite des Albaniplatzes am Übergang von Herzberger Landstraße zur Bühlstraße. Die Stadt begründe die Entscheidung mit dem erhöhten Bedürfnis nach Sicherheitsempfinden der Besucher des Weihnachtsmarktes. „Dass ausgerechnet eine Kundgebung, die sich gegen Antisemitismus und Hass auf Israel positioniert, das Sicherheitsempfinden stören soll, befremdet uns doch zutiefst“, so ein Sprecher des Bündnisses.

Unterstützt wird Jachad durch Association Progrès, den Fachschaftsrat Sozialwissenschaften an der Uni und die Hochschulgruppe der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft.

Laut Anmeldung werden jeweils etwa 50 Teilnehmer erwartet. Beginn beider Kundgebungen ist um 13.30 Uhr.

Von Markus Scharf und Michael Brakemeier

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