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Göttingen Der Holtenser Streit-Berg
Die Region Göttingen Der Holtenser Streit-Berg
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09:01 23.02.2017
Diskussion um geplantes Baugebiet am Holtenser Berg. Symbolfoto. Quelle: Richter
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Holtensen

Stefan Mayer vom Fachdienst Stadt- und Verkehrsplanung der Stadt Göttingen gab sich während der Ortsratssitzung größte Mühe für den Flächennutzungsplan zu werben, doch am Ende half es nichts: Der Ortsrat Holtensen lehnte den Plan mit Ausnahme zweier Enthaltungen einstimmig ab. Zu tief sitzt in Holtensen die Enttäuschung über das geplante Baugebiet am Holtenser Berg. Auf einer Fläche von elf Hektar sollen dort 280 Wohneinheiten entstehen. Zu viel für die Infrastruktur und den Verkehr des Ortes, meint der Ortsrat, der bereits vor Monaten das Vorhaben kritisierte.

„Das bedeutet rund 1000 neue Bewohner, viele davon werden auch Kinder sein“, sagte Jürgen Sackbrook (CDU), die Kindertagesstätte und die Grundschule seien bereits voll. Hinzu kämen zusätzliche Autos und mehr Verkehr, warnte Karin Schultz (CDU) und sagte: „Dass die Europaallee dafür leistungsfähig genug ist, das glaube ich im Leben nicht.“

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Das größte Problem sehen die Holtenser jedoch in puncto Wasser: Durch die Versiegelung der Baufläche und das zusätzliche Abwasser der neuen Wohnkomplexe befürchtet der Ortsrat einen Stau im Wassergraben, über den das Regen- und das Abwasser abfließen sollen. „Das Wasser fließt ins Dorf und die Keller laufen voll“, erklärte Ortsbürgermeisterin Karla Busch (SPD). Mayer verwies zwar auf ein Regenrückhaltebecken, das in einer ersten Bebauungsskizze enthalten ist, doch die Frage, „wo soll das Wasser hin?“, stellten gleich mehrere Ortsratsmitglieder während der Sitzung. Da die Ortsratsmitgleider auch im Landschaftsplan keine Antwort darauf fanden, lehnten sie diesen ebenfalls ab.

Dennoch stellt man sich in Holtensen auf eine Bebauung und somit auf Wasser- und Verkehrsprobleme ein: „Für uns ist schon klar, dass die Stadt das trotzdem durchzieht“, sagte Busch. Denn die Verwaltung braucht keine Zustimmung des Ortsrates für das Bauvorhaben.

Von Yannick Höppner