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Göttingen Deutlich mehr Krätze-Fälle im Raum Göttingen
Die Region Göttingen Deutlich mehr Krätze-Fälle im Raum Göttingen
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14:30 24.11.2017
Krätze: Erste Anzeichen sind häufig ein Brennen der Haut und Juckreiz.
Krätze: Erste Anzeichen sind häufig ein Brennen der Haut und Juckreiz. Quelle: dpa-tmn
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Göttingen

Nach Angaben des Gesundheitsamtes wurden in der ersten Jahreshälfte 2017 aus dem gesamten Kreisgebiet 22 Krätze-Fälle gemeldet, seit Jahresmitte bisher 29. Dieser Anstieg könnte mit einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes zusammenhängen: Seit 17. Juli müssen unter anderem „auch die Leiter von Altenheimen, Obdachlosenunterkünften, gemeinschaftlichen Unterbringungen von Asylbewerbern, Justizvollzugsanstalten das Gesundheitsamt benachrichtigen“, wenn ein Verdacht auf Scabies besteht. Zuvor galt die Meldepflicht nur für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wie Schulen und Kinderheime. Das erklärt allerdings nicht, warum bereits in der ersten Jahreshälfte erheblich mehr Menschen mit Krätze registriert wurden als in den Vorjahren. Dazu gibt es auch vom Gesundheitsamt keine Aussage - ebenso wenig darüber, in welcher Art von Einrichtungen viele Krätze-Fälle registriert werden. Im „Umgang mit den anvertrauten Daten“ müsse eine mögliche Zuordnung auf einzelne Gemeinschaftseinrichtungen vermieden werden.

Bei einer Scabies-Erkrankung graben sich Krätzmilben in die obere Hautschicht des Menschen ein und legen Eier und auch Kot in die Hautgänge. Die Folge sind Hautreaktionen - nach Angaben des Gesundheitsamtes in der Regel nach zwei bis sechs Wochen. Erste Anzeichen sind häufig ein Brennen der Haut und Juckreiz. Nach einiger Zeit können stecknadelgroße Bläschen, gerötete erhabene Knötchen oder Pusteln hinzukommen. Die Übertragung erfolgt in erster Linie direkt über längeren engen körperlichen Hautkontakt. Gelegentlich werden die Milben auch über Kleidung, Bettwäsche und ähnliches übertragen. Bei Verdacht auf Krätze sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen. Für die Behandlung gibt es laut Gesundheitsamt wirksame Medikamente.

Von Ulrich Schubert

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