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Göttingen Deutsch-Ägypter weist IS-Vorwürfe zurück
Die Region Göttingen Deutsch-Ägypter weist IS-Vorwürfe zurück
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00:20 17.01.2019
Mahmoud Abdel Aziz. Quelle: Heinzel, Matthias
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Göttingen/Kairo

In einem Video auf der Kommunikations-Plattform Facebook erklärte der 23-Jährige aus Göttingen, er sei „ein Student wie jeder andere Student in Deutschland“. Er hoffe darauf, „dass ich schnellstmöglich mein hart erkämpftes Stipendium in Saudi-Arabien wieder antreten darf“.

„Islam ist Frieden“

Der Islam, so Mahmoud Abdel Aziz, „ist Frieden“ und lehre keine Kriminalität. Er gehöre keiner Sekte an und folge auch „keiner Privatperson, die Gewalt predigt“. Außerdem distanziere er sich vom „Islamischen Staat“. Er habe vollständiges Vertrauen in die deutschen Behörden, dass er seine völlige Freiheit wiedererlangen werde.

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Unterdessen hat Ägypten einen weiteren Mann aus Deutschland, einen 18-jährigen Gießener, wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Islamisten abgeschoben. Die staatlich gelenkte Zeitung „Al-Ahram“ veröffentlichte am Montag Fotos des jungen Mannes bei der Sicherheitskontrolle und am Check-in am Flughafen Kairo. Dem Bericht zufolge soll eine Befragung der ägyptischen Behörden gezeigt haben, dass der junge Mann an die Ideologie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) glaube. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte am Mittag in Berlin, dass der Mann wieder in Deutschland ist.

Verbindungen zum IS

Der Gießener habe Online-Verbindungen zu IS-Mitgliedern gehabt und beabsichtigt, sich im Norden der Sinai-Halbinsel dem IS anzuschließen, der dort gegen Sicherheitskräfte kämpft und Terrorakte verübt, verlautete aus Sicherheitskreisen. Er sei am frühen Montagmorgen in ein Flugzeug nach Deutschland gesetzt worden.

Der 18-Jährige war am 17. Dezember in Luxor festgenommen worden. Die Polizei fand Karten des Sinai und einen Kompass in seinem Gepäck. Befragungen hätten dann ergeben, dass er der IS-Ideologie anhänge und online in Kontakt mit IS-Mitglieder gestanden habe. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ soll der junge Mann in Deutschland von Polizeibeamten befragt werden, um die gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen zu klären.

Der Vater erhob schwere Vorwürfe gegen die ägyptischen Behörden. Auf den veröffentlichten Fotos seien blaue Flecken am rechten Auge zu sehen. Sein Sohn sei gefoltert worden und leide unter körperlichen und psychischen Schmerzen.

Der 18-Jährige galt seit Mitte Dezember zunächst als verschwunden, als er über Luxor in das nordafrikanische Land einreisen wollte. Erst vergangene Woche hatte das Auswärtige Amt bestätigt, dass sich der Mann in Gewahrsam der ägyptischen Behörden befindet.

Von Matthias Heinzel (mit dpa)

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