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Göttingen Deutsches Primatenzentrum: Zahl der Versuchstiere deutschlandweit gestiegen
Die Region Göttingen Deutsches Primatenzentrum: Zahl der Versuchstiere deutschlandweit gestiegen
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14:57 30.10.2013
Affen im Deutschen Primatenzentrum Göttingen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Dies sei gegenüber 2011 ein "leichter Anstieg" um vier Prozent. In den beiden Jahren davor war die Zahl der Versuchstiere dagegen leicht zurückgegangen.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr mehr als drei Millionen wissenschaftliche Eingriffe an Wirbeltieren vorgenommen worden, sagte Treue weiter - ein Anstieg von knapp sechs Prozent gegenüber 2011. Diese Zahl sei nicht gleichzusetzen mit der Zahl der eingeschläferten Tiere. Zu den wissenschaftlichen Eingriffen zählten etwa auch Blutentnahmen, die normalerweise ähnlich unkompliziert verliefen wie bei Menschen.

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Treue berief sich auf Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Die Versuchstiere seien beispielsweise eingesetzt worden, um Krankheiten zu erforschen oder um die Sicherheit von Medikamenten, Inhaltsstoffen oder medizinischen Produkten zu testen. Dabei verlange das Gesetz in Deutschland auch den Einsatz von Primaten.

Jedes 1000. Versuchstier ein Primat

So seien 60 Prozent der 1.686 im vergangenen Jahr eingesetzten Affen für gesetzlich vorgeschriebene Giftigkeits- und Sicherheitsprüfungen zum Schutz von Patienten und Konsumenten eingesetzt worden. "Insgesamt ist nur jedes Tausendste Versuchstier ein Primat", betonte Treue. Im Vergleich zu anderen Nutzungen von Tieren, etwa für die Ernährung, sei die Zahl der in der Forschung eingesetzten Tiere sehr gering, betonte Treue.

So seien 2012 in Deutschland etwa 58 Millionen Schweine, fast vier Millionen Rinder und knapp 700 Millionen Geflügeltiere geschlachtet worden. Im Laufe eines Lebens würden für jeden Deutschen im Durchschnitt mehr als 700 Hühnchen geschlachtet, aber nur zwei Mäuse für biomedizinische Forschung benötigt. In dem vor 36 Jahren gegründeten Deutschen Primatenzentrum arbeiten rund 400 Wissenschaftler aus 30 Ländern.

Dazu kommen Helfer und Studenten in den vier Freilandstationen in Peru, Senegal, Madagaskar und Indonesien. Tierschützer haben mehrfach das Ausmaß der Versuche in Göttingen kritisiert. Im Primatenzentrum würden mehr als 1000 Affen aus acht verschiedenen Arten zu Forschungszwecken gehalten und gezüchtet, erklärte die Initiative "Ärzte gegen Tierversuche".

epd