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Göttingen Deutschland-Stressbällchen zum Halbfinale
Die Region Göttingen Deutschland-Stressbällchen zum Halbfinale
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11:55 09.07.2010
Ein regelrechter Fan-Shop: Die Leitung des "Trendy" in Göttingen hat mit dem Finaleinzug gerechnet.
Ein regelrechter Fan-Shop: Die Leitung des "Trendy" in Göttingen hat mit dem Finaleinzug gerechnet. Quelle: Pförtner
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„Die haben wir noch und Überzieher für Außenspiegel“. Ob sie die noch umsetzen, bezweifelt die Verkäuferin.

Im Dekogeschäft Butlers in der Weender Straße wurden einen Tag nach der 0:1 Niederlage gegen Spanien keine Deutschland-Tassen mehr verkauft. „Dafür drei aus Spanien“, seufzt Filialleiterin Annette Wefzow. Und vor der Partie waren knetbare Stressbällchen in Deutschland-Optik der Renner.

Keiner der befragten Händler in der Göttinger Fußgängerzone hatte damit gerechnet, dass zu dieser Weltmeisterschaft so viele Fan-Artikel verkauft werden. Girlanden und Mützen mussten importiert werden. Schminkstifte und die neuen Spiegelfahnen waren sehr schnell ausverkauft, so einige Händler. „Wir haben die WM unterschätzt“, gibt Karstadtverkäufer Stefan Semmler zu. „Das war schade für alle Beteiligten“. Deshalb habe man sich vor dem Halbfinalspiel noch einmal kräftig eingedeckt.

„Jetzt haben wir auch genug Spiegelfahnen im Lager“, sagt Namer Nagshabandi. Er hat das Trendy in der Groner Straße in einen regelrechten Fan-Shop verwandelt. „Vor dem Halbfinale haben wir noch einmal richtig viel verkauft“, sagt er. Und am Donnerstag sei dann der Umsatz eingebrochen. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass Deutschland verliert“. Jetzt hängen große Reduziert-Schilder über Fan-Schlüsselanhängern, Taschen in Landesfarben und den Gitterbrillen. „Aber die WM geht ja für uns noch bis Sonnabend“, so Nagshabandi.

Daran erinnert einen Tag nach der Niederlage wenig in der Göttinger Fußgängerzone. Selbst Fahrradwimpel wurden nicht gesichtet. Mit seinem Deutschland-Trikot fällt Dominco Droszella plötzlich auf. „Das Trikot habe ich mir schon vor Jahren gekauft“, sagt Droszella. Er trage es nicht nur zur Weltmeisterschaft. „Zusätzlich habe ich auch noch einen Schminkstift – weggeschmissen wird nichts“.

Das gilt auch für die WM-Fanartikel: Was nicht verkauft wird, kommt ins Lager. „Nächstes Jahr ist die Frauen-WM“, sagt Dennis Ölge vom Lebensmittelmarkt Rewe. „Die Waren verfallen ja nicht“. Und: „Wir dürfen bis dahin nicht unsere Landesfarben ändern“, sagt Semmler.

Von Florian Heinz

Update: In der letzten Version wurde leider das Geschäft "Bon Prix" mit dem benachbarten "Trendy" in der Groner Straße verwechselt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen, fh.

Britta Bielefeld 08.07.2010
Matthias Heinzel 08.07.2010
08.07.2010