Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Dezernent geht in Ruhestand
Die Region Göttingen Dezernent geht in Ruhestand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 01.02.2019
Verabschiedung von Dezernent Siegfried Lieske Quelle: Markus Hartwig
Göttingen

Lieske, der von 2011 an zunächst Dezernent für Jugend, Schule und Ordnung und seit 2015 Dezernent für Personal, Schule und Jugend war, fand in seiner Abschiedsrede mahnende Worte. Der Grüne warnte vor der „Wiedereinführung der sozialen Separierung“ von Schülern. Es könne nicht angehen, dass sich Schulen für ihr Konzept die passenden Schüler aussuchten. Sie sollten stattdessen ihre pädagogische Arbeit den Schülern anpassen, die da seien, betonte der Sonderpädagoge, der vor seiner Zeit in Göttingen bei der Bezirksregierung Detmold als Leitender Regierungsschuldirektor tätig war.

Nachfolgerin Maria Schmidt

Eine einheitliche Bildungspannung der Stadt von der Krippe bis zur beruflichen Bildung sei auf dem Weg, so der Beamte. „Nicht endgültig geklärt“ sei die Frage der Schulstruktur in der Stadt und jenseits der Stadtgrenzen. Lieske wünschte seiner Nachfolgerin, Maria Schmidt (Grüne), dass sie „mit bewährter Erfahrung, mit nüchternem Sinn und Witz, mit Herz und Mut“ ans Werk gehe. Die 52-Jährige hat 25 Jahre lang in der Göttinger Stadtverwaltung gearbeitet, davon elf Jahre als Leiterin des Fachbereichs Schule. Zuletzt war sie Erste Beigeordnete der Stadt Höxter und Vertreterin des dortigen Bürgermeisters.

Dank sprach Lieske seiner Ehefrau Christhilde und den drei Kindern aus, von denen zwei zur Verabschiedung gekommen waren. Der Dezernent würdigte seine Kollegen im Rathaus sowie in den Landkreisen Göttingen und Northeim. Die Zusammenarbeit mit Northeim gewinne aufgrund des Südniedersachsenprogramms, der Bildungsregion und durch die Jugendhilfe Süd-Niedersachsen an Bedeutung. Er habe den Kontakt „auf Augenhöhe“ zu Kollegen „jedweder Gehaltsstufe“ gesucht. „Amtliche Einsamkeit“ habe er daher „nie wirklich gespürt“.

Stefan Wenzel und Jürgen Trittin

Anerkennung zollte der Beamte der Politik, insbesondere seinen grünen Parteifreunden. Zu seiner Verabschiedung waren unter anderem der ehemalige Niedersächsische Umweltminister, Stefan Wenzel, und der ehemalige Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Jürgen Trittin, gekommen.

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler

Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) würdigte insbesondere Lieskes Engagement für benachteiligte Kinder, denen er einen „guten Start ins Leben“ ermöglichen wolle. Der Dezernent habe sich für Inklusion und Verteilungsgerechtigkeit eingesetzt. An die Anwesenden appellierte der Oberbürgermeister, dass sie „den ehemaligen Beamten“ nicht mit dem Antragen von Ehrenämtern überfordern sollten. Köhler: „Nehmen Sie Rücksicht auf einen Menschen im Ruhestand“.

Göttinger Verein für Jugendfragen

Lieske, der von den Gästen mit Wein, Pralinen und Blumen beschenkt wurde, bat um Spenden für den Göttinger Verein für Jugendfragen. Der 1965 gegründete Zusammenschluss unterstützt Kinder und Jugendliche der Stadt, die in ihrer Entwicklung gefährdet sind, durch gezielte Fördermaßnahmen.

Von Michael Caspar

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Weiterverkauf von großen Teilen des ehemaligen IWF-Geländes am Nonnenstieg durch den Projektentwickler EBR sorgt für heftige Diskussionen. Die einen sprechen von Profitgier; die anderen betonen, der Verkauf sei legal, und die Verpflichtung zu sozial orientiertem Wohnungsbau bleibe bestehen.

30.01.2019

Am Sonntag ist der neue Göttingen-Tatort in der ARD zu sehen. Maria Furtwängler und Florence Kasumba ermitteln erstmals gemeinsam. Die Schauspielerinnen haben sich am Dienstag in das Goldene Buch der Stadt eingetragen. 400 geladene Gäste kamen zur Preview ins Cinemaxx.

30.01.2019

Dr. Wolfgang Körber, Chefarzt der Abteilung für Pneumologie am Evangelischen Krankenhaus Weende, teilt die Zweifel von mehr als 100 Lungenfachärzten an der jetzt veröffentlichten Studie des Umweltbundesamtes zur Feinstaub- und Stickoxidbelastung. Allerdings werde die derzeitige Diskussion sehr erhitzt geführt.

29.01.2019