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Göttingen Diabetes-Messe klärt über Volkskrankheit und Therapiemöglichkeiten auf
Die Region Göttingen Diabetes-Messe klärt über Volkskrankheit und Therapiemöglichkeiten auf
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16:00 23.03.2019
Maria Meyer (r.) führt einen Blutzuckertest bei Messebesucherin Ingrid Brendel durch.
Maria Meyer (r.) führt einen Blutzuckertest bei Messebesucherin Ingrid Brendel durch. Quelle: Kuno Mahnkopf
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Göttingen

Die Zahl der Diabetiker in Deutschland steigt. Das spiegeln auch die Besucherzahlen der Göttinger Diabetes-Messe wieder, die von den 7a-Apotheken ausgerichtet wird. Nach Zwischenstation in der Stadthalle ist die Messe am Sonnabend in die umgebaute alte Mensa am Wilhelmsplatz zurückgekehrt. Die Resonanz war groß.

Kein erhobener Zeigefinger

„Es geht um Aufklärung und Beratung – ohne erhobenen Zeigefinger“, sagt Organisatorin Heike Linne. Vor 20 Jahren haben sich sieben mit Filialen inzwischen auf zehn angewachsene Göttinger Apotheken zusammengeschlossen, um sich auszutauschen, gemeinsam Vorträge anzubieten und Mitarbeiter zu schulen. Ein fester Baustein im Programm der 7a-Apotheken ist seit 14 Jahren die Diabetes-Messe. Umlagert waren am Sonnabend die Stände der Aussteller, darunter Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln, Insulin und Darmhormonen ( „Unser Ziel sind möglichst wenig Schwankungen zwischen Unter- und Überzuckerung“). Die AOK informierte über den versteckten Zuckergehalt in Lebensmitteln, Messebesucher konnten sich einem Blutzuckertest unterziehen sowie einen Überblick über Blutdruck-Messgeräte, Kompressionsstrümpfe, Kanülen, Lanzetten, Präparate gegen gereizte Augenlider und Nagelpilz, Diabetikersocken, Silikon-Schaumverbände, Pads zum schmerzfreien Reinigen von Wunden und mehr verschaffen.

Die Göttinger Diabetes-Messe 2019 in der alten Mensa am Wilhelmsplatz hat viele Informationen rund um die Volkskrankheit geboten. Quelle: Kuno Mahnkopf

Obwohl für immer mehr Menschen Gesundheit und Ernährung Züge einer Ersatzreligion annehmen, ist die Volkskrankheit Diabetes weiter auf dem Vormarsch. Bundesweit gebe es bis zu acht Millionen Diabetiker, eine erschreckende Zahl, sagt Arnfred Stoppok am Infostand der Diabetiker Niedersachsen e.V.: „Die Fast-Food-Generation ist in die Jahre gekommen, die Zivilisationskrankheit breitet sich weiter aus.“ Stoppok ist Vorsitzender des auch bei sozialen Fragen helfenden Landesverbandes, in dem 30 Bezirksverbände mit diversen Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen sind. Wie dramatisch die Situation ist, verdeutlicht der nationale Diabetesplan, an dem das Bundesgesundheitsministerium strickt. Von den Vereinten Nationen wurde Diabetes zu einer globalen Bedrohung der Menschheit erklärt.

Fatale Folgeerkrankungen

Beim im Volksmund als Altersdiabetes bekannten Typ 2 spiele die Ernährung eine tragende Rolle, die Bewegung schlage mit etwa 30 Prozent zu Buche, berichtet Stoppok. Der Anteil der Typ-1-Diabetiker liege bei etwa 15 Prozent. „Der Arzt hat nur wenige Minuten, es sind aber viele Kontrollen nötig“, verdeutlicht Stoppok die Bedeutung gegenseitiger Aufklärung und weist auf den von den Kassen unterstützten Risikotest hin. Diabetes könne Folgeerkrankungen vom Infarkt bis zum Schlaganfall, von der „Horrorerkrankung“ Fußsyndrom bis zum Auge auslösen.

Die Göttinger 7a-Apotheken richten die Messe bereits seit 14 Jahren aus. Quelle: Kuno Mahnkopf

„Diabetes tut erst einmal nicht weh, hat aber fatale Langzeitfolgen“, warnt auch Peter Böning, Seniorchef der Göttinger Sternapotheke. Sorgen bereitet ihm, dass es immer mehr diabetische Kinder gebe, die häufig ausgegrenzt würden. Das disziplinierte Leben, das Diabetiker führen müssen, werde zunehmend durch neue Therapien und Alltagshilfsmittel erleichtert. Dafür bietet die Göttinger Diabetes-Messe Jahr für Jahr ein Forum.

Von Kuno Mahnkopf

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