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Göttingen Die Bürgermeister-Kandidaten für Adelebsen stellen sich vor
Die Region Göttingen Die Bürgermeister-Kandidaten für Adelebsen stellen sich vor
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19:33 11.09.2013
Von Jörn Barke
Quelle: Stratenschulte/DPA (Symbolfoto)
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Norbert Hasselmann tritt für die Grünen an

„Einer von hier – einer für alle“: So werben die Grünen in der Gemeinde Adelebsen für ihren Kandidaten Norbert Hasselmann. Der hat in der Tat von den vier Kandidaten am meisten Lokalkolorit zu bieten.

Er wurde 1951 in Güntersen geboren und ging dort zur Grundschule. Sein Abitur und seinen Doktor in Chemie machte er in Göttingen. Ab 1980 wirkte er als Dozent an der Chemieschule Münden, 1995 wurde er Mitgründer und stellvertretender Schulleiter an der Akademie Münden und Göttingen.

Der 62-jährige wohnt in Güntersen und ist dort seit 1991 im Ortsrat aktiv. 2011 wurde er Ortsbürgermeister des Dorfes. Im Kreistag wirkt Hasselmann seit 1991, mit Ausnahme der Jahre von 2001 bis 2006.

Von 2001 bis 2011 war Hasselmann zudem Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Münden, seit 2009 ist er ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Göttingen. Hasselmann ist Vater von zwei Kindern und seit dem vergangenen Jahr auch Großvater.

Seit 1997 hat Hasselmann ein humanitäres Hilfsprojekt in Comalapa in Guatemala aufgebaut. Er ist Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Partnerschaft mit den Mujeres Mayas, der in Comalapa seit 1998 eine Schule, eine medizinische Ambulanz und ein Geburtszentrum betreibt.

Unter seinen politischen Schwerpunkte führt Hasselmann Schulpolitik, Kultur- und Partnerschaftsthemen, Sportpolitik und Sportstättenförderung an. Ein Anliegen ist ihm zudem, den demographischen Wandel zukunftsfähig zu gestalten.

Die Dörfer müssten noch attraktiver  werden, damit sie lebendig blieben, meint Hasselmann, der sich um die Probleme vor Ort kümmern  will. Zudem will er den Klimawandel stoppen und die Energiewende forcieren.

Darüber hinaus ist ihm Arbeit gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus wichtig.

Holger Frase geht für die SPD ins Rennen

Er ist der jüngste der vier Bürgermeister-Kandidaten für den Flecken Adelebsen: Der 35-jährige Holger Frase tritt für die SPD an. Er beschreibt sich selbst als „jung, dynamisch und unverbraucht“.

Geboren und aufgewachsen ist er in Magdeburg, wo er 1997 sein Abitur ablegte. Sein Studium der Rechtswissenschaft absolvierte er in Göttingen.

In dieser Zeit arbeitete er auch als studentische und wissenschaftliche Hilfskraft und wirkte in einer Marketingberatung. Sein Referendariat absolvierte er am Landgericht Kassel.

Seit 2007 ist er als Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei in Adelebsen tätig. Er vertritt dabei die Rechtsgebiete Familienrecht, Verkehrsrecht, Arbeitsrecht, Sozialrecht, Erbrecht, Strafrecht und Bußgeldverfahren. Frase ist verheiratet und Vater einer vierjährigen Tochter. Die Familie lebt in Adelebsen.

Frase will sich für eine bürgernahe Verwaltung und transparente Verwaltungsabläufe einsetzen. Die Beteiligung der Bürger an gesetzlichen Verfahren reiche nicht mehr aus, meint er. Es müsse viel früher eine aktive Informationspolitik einsetzen.

Als Mitglied der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender und Selbstständiger im Flecken Adelebsen ist Frase die Wirtschaftsförderung besonders wichtig. Darüber hinaus ist für ihn der Umgang mit dem demographischen Wandel ein wichtiges Thema.

Frase will sich zudem für Maßnahmen der Kinderbetreuung, eine gezielte Jugendarbeit und die Erhaltung der Albert-Schweitzer-Haupt- und Realschule in Adelebsen einsetzen.

Als Bürgermeister will Frase zudem für ausgeglichene Finanzen in der Gemeinde sorgen. Er tritt ein für die Förderung der Vereine und die weitere Entwicklung der Feuerwehr.

Er stehe außerdem für eine Energiewende mit den Bürgern und für eine Verbesserung der Straßen, so der SPD-Bürgermeisterkandidat.

Die Bürgermeisterkandidaten für den Flecken Adelebsen haben auf einen Bierdeckel geschrieben, warum die Adelebser Sie am 22. September unbedingt wählen sollen!

Klaas Otte tritt als Einzelkandidat an

Als Einzelbewerber geht Klaas Otte in die Wahl um das Bürgermeisteramt in Adelebsen. Er wurde zur Wahl zugelassen, nachdem er mehr als die erforderlichen 54 Unterschriften für eine Einzelkandidatur gesammelt hatte.

Otte hat mit seinen 38 Jahren eine wendungsreiche politische Biographie hinter sich. Nach seiner Zeit bei den Linken gründete er die Wählergemeinschaft Bürger für Bürger Adelebsen mit, die laut Otte noch besteht.

Mit den überörtlichen Freien Wähler überwarf sich Otte jedoch und ging zur AfD. Seine Bewerbung für das Bürgermeisteramt erfolge ohne Parteibindung, betont Otte. Gleichwohl ist er Mitglied der AfD und war dort auch Beisitzer im Kreisvorstand.

Anfang August trat er von diesem Amt zurück und begründete dies damit, dass im Kreisvorstand weiterhin Mitglieder wie Lars Steinke aktiv seien, die den Anschein erweckten, mit rechtem Gedankengut zu sympathisieren.

Otte kritisierte in diesem Zusammenhang auch den Vorsitzenden Matthias Hans, der sich des Problems nicht angenommen habe. Er werde seine ganze Kraft darin setzen, rechtes Gedankengut zu bekämpfen, denn dieses habe in der AfD nichts zu suchen, so Otte.

Als Steinke, Hans und der ebenfalls umstrittene Lennard Rudolph Ende August von ihren Parteiämtern zurücktraten, signalisierte Otte, wieder im Vorstand mitarbeiten zu wollen.

Otte begründet seine Kandidatur damit, dass es für die Bürger eine Alternative zu den Kandidaten der etablierten Parteien geben müsse. Als wichtige Themen nennt Otte sichere Bahnübergänge, Winterdienst und Tourismus.

Er spricht sich gegen „Monsterwindräder“ aus, will den Schulstandort erhalten und fordert Jugendräume für alle Orte des Fleckens. Der 38-Jährige ist gelernter Restaurantfachmann und nach eigenen Angaben seit Jahren als selbstständiger Unternehmer tätig.

Elke Vetter geht für die CDU ins Rennen

Sie sei „mit Leib und Seele in der Gemeindeverwaltung für die Bürgerinnen und Bürger tätig“, sagt Elke Vetter, die als Parteilose für die CDU in das Rennen um das Bürgermeisteramt in Adelebsen geht.

Die 51-Jährige hat eine geradlinige Karriere in der Verwaltung hingelegt. 25 Jahre lang, von 1978 bis 2003, war Vetter bei der Stadt Osterode in verschiedenen Bereichen tätig, zuletzt als stellvertretende Fachbereichsleiterin.

Seit 2003 ist Vetter Leiterin des Amtes für Allgemeine Verwaltung und Bürgerservice beim Flecken Bovenden. Die 51-Jährige hat Abschlüsse als Diplom-Verwaltungswirtin und Diplom-Verwaltungsbetriebswirtin erlangt.

Sie ist nebenamtliche Lehrkraft für die Fächer Staatsrecht und Kommunalrecht am Studieninstitut Hannover, Lehrgangsort Göttingen. Als Dozentin für Kommunalrecht des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes bildet sie Ratspolitiker fort.

Außerdem ist sie Mentorin im Projekt der Volkshochschule Göttingen „Frauen in Führung 2.0.“

Vetter wohnt mit ihrem Mann in der Ortschaft Marke, die zu Osterode gehört. Vetter wirkt in dem Dorf als Ortsvorsteherin. Im Fall ihrer Wahl will sie sich eine Wohnung im Flecken Adelebsen mieten, „um vor Ort präsent zu sein“.

Zu ihren Zielen für den Flecken Adelebsen zählt Vetter den Ausbau einer Bürger- und serviceorientierten Verwaltung. Außerdem will sie sich für die Förderung und Anerkennung ehrenamtlichen Engagements einsetzen.

Als weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit nennt sie Wirtschaftsförderung, Ausbau der familiengerechten Lebensbedingungen, Weiterentwicklung der touristischen Angebote, stabile Finanzen in der Gemeinde und eine Weiterentwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs.

Darüber hinaus will sie den demografischen Wandel und die Energiewende gestalten.