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Göttingen Die Gemeinde Rosdorf darf jetzt selbst Knöllchen verteilen
Die Region Göttingen Die Gemeinde Rosdorf darf jetzt selbst Knöllchen verteilen
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16:49 18.06.2013
Von Andreas Fuhrmann
Aufgeschrieben: Rosdorf kontrolliert jetzt selbst Falschparker.
Aufgeschrieben: Rosdorf kontrolliert jetzt selbst Falschparker. Quelle: Heusel
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Rosdorf

Jetzt fehlt nur noch eine entsprechende Ermächtigung des Landkreises Göttingen. Diese werde aber voraussichtlich noch in dieser Woche erwartet, sagte Ordnungsamtschef Jörg Kaufmann.

Landkreis kontrolliert nicht

Der Landkreis war bislang für die Überwachung des ruhenden Verkehrs in der Gemeinde Rosdorf zuständig – und genau darin lag nach Ansinnen der Politiker das Problem. Denn der Landkreis kontrollierte erst gar nicht. „Weil es keinen Bedarf gibt“, wie Landkreissprecher Marcel Riethig zu Beginn der Debatte vor gut einem Jahr sagte (Tageblatt berichtete).

Das wollte die Politik nicht hinnehmen. Denn selbst direkt vor der Gemeindeverwaltung und der benachbarten Heinrich-Grupe-Schule hielten sich tagtäglich viele Autofahrer nicht an das dort geltende Parkverbot – darunter auch viele Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen oder diese von dort abholen würden, erzählten einige Bürger. Nur helfen konnte ihnen niemand. Sie erhielten stattdessen den Rat, Anzeige zu erstatten. Das ging vielen aber dann doch zu weit.

Überwachung wird Gemeinde übertragen

Jetzt wird die Überwachung des ruhenden Verkehrs also der Gemeinde übertragen. Hintergrund ist ein Antrag der Gruppe CDU/Grüne. Deren Vertreter zeigten sich am Montagabend denn auch zufrieden. Denn, so Gerhard Winter (CDU): „Das geht so nicht weiter.“ Er hoffe, dass sich nun möglichst viele Autofahrer an die Parkverbote halten. Auch Jörg Kunkel (SPD) erkannte den „Handlungsbedarf“ an. Die Neuregelung habe erzieherischen Charakter. Das sei notwendig geworden, „weil sich viele nicht an die Regeln halten“. Man müsse allerdings auch eingestehen, dass dies zu mehr Bürokratie führe – und zu höheren Kosten.

Vrerwaltungsmitarbeiterin auf Weiterbildung

Wahrnehmen soll die Aufgabe eine Mitarbeiterin der Verwaltung, der dafür 22 Arbeitsstunden pro Woche zur Verfügung stehen. Diese absolviere derzeit bereits eine Weiterbildung, sagte Ordnungsamtschef Kaufmann. Zu potenziellen Kosten und Einnahmen könne man noch keine Angaben machen. Bereits innerhalb der nächsten vier Wochen soll sie ihre neue Arbeit aufnehmen.

Die Überwachung des ruhenden Verkehrs haben sich auch die Gemeinden Adelebsen, Gieboldehausen und Staufenberg übertragen lassen – „mit unterschiedlichem Erfolg“, sagte Kaufmann. In Gieboldehausen nehme man dadurch zum Beispiel 2500 bis 3000 Euro pro Jahr ein, was aber nicht die Kosten decke.