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Göttingen "Die Leute kommen nicht rein und raus"
Die Region Göttingen "Die Leute kommen nicht rein und raus"
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21:19 05.07.2009
Baustelle: An der Kreuzung der alten B 3 und dem Feldtorweg entsteht ein Kreisverkehr.
Baustelle: An der Kreuzung der alten B 3 und dem Feldtorweg entsteht ein Kreisverkehr. Quelle: Swen Pförtner
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Schon seit mehreren Jahren habe die Gemeinde sich bemüht, Fördermittel für den Bau eines Kreisverkehrs zu bekommen, sagt Bovendens Bauamtsleiter Klaus Melnikow. Die alte Ampel war sanierungsbedürftig, Laut Betreiberfirma seien für die Anlage keine Ersatzteile mehr zu bekommen. Weil auch im Rahmen der Städtebauförderung keine Mittel für die Kreuzung fließen sollen, habe der Flecken sich entschlossen, die Maßnahme nun selbst zu tragen. Etwa 320000 Euro hat er für den Bau eines Kreisels mit einem Durchmesser von 28 Metern und grüner Mittelinsel veranschlagt.

Während der Bauphase ist die Nord-Süd-Achse einspurig befahrbar. Für die Zufahrt über den Feldtorweg ins Zentrum müssen Verkehrsteilnehmer aus Richtung Göttingen die Umleitung über den Sonnenberg nehmen. Vom Norden her fahren sie über Steffens- oder Mühlenweg. Ins Unterdorf geht es über die Breite Straße. Lediglich der Busverkehr verläuft auf den üblichen Strecken.

Richtig sauer über die Baustelle ist Horst Schebela an der Göttinger Straße. 1999 habe er seine Tankstelle schließen müssen, 2005 wurde vor seinem Laden eine Bushaltestelle gebaut. Mit der Straßensperrung habe es ihn jetzt das dritte Mal getroffen. „Die Leute kommen nicht rein und nicht raus“, klagt Schebela und spricht von mehr als 50 Prozent Einkommenseinbußen.

Auf „eine baldige Beendigung des Bauvorhabens“ hoffen auch die Geschäftsleute von Feldtorweg und -passage, sagt Sprecherin Meike Hampe. Die Betroffenen wünschen sich eine Beschilderung zu ihren Geschäften. Besonders wichtig sei das für die Feldtorapotheke, die am Göttinger Notdienst beteiligt ist. Um die Bauzeit an diesem wichtigen Knotenpunkt für Bovenden zu verkürzen, hätte man noch mehr Fachleute einsetzen müssen, so Hampe. 

Auch im Unterdorf sind die Anlieger unzufrieden: Der Lieferverkehr sei stark eingeschränkt, schildert Steinmetz Markus Füllgrabe. Er bemängelt, dass die Gemeinde nicht im Vorfeld mit den Geschäftsleuten gesprochen habe. „Mehrere Wochen ohne Publikumsverkehr, da leidet man doch.“ Klaudia Wolf vom Friseurgeschäft ergänzt: Auch für Fußgänger sei es schwierig, den Weg zu den Betrieben zu finden. Um die Schilder an der Göttinger Straße an beiden Seiten der Baustelle hätten sich die Geschäftsleute selbst gekümmert. Sie selbst habe bislang aber keine Einbußen. 

Trotz vieler Klagen bleibt alles wie geplant. „So kann die Gesamtmaßnahme am schnellsten durchgezogen werden. Davon haben dann alle etwas“, erklärt Melnikow aus dem Bauamt. „Wir bemühen uns, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.“ 

Jetzt ist eine weitere Baustelle hinzugekommen: Seit Ende Juni verlegen die Gemeindewerke an der Geschäftsstraße von der Einmündung Südring bis Am Junkernberg eine neue Wasserleitung als Ersatz für eine alte, marode Leitung. 

Von Ute Lawrenz

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