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Göttingen Traditionen, Wurzeln und Geschichte
Die Region Göttingen Traditionen, Wurzeln und Geschichte
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15:07 31.03.2017
Von Katrin Westphal
Angela Sohnrey
Angela Sohnrey Quelle: Wenzel
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Göttingen / Münden

„Die Aufgabe von Angela Sohnrey ist nun, die Zusammenarbeit mit den Ortsheimatpflegern auf Osterode auszuweiten und die Heimatpflege im neuen Landkreis weiter zu entwickeln“, erklärte Kreisrat Marcel Riethig. Darin sieht Sohnrey auch eine große Herausforderung, denn Ortsheimatpfleger gibt es nicht überall. „Wir haben im alten Landkreis zwar auch richtige Löcher, aber der Landkreis Osterode ist extrem“, sagte Sohnrey. Sie war bisher Kreisheimatpflegerin des früheren Landkreises Göttingen und hat sich in Bonaforth seit 2005 als Ortsheimatpflegerin engagiert. Als ihr Osteröder Pendant war Klaus Gehmlich bis Oktober 2016 tätig.

Ein Ortsheimatpfleger sollte die Geschichte des Ortes kennen, Zeugnisse bewahren und als Bindeglied den Kontakt zu Bewohnern und Gemeindepolitik herstellen, erklärte Sohnrey. Außerdem solle ein Ortsheimatpfleger die Eigenart seines Ortes ins Bewusstsein der Menschen bringen. Schließlich habe jedes Dorf eigene Traditionen, Wurzeln und Geschichte. „Ortsheimatspflege ist wichtig, damit die Ortschaften nicht als Einheitsbrei wahrgenommen werden.“

Bei ihrer Aufgabe käme es darauf an, „den Überblick zu behalten und Denkanstöße zu geben“. Dazu bietet sie wöchentliche Sprechstunden an, gibt Anregungen über Rundbriefe, organisiert Tagungen und will möglichst dicht an jeweiligen Ortsgeschehen sein. Als Außenstehende könne sie Anstöße geben: „Wenn man in seinem Ort unterwegs ist, nimmt man vieles nicht so wahr“, sagte sie.

Die Anliegen der Menschen seien sehr unterschiedlich: Beim Thema Bauen gebe sie oft Hilfestellungen und unterstütze bei der Spurensuche. Einmal entdeckte ein Hausbesitzer beim Sanieren eine Inschrift, die er nicht entschlüsseln konnte. Sohnrey entzifferte die Inschrift mit Hilfe alter Akteneinträge.

Sohnrey hat Geologie studiert und ist über die eigene Ahnenforschung zur Heimatpflege gekommen. Bei der Jugendhilfe Südniedersachsen betreut sie minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. Das sei sehr spannend, denn die Jugendlichen nähmen Heimat komplett anders wahr. Dass sich Menschen beheimatet fühlen, sei fürs Zusammenleben wichtig. Denn „Heimat kann man nur teilen, wenn man sie besitzt“, erklärte Sohnrey.

Sohnrey ist donnerstags von 14 bis 16 Uhr unter Telefon 0551/525-2502 und per E-Mail an kreisheimatpflege@online.de zu erreichen.