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Göttingen Das sind die schönsten Spielplätze in Südniedersachsen
Die Region Göttingen Das sind die schönsten Spielplätze in Südniedersachsen
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13:15 03.08.2019
Rutschen wie im Kletterwald auf der Schillerwiese in Göttingen zählen zu den beliebten Geräten auf Spielplätzen. Quelle: Foto: Richter
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Göttingen/Duderstadt

Allein im Göttinger Stadtgebiet finden sich aktuell 119 Spielplätze mit unterschiedlichstem Angebot. In der Region kommen weitere mehrere Hundert hinzu. Das Tageblatt hat einige davon herausgesucht und stellt ihre Vorzüge vor.

„Bing-Spielplatz“ Geismar

Engagierte Eltern schufen den Bing-Spielplatz

Vor 45 Jahren gründete eine Gruppe engagierter Eltern den Verein Bing (Bürger-Initiative-Naherholung-Geismar). Ihr Ziel war, einem brachliegenden Grundstück an der Ecke Bornbreite/Charlottenburger Straße neues Leben einzuhauen. Es entstand ein Spielplatz, der sich von dem Standard der 1970er-Jahre unterscheiden sollte. Seither ist regelmäßig neues Spielgerät angeschafft und aufgestellt worden. Freiwillige kümmern sich bei Arbeitseinsätzen im Frühjahr und Herbst um die Pflege des Areals, ansonsten kümmert sich die Stadt um den Platz. Die Attraktionen: Kurvenrutsche von etwa 14 Metern Länge, Seilbahn, Bolzplatz, Köhlerhütte und Spielhäuschen, Großschaukeln und verschiedene Wippen. 2019 sollen auf dem Gelände außerdem Fitness-Trainingselemente aufgestellt werden.

„Kinderspielplatz Kletterwald“ Schillerwiese

Idyllisch gelegen: die Spielgeräte auf der Schillerwiese.

Inmitten des Naherholungsgebiets Schillerwiese im Göttinger Ostviertel liegt seit 2002 der „Kinderspielplatz Kletterwald“. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass die hölzernen Spielgeräte mit den umgebenden alten Bäumen zu verschmelzen scheinen. Der Parcours ist mit seinen Plateaus, Pfaden und Netzen eine spannende Herausforderung auch für größere Spielkinder. Die großen Wiesen, ein angrenzender Bachlauf und eine fußläufig erreichbare Minigolfanlage runden das Angebot ab. Die Attraktionen: Großer Kletterparcour, Sandkästen, Drehscheibe, Schaukeln (auch für Kleinkinder), Wippen und Sandkasten.

Kiessee-Spielplatz und Treckerspielplatz

Abenteuer auf hoher See: das Spiel-Schiff am Kiessee. Quelle: Niklas Richter

Einer der wohl am besten besuchten Göttinger Spielplätze ist das Holzschiff, das am Göttinger Kiessee vor Anker liegt. Hier können Kinder Pirat sein, auf verschiedenen Routen das Boot entern, rutschen oder im Sand spielen, während die Eltern nebenan auf der Wiese entspannen. Als attraktive Ergänzung können Familien auf der gegenüberliegenden Seite mit einem Tret- oder Paddelboot tatsächlich in See stechen. Von hier aus ist außerdem der Treckerspielplatz am Haus des Sports in nur wenigen Minuten erreichbar – ebenfalls ein großes Areal zum Spielen für die Kleinen. Die Attraktionen (für beide Plätze): Piratenschiff, Reifenschaukel, Wasserspiel, Rutsche, Sandkasten, Wipptiere, Kletterwand, Babyschaukel und Basketballkorb.

Mit echtem Traktor: der Treckerspielplatz am Sandweg.

Tabaluga-Spielplatz im Stadtpark Duderstadt

Auf dem Gelände der Landesgartenschau ist der Platz mit vielen Geräten angelegt.

Zur Landesausstellung „Natur im Städtebau“ (LNS) 1994 wurde in Duderstadt ein großer Spielplatz auf dem Ausstellungsgelände im Stadtpark eröffnet. Zum 25-jährigen Bestehen der LNS-Gesellschaft hat der Vorstand entschieden, den Platz zu erneuern und aufzuwerten. War er vorher schon ein Anziehungspunkt für junge Familien aus der Umgebung, so bietet der LNS-Spielplatz mittlerweile mehr als 20 unterschiedliche Spielgeräte. Das Wahrzeichen, eine Kletternetz-Pyramide, wurde erneuert, ein großes Klettergerüst mit Röhrenrutsche ergänzt. Dazu gibt es auch eine inklusive Schaukel, die Rollstuhlfahrern vorbehalten ist. Während des Spielfestes zum Eichsfeld-Festival am 8. September soll der Platz den Namen „Tabaluga-Spielplatz“ erhalten. Die Attraktionen: unter anderem Kletternetz-Pyramide, Klettergerät mit Röhrenrutsche, Wasserspielgeräte, Drehteller, Fußballtore, Basketballkorb, Volleyballnetz, inklusive Kinderschaukel, Nestschaukel. Dazu werden im September große Tabaluga-Figuren aufgestellt.

Traumspielplatz am Seeburger See

Bei schönem Wetter ist der Traumspielplatz ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, denn im Umfeld bieten sich vom Wandern über Bootsfahrten und Schwimmen zahlreiche weitere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung.

Eine Region im Spielplatzfieber: Nachdem die Bernshäuserin Nadin Kurth die Gemeinde Seeburg 2016 beim Wettbewerb von Radio ffn und der Spardabank angemeldet hatte, stimmten 86 422 Eichsfelder für die kleine Gemeinde am Seeburger See. Zu gewinnen gab es einen Traumspielplatz für 140 000 Euro. In direkter Nachbarschaft zum Naherholungsgebiet am See bot der bestehende Spielplatz die ideale Fläche für die neue Spielgeräte-Landschaft. 30 Freiwillige halfen beim Aufbau. Bei schönem Wetter ist der Traumspielplatz ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, denn im Umfeld bieten sich vom Wandern über Bootsfahrten und Schwimmen zahlreiche weitere Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Die Attraktionen: Piratenschiff, Piratenfestung, Piratenturm, Seilbahn, Vogelnestschaukel, Rotoschaukel, Pendelsitzschaukel, Balancieranlage und Basketballplatz.

Traumspielplatz in Bad Lauterberg

Im Herbst vergangenen Jahres eröffnet: der Traumspielplatz in Bad Lauterberg.

Auch Bad Lauterberg besitzt einen Traumspielplatz. Doch bis zur Umsetzung dauerte es etwas länger, und erst waren andere Wege erfolgreich. Bei der ersten Bewerbung über ffn und die Sparda-Bank-Stiftung siegte Seeburg. Auch bei den nächsten beiden Anläufen war die Lauterberger Beteiligung gut, aber es reichte nicht zum Sieg. Der Kinderschutzbund sammelte daraufhin fast 40 000 Euro an Spenden und bewarb sich bei der Spielplatz-Initiative des Herstellers Kompan. Der würdigte das Engagement der Lauterberger mit Platz eins seines Wettbewerbs. Am Ende wurde im Herbst 2018 ein vielfältiger Mehrgenerationen-Spielplatz eröffnet, der in den Kurpark eingebettet ist. Die Attraktionen: Zweiturm-Kletteranlage mit Kletterbrücke, Balancierseil, Drehspiele, Minischloss mit Edelstahlrutsche, lange Seilbahn, Spieltafel, Sandbagger, Wasserspielanlage sowie ein Sand- und Matschtisch mit Sitzen.

Freizeitanlage Vogts Teich in Northeim

Viel Trubel zwischen Vogelnest, Trampolin , Rutsche und Schaukel.

„Alles neu“ lautet das Motto auf dem Spielplatz der Freizeitanlage Vogts Teich in der Northeimer Südstadt: Ende Juli wurden die neuen Spielgeräte freigegeben. Die Stadtverwaltung hatte sich beim Radiosender „ffn“ („ffn-Spielplatzsommer“) beworben – und den Zuschlag erhalten: Die Anschaffung der Geräte wurde mit Geldern der Stiftung Sparda-Bank Hannover gesponsert. Das Gelände entspreche einer „parkähnlichen Anlage mit Büschen, schattigen Bäumen und sonnigen Plätzen“, so ein Sprecher des Fachbereichs Kultur. Im Mittelpunkt stehen die Kinder im Alter bis etwa zwölf Jahre: Sie haben das Vergnügen auf dem Bodentrampolin, auf einem Schnullerpfad, einer Wippe, in einer Doppel- sowie einer Nestschaukel, auf der Rutsche und dem kleinen, eingezäunten Bolzplatz. Auf dem Areal gibt es eine „funktionsfähige Toilettenanlage“, teilt die Verwaltung mit. Die Attraktionen: Zunächst sei das komplette Ensemble ein einziger Anziehungspunkt, so der Sprecher. Als besonders attraktiv könnte sich die Seilbahn erweisen – sie wird in der zweiten Augustwoche installiert.

Sechs Fragen an die Landschaftsarchitektin Johanna Sievers

Das Büro Spalink-Sievers aus Hannover war in Südniedersachsen an der Planung diverser Freiflächen beteiligt. Johanna Sievers spricht mit dem Tageblatt über die Kunst, einen guten Spielplatz zu bauen.

Was macht aus ihrer Sicht einen guten Spielplatz aus?

Ein guter Spielplatz liegt zentral in einem Quartier, ist gut einsehbar und sicher zu erreichen, die Spielgeräte sind in eine landschaftliche Gestaltung mit viel Rasen, Büschen und Bäumen eingebettet, es gibt Spiel- und Aufenthaltsangebote für alle Altersgruppen. Er ist sauber und gepflegt, es gibt sonnige und schattige Bereiche, das Gelände ist bewegt und über einen gepflasterten Weg barrierefrei erschlossen.

Sind Kinder heute mit Klassikern wie Schaukel, Rutsche oder Wippe noch zu begeistern?

Auf jeden Fall. Die Behauptung, Kinder wären viel glücklicher ohne diese traditionellen Angebote, kommt bezeichnenderweise nur von Erwachsenen, nie von den Kindern selbst. Schön ist es aber, wenn jeder Spielplatz dennoch eine ganz eigene Gestaltung aufweist und diese Angebote in unterschiedlicher Form ausgewählt werden. Eine mindestens ebenso große Bedeutung hat die Gestaltung, die räumliche Wirkung des Platzes insgesamt, z.B. durch die Wegeführung, die Anordnung der Spielangebote und deren Einbindung. Und es sollte immer auch an die Begleitpersonen gedacht werden, dass sie einen angenehmen Platz wahlweise in der Sonne oder im Schatten vorfinden, von dem aus sie das Spielgeschehen überblicken und sich mit anderen austauschen können.

Ihr Büro war an zahlreichen Projekten in der Region beteiligt. Lässt sich der Erfolg eines Spielplatzes planen?

Ich glaube schon – eine große Rolle spielt dabei allerdings das Thema der Beteiligung. Wenn die betroffenen Kinder und Erwachsenen im Einzugsbereich des Spielplatzes wirklich von Anfang an aufrichtig an der Planung der zukünftigen Gestaltung beteiligt sind, entstehen einfach bessere Entwürfe, und die Plätze werden besser genutzt. Zudem wird sorgfältiger damit umgegangen: Diese Erfahrung machen wir selbst in solchen Quartieren, die allgemein als „schwierig“ gelten.

Spielt das Thema Sicherheit heute eine größere Rolle?

Eindeutig. Das ist für mich aber vollkommen in Ordnung. Eltern müssen sich einfach darauf verlassen können, dass alle Anlagen den aktuellen Sicherheitsanforderungen entsprechen und auch laufend entsprechend gewartet werden, sodass sie ihre Kinder beruhigt dort spielen lassen können. Ebenso wichtig ist auch die Einsehbarkeit, sodass allzeit eine gute soziale Kontrolle möglich ist. Spielplatzplanung ist wirklich „nicht ohne“. Allerdings kann man auch feststellen, dass manche Erwachsenen sich geradezu hysterisch verhalten, wenn es um die Sicherheit auf Spielplätzen geht – wenn beispielsweise ein Kind hinfällt und sich die Knie aufschürft, ist garantiert die Unebenheit im Untergrund zu monieren und nicht die Ungeschicklichkeit des Kindes.

Macht es einen Unterschied, ob ein Spielplatz für die Stadt oder in einer ländlichen Gemeinde geplant wird?

Für mich nicht wirklich. Die Treffpunktfunktion von Spielplätzen ist auf dem Land genauso wichtig wie in der Stadt – die Kinder begegnen sich nicht einfach mehr beim Spiel vor dem Haus auf der Straße, wie es früher war. Leider ist es ja so, dass von der Politik häufig der Einwand kommt, dass Spielplätze auf dem Land ja nicht nötig wären, da dort ja so viel „Natur“ vor der Tür sei und viele Familien ein Haus mit Garten hätten. Für mich ist das nur ein vorgeschobenes Argument, um die Ausgaben dafür zu sparen. Dies ist eindeutig zu kurz und absolut nicht familien- und kinderfreundlich gedacht.

Haben Sie einen Lieblingsspielplatz in der Region Südniedersachsen?

Die Frage ist nicht fair... natürlich kenne ich die von unserem Büro gestalteten Spielplätze am besten und finde sie entsprechend gut. In Göttingen freue ich mich immer darüber, wie stark das Spielschiff am Kiessee genutzt wird, das wir im Auftrag der Städtischen Wohnungsbau anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums aufstellen durften. Richtig gut gefällt mir aber auch der Spielpark Lönsweg neben dem Awo-Haus und der Grundschule mit dem Holzdeck unter dem großen Ahornbaum, der Hügellandschaft, dem Sandspielbereich, der Nestschaukel, der Hangrutsche und dem Netzaufstieg, der Tischtennisplatte und den Bänken und Tischen. Es ist einfach für alle etwas da und es bleibt trotzdem noch genügend Platz für freies Spiel auf dem Rasen unter den Bäumen.

Sie erreichen die Autoren per Mail an:

r.franke@goettinger-tageblatt.de und

m.scharf@goettinger-tageblatt.de

Von Rüdiger Franke, Stefan Kirchhoff, und Markus Scharf

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