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Göttingen Diebesbande schraubt Laster in Göttingen auseinander
Die Region Göttingen Diebesbande schraubt Laster in Göttingen auseinander
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00:17 30.09.2013
Von Jürgen Gückel
Völlig demontiert: Frontklappen, Eckverblendungen, Stoßfängermodule mit Beleuchtungseinheiten und Außenspiegel. Quelle: Theodoro da Silva
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Dann machten sie sich in der Nacht zu Donnerstag ans Werk und demontierten fachmännisch an neun MAN-Zugmaschinen diverse Bauteile von der Frontklappe bis zu den Außenspiegeln. Der Schaden wird mit bis zu 40 000 Euro beziffert.

Der dreiste Diebstahl von Lastwagenteilen, dem die Göttinger Filiale von MAN Truck und Bus zum Opfer fiel, ist kein Einzelfall. Geschäftsührer Andreas Witzel hat schon von ähnlichen Taten gehört. Zuletzt schlugen Diebe in Langenhagen zu.

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Sie zerschnitten auch dort einen Drahtzaun zum MAN-Firmengelände in der Holstenstraße, bauten Stoßfänger, Spiegel und Reserveräder ab und transportierten sie in einem Lastwagen ab. Dort betrug der Schaden Anfang September 21 000 Euro.

Dennoch spricht man beim Landeskriminalamt (LKA), so Pressesprecherin Nadine Bunzler, nicht von einer Serie. Ein Tatzusammenhang konnte noch nicht hergestellt werden.

Unbekannte haben auf einem Firmengelände in der Hans-Böckler-Straße von neun abgestellten MAN-Zugmaschinen die Frontklappen, Eckverblendungen, Stoßfängermodule mit Beleuchtungseinheiten und Außenspiegel abmontiert und gestohlen. ©Theodoro da Silva

Diesmal müssen die Täter mit reichlich Personal und viel Zeit am Werke gewesen sein. Allein die Demontage von Frontklappen, Eckverblendungen, Stoßfängermodulen samt Beleuchtungseinheiten und der Außenspiegel kostete Zeit. Dabei konzentrierten sich die Diebe einzig auf weiße Fahrzeuge, die offenbar leichter auf dem Gebrauchtteilemarkt zu versilbern sind.

Rote oder silberfarbene Fahrzeuge rührten die Täter nicht an. Offenbar wurden die Diebe auch gestört. Einen Spiegel ließen sie an der letzten Schraube hängend zurück. Die Beute muss über eine teils unebene Strecke abtransportiert worden sein, ehe sie verladen wurde.

Mindestens zwei kräftige Männer sind nötig, um eine Stoßstange samt aller Scheinwerfer zu tragen.

Auf das gut gesicherte Gelände waren die Diebe gelangt, nachdem sie auf der Rückseite vom parallel zur A7 laufenden Lärmschutzwall den dort verlegten Natodraht (eine Art Stacheldraht) überwunden hatten – mutmaßlich mit einer Bohle. Dann wurde ein Pfad den Hang hinab angelegt.

Die Beute müssen die Täter – Witzel vermutet mindestens fünf Diebe – über den Wall bis  zum angrenzenden Autohaus getragen und dort verladen haben. Erst vor zwei Jahren war MAN in der Hans-Böckler-Straße Ziel von spezialisierten Dieben. Damals waren wertvolle Getriebe-Steuergeräte demontiert worden. Der Schaden betrug damals 70 000 Euro.

Dieser Artikel wurde aktualisiert