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Göttingen Diese Straßen in Südniedersachsen werden gesperrt
Die Region Göttingen Diese Straßen in Südniedersachsen werden gesperrt
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16:28 22.02.2019
Kröten paaren sich im Frühjahr, wandern zum Ablaichen an ihren Geburtsort zurück – und geraten dabei oft unter die Räder. Quelle: dpa
Göttingen

 Eine gefährliche Wanderung zurück an ihren Geburtsort unternehmen Kröten und andere Amphibien jedes Jahr aus Neue. Um die Tiere zu schützen, beginnen die Landkreise in Südniedersachsen mit der Straßensperrung und der Einführung von Tempolimits.

Uwe Zinke vom Nabu sperrt die Otto-Hahn-Straße für die Krötenwanderung (Archivbild). Quelle: Vetter

„Sobald die Temperaturen über 5 Grad steigen, setzt bei ausreichend feuchtem Wetter die Wanderung von Erdkröten, Grasfröschen, Molchen und anderen Amphibien ein“, sagt Ulrich Lottmann vom Landkreis Göttingen. „Die Überquerung von Straßen endet für die Tiere dabei häufig tödlich, da Amphibien etwa fünf Minuten zur Querung benötigen.“ Das Scheinwerferlicht der herannahenden Autos ruft bei ihnen außerdem eine Schreckstellung hervor, die sie in hohe Gefahr bringt. „Hunderte von Tieren werden so überfahren.“

Kröten wandern zum Ablaichen an Geburtsort

Die Kröten graben sich über den Winter ein, sagt Uwe Zinke vom Naturschutzbund Göttingen (Nabu). Wenn sie aus ihrem Winterlager kommen, sind sie bereit, ihren Laich abzuwerfen. Dafür kehren sie immer zu dem Teich zurück, in dem sie geboren wurden – und müssen manchmal weit wandern, um ihn zu erreichen.

Normalerweise beginnt diese Wanderung erst im März, sagt Zinke. „Die Kröten brauchen nachts zwischen sieben und neun Grad, um loszulaufen.“ Bei den aktuell frühlingshaften Temperaturen könnten die Tiere früher dran sein. „Das Wetter ist warm, aber zur Zeit gibt es noch Nachtfrost. Wir bereiten uns langsam vor.“

Naturschützer übernehmen Vorkehrungsmaßnahmen

Seit 19 Jahren hilft Zinke dabei, Warnschilder und Zäune an den betroffenen Straßen aufzustellen. Nach Angaben des Sprechers der Göttinger Stadtverwaltung, Dominik Kimyon, übernimmt der Nabu die Vorkehrungsmaßnahmen in der Stadt. „Wir rechnen damit, dass es Wanderungen im Bereich der Otto-Hahn-Straße und der Billingshäuser Schlucht geben wird“, sagt er.

Nach ihrem Winterlager wandern die Kröten los. Quelle: Hinzmann

Einen festen Zaun gibt es bereits. Etwa 90 bis 150 Meter und Warnschilder werden noch aufgestellt und insgesamt 30 Eimer vergraben, sagt Zinke. Abends wird die Straße gesperrt, so dass die Kröten ungefährdet wandern können. Viele von ihnen stoppen an den Zäunen und fallen dann in die Eimer. Wenn die Straße morgens geöffnet wird, sammeln die Tierschützer sie ein, um sie sicher zu ihrem Teich zu bringen.

Beim Fahren Rücksicht auf Sammler nehmen

Gerade auf der Otto-Hahn-Straße sei das gefährlich. „Die fahren da runter, wie die Verrückten“, meint Zinke. „Die Leute, die da sammeln, setzen ihr Leben dafür aufs Spiel.“ Er wünscht sich, dass die Autofahrer auf die ehrenamtlichen Sammler und auf die Kröten Rücksicht nehmen. Erdkröten stehen unter Artenschutz und sind auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten. Das Bewusstsein dafür habe sich bei den Menschen zwar verbessert, sagt Zinke. Aber es sei immer noch nicht genug angekommen.

Der Landkreis Northeim will voraussichtlich ab Anfang März Straßensperrungen, Tempolimits und Schutzzäune einrichten, sagt Dirk Niemeyer vom Landkreis. Im Landkreis Göttingen rechnet Lottmann damit, dass die Kröten bis Mitte April wandern. An allen betroffenen Straßenabschnitten werden Warnschilder installiert.

Zum Aufbauen der Schutzzäune, Leeren der Fangeimer und Zählen der Kröten sucht der Landkreis noch freiwillige Helfer, die sich telefonisch unter 05 51 / 52 54 49 oder per E-Mail an naturschutz@landkreisgoettingen.de melden können.

Straßensperrungen im Landkreis Göttingen

Im Landkreis Göttingen werden folgende Straßenabschnitte zwischen 19 und 6 Uhr gesperrt:

die Gemeindestraße von Appenrode bis Gelliehausen, die Straße „Auf dem Osterberg“ in Bilshausen und die L 531 zwischen Dahlheim und Nieste.

Auf folgenden Abschnitten gilt zwischen 19 und 6 Uhr ein Tempolimit von 50 Kilometern pro Stunde:

auf der L 554 westlich von Adelebsen, auf der L 533 / K 222 bei Benterode (Bruchhof bei Autobahnunterführung), auf der L 561 bei Gimte (Ballertasche), auf der K 212 zwischen Nienhagen und Escherode, auf der K 42 bei Ossenfeld (Richtung B 3), auf der B 446 zwischen Reyershausen und Nörten-Hardenberg, auf der K 102 bei Renshausen (Thiershäuser Teiche) und auf der L 563 zwischen Uschlag und Heiligenrode.

Straßensperrungen im Landkreis Northeim

Im Landkreis Northeim werden folgende Straßenabschnitte zwischen 19 und 6.30 Uhr gesperrt:

die K 408 zwischen der B 248 und Denkershausen (die Umleitung erfolgt über die K 409), die K 444 bei Uslar „Am Eisteich“, die K 641 bei Bad Gandersheim Richtung Heckenbeck, die K 643 zwischen Beulshausen und Heckenbeck, die Straße zum Bergsee in Delliehausen (Zufahrt zum Aussiedlerhof und zum Campingplatz bleibt uneingeschränkt möglich), die Hagenteichgasse in Westerhof, die Gemeindeverbindungsweg zwischen Hammenstedt und Suterode, die Zufahrtsstraße zum Waldgasthaus „An den Teichen“ in Einbeck.

Auf folgenden Straßenabschnitten gelten zwischen 19 und 6.30 Uhr ein Tempolimits:

auf der L 487 bei Erzhausen im Bereich des Pumpspeicherwerkes, auf der K 409 zwischen Katlenburg und Elvershausen in Höhe der Kiesteiche, auf der K 431 beginnend in Höhe des Naturdenkmals „Eichengruppe“ an der ehemaligen Braunkohlengrube „Eiserner Gustav“ bis Ende des nördlich gelegenen Spielplatzes, auf der K 449 zwischen Uslar und Wiensen im Bereich am Eisteich (Teilstück mit Dauerzaun), auf der K 444 zwischen Uslar und Gut Steimke im Bereich des Eisteichs, auf der K 602 beim Dragoneranger nördlich Oldenrode, auf der K 603 bei der Fissekentalstraße im Bereich der Teichanlagen (Auf Grund witterungsbedingter Unterschiede gilt die Maßnahme hier vom 26. März bis 18. April), in der Stadt Bad Gandersheim die Hildesheimer Straße ab Abzweigung Clus bis Ortseingang Bad Gandersheim (von Kilometer 1,9 bis 2,3), auf der L 487 zwischen Einbeck und Volksen, in der Stadt Northeim an der Zufahrt zum Gesundbrunnen und im Bereich der Teiche, auf der K 617 zwischen Wrescherode und Schachtenbeck, auf der K 420 bei Elvese in Richtung Hillerse (von Kilometer 5,7 bis 6,4), auf der K 420 zwischen Nörten-Hardenberg und Elvese in Höhe Rammelsberg und Klärteiche Zuckerfabrik (von Kilometer 2,1 bis 3,2) und auf der K 435 zwischen Hardegsen und Trögen am Leisenröder Teich (von Kilometer 3,2 bis 2,6).

Von Norma Jean Böger

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