Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen “The same procedure as every Year, James”
Die Region Göttingen “The same procedure as every Year, James”
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:50 14.01.2018
Der Silvester-Klassiker im Theater im OP. Quelle: Arne Bänsch
Anzeige
Göttingen

Zwei TV-Sendungen gehören zu einem deutschen Jahreswechsel: Alfred Tetztlaffs “Silvesterpunsch” aus der Serie ”Ein Herz und seine Seele” und natürlich Lauri Wylies “Dinner for one”. Die selbe Prozedur wie im letzten Jahr: Der Inhalt des Sketches ist Programm und so schauen die Deutschen seit 1972 Jahr für Jahr das Stück des britischen Komikers Freddie Frinton. Jahr für Jahr richtet er als Butler James den 90. Geburtstag von Miss Sophie her. In diesem Jahr hat das Theater im OP viermal das Stück aufgeführt - alle Vorstellungen waren ausverkauft.

Respekt vor dem Sketch

Der Tisch, gedeckt mit weißem Tischtuch, silbernen Kerzenhaltern und englischem Porzellan. Ganz wie im TV-Sketch. Zwei Tischlein mit Farn, eine Anrichte mit Speisen und vor allem mit den für die Geschichte unverzichtbaren Getränken. Ein (Plüsch)-Tigerfell am Boden, natürlich mit Kopf zum drüber stolpern und Biedermeier-Stühle: Schon auf den ersten Blick zeigt sich, diese Inszenierung von Regisseurin Karin Reilly respektiert das Stück und versucht nicht krampfhaft, origineller als das Original zu sein.

Anmoderiert von Conferencier Jürgen Bittrich geht es los. Zuvor haben fünf Musiker (Gregor Kilan, Wong Tsz, Dominique Schlaak, Hannah Bartel und Daniel Adler) das Stück Charmaine gespielt – auch die Musik ertönt hübsch nostalgisch und sehr nah am Original. Bei einem Gläschen Sekt ein feiner Einstieg in den Silvesterabend. James, gespielt von René Anders, ist ein ebenfalls in die Jahre gekommener Butler. Da die vier Freunde von Miss Sophie bereits 25 Jahre zuvor das Zeitliche gesegnet haben, gibt er Jahr für die Jahr die Gästeschar. Anders hat Frinton genau studiert. Gestik, Mimik, Stimme, er spielt den James wie Frinton es tat, nur eben etwas jünger. Frinton war bei der Aufzeichnung des Kult-Sketches im Jahr 1963 bereits Mitte 50, was der Motorik des betagten James, wenn er schwankend über den Tiger stolpert, näher kommt, als Anders’ leichtfüßigeres Spiel. Miss Sophie, der Inbegriff einer alten Lady wird, sehr britisch, gespielt von Daniella Wood.

Zeitloser Humor

Wer, wie viele im Publikum, das Stück kennt und ganze Passagen mitsprechen könnte, weiß, wann was passiert. Und es funktioniert immer noch und immer wieder, ohne Lachen geht es einfach nicht. Egal ob beim Stolpern, beim Hacken zusammenschlagen oder beim Blumenvasen leer trinken, das Stück macht einfach Spaß. Traditionell inszeniert, schwungvoll gespielt, mit Livemusik und Sekt, das alles passt zusammen wie “Champagne with the Bird”. Lachen muss man tatsächlich auch live im Theaterstück an den Stellen, an denen auch schon das Publikum in der TV-Version gelacht hat. Offenbar ist dieser Humor zeitlos.

Ungeklärt bleibt wohl die Frage, warum ein Stück auf englisch in Deutschland seit Jahrzehnten so beliebt ist, dass ein ganze Generation weiß, dass Sophie „Port with the fruit!” wünscht.

Im Theater im OP belohnten die Gäste die Schauspieler immer wieder mit Zwischenapplaus und viel Beifall zum Schluss.

Na dann, Cheerio

Das Original mit Frinton und seiner Kollegin May Warden wurde im Mai 1963 beim NDR in Hamburg aufgezeichnet und 1972 erstmals zu Silvester gesendet. Seit dem gehört der Sketch um Butler James und Miss Sophie zum Jahreswechsel in deutschen Wohnzimmern einfach dazu.

James, der für Mister Winterbottom, Mister Pommeroy, Admiral von Schneider und Sir Toby Portwein, Weißwein, Sekt und Sherry trinken und stets einen Toast ausbringen muss, und Miss Sophie werden seit Beginn unsynchronisiert gezeigt, eine große Ausnahme im TV. Und auch auf der Bühne bleiben die Dialoge wie sie sind. “You look younger than ever, younger than ever”. Seltsamerweise ist das Stück in England ziemlich unbekannt.

Dinner for One steht, so die Theatermacher, steht mit den meisten Ausstrahlungen einer TV-Sendung überhaupt in Deutschland im Guinness-Buch der Rekorde. Na dann, Cheerio.

Dinner for One

James muss nun nicht nur seiner Arbeitgeberin das Menü – Mulligatawny-Suppe, Schellfisch aus der Nordsee (North Sea haddock), Hühnchen (chicken) und Obst (fruit) – servieren, sondern auch den vier imaginären Herren die jeweils von Miss Sophie ausgewählten Getränke (Sherry, Weißwein, Champagner und Portwein) einschenken, in ihre Rollen schlüpfen und auf die Gastgeberin jeweils einen Toastausbringen, Dinner for One ist eine der wenigen Sendungen, die im deutschen Fernsehen unsynchronisiert auf Englisch gezeigt werden; Im Vereinigten Königreich selbst wurde Dinner for One nur vereinzelt ausgestrahlt und ist dort bis heute weitgehend unbekannt. bib

Von Britta Bielefeld

Göttingen Silvester 2017 in Göttingen - Friedlicher Start ins neue Jahr

Die Göttinger haben weitgehend friedlich in das neue Jahr gefeiert, auch das Böllerverbot in der Innenstadt wurde überwiegend eingehalten. Die Feuerwehren hatte alle Hände voll zu tun. Erneut sind Retter mit Böllern beworfen worden.

01.01.2018

Die Selbsthilfegruppe für Frauen mit Sportverletzungen sucht weitere Gründungsmitglieder. Unterstützt und begleitet wird die Gruppe von der Göttinger Kontakt- und Informations- und Beratungsstelle (KIBIS).

31.12.2017
Göttingen Debatte um Wölfe in Niedersachsen - Ehbrecht fordert Aufnahme der Wölfe ins Jagdrecht

Für eine Aufnahme der bisher unter besonderem Schutz stehenden Wölfe in das Jagdrecht hat sich der südniedersächsische Landtagsabgeordnete Thomas Ehbrecht (CDU) ausgesprochen. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) kündigte zuvor an, eine Wolfsverordnung zu erarbeiten.

31.12.2017