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Göttingen Dioxin: „Man muss ja nichts riskieren“
Die Region Göttingen Dioxin: „Man muss ja nichts riskieren“
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20:07 14.01.2011
Genießen das Vertrauen ihrer Kunden: Cornelia Rabe mit Werderhof-Eiern.
Genießen das Vertrauen ihrer Kunden: Cornelia Rabe mit Werderhof-Eiern. Quelle: Hinzmann
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Das macht sich auch bei den Verkäufern bemerkbar: „Wir setzen uns täglich mit dem Thema auseinander“, klagt das Ehepaar Rabe vom Werderhof. Die Kunden fragen viel nach, ob alles in Ordnung sei. Aber: „Die Kunden kaufen auch“, sagt Cornelia Rabe. Dort, wo man dem Verkäufer halt vertraue.

Die Nachfrage nach Eiern sei schon geringer, bemerkt auch Karstadt-Geschäftsführer Michael Noß. „Damit ist das Thema aber auch schon erfreulicherweise erledigt.“ Noß vermutet, das es die Discounter stärker betrifft. Fleisch werde nach wie vor gekauft. Noß will aber nicht ausschließen, dass sich da noch etwas ändert: „Das Thema erreicht uns immer etwas zeitverzögert.“ Über mangelnde Nachfrage kann sich Franziska Näther vom Bio-Laden „M. Boyer“ in der Burgstraße nicht beklagen. Im Gegenteil: „Ich glaube, die kommen jetzt eher zu uns, als in den Supermarkt.“ Dennoch, auch Näthers Kunden sind verunsichert. So habe eine Kundin Näther gefragt, ob sie für die Eier bürgen würde. Näther beruhigte die Kundin damit, dass sie der Lieferanten voll vertraue. Die seien ihr schließlich persönlich bekannt.

Im Frischmarkt Gellersen greifen die Kunden ebenfalls lieber zu den Bio-Eiern. „Die verkaufen wir umso mehr“, berichtet Dieter Gellersen. Verunsicherung auch beim Geflügel. Am Kühlregal hängt deshalb ein Schreiben des Erzeugers an die Käufer. Doch Gellersen weiß: „Papier ist geduldig.“ Studentin Laura Beukenberg läuft gerade an der Kühltheke vorbei. Eier kauft sie nicht, schon allein, weil das im Wohnheim kein geeignetes Lebensmittel sei. Aber: „Man muss ja nichts riskieren.“

Drei weitere Betriebe mit Dioxin-Futter

Im Landkreis Northeim sind drei weitere Fälle im Dioxin-Skandal bekannt geworden. Wie der Landkreis gestern mitteilte, wurde in drei Schweinehaltungsbetrieben dioxinhaltiges Futter an die Tiere verteilt. Bei den Betrieben handelt es sich um zwei Sauen haltende und einen Mastbetrieb. Die Betriebe wurden sofort durch die Veterinärbehörde des Landkreises gesperrt und überprüft. 250 Tiere haben belastetes Futter erhalten. Einige Tiere werden jetzt geschlachtet, das Fleisch auf die Dioxinkonzentration untersucht. Erst wenn die Laboruntersuchungen abgeschlossen sind, dürfen die Tiere regulär geschlachtet werden. Zumindest dann, wenn die Ergebnisse negativ ausfallen. bib

luk