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Göttingen Weiter Diskussion um „Schandfleck“ Stockleffmühle
Die Region Göttingen Weiter Diskussion um „Schandfleck“ Stockleffmühle
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17:48 19.06.2018
Die Sockleffmühle am Waageplatz und Leinekanal. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Die Stadtverwaltung Göttingen lehnt einen Verkauf der denkmalgeschützten, aber maroden Stockleffmühle am Waageplatz zum Preis eines symbolischen Euros ab. Die CDU im Rat der Stadt Göttingen hatte im März einen entsprechenden Antrag gestellt.

„Der vom Antrag angeregte Verkauf einzig mit dem Ziel einer schnellen Veräußerung gänzlich ohne oder nur unter geringfügiger Betrachtung der künftigen Nutzungen wird von Seiten der Verwaltung hinsichtlich einer geordneten Entwicklung des Quartiers kritisch gesehen“, heißt es dazu in einer Stellungnahme des Fachbereich Planung, Bauordnung und Vermessung zum CDU-Vorschlag.

Die Mühle vom Leinekanal aus gesehen. Quelle: Christina Hinzmann

Schandfleck in exponierter Innenstadtlage“

Für die CDU ist die entkernte Mühle, deren Zustand sich zusehends verschlechtere, ein „Schandfleck in exponierter Innenstadtlage“. Daher hatte die Fraktion, in der Hoffnung auf eine schnelle Lösung des Problems, angeregt, einen Investor für die Sanierung der historisch bedeutsamen Stockleffmühle am Leinekanal zu finden, bevor die Stadt als Eigentümerin der Mühle Sanierungsarbeiten fortführt oder die Städtischen Wohnungsbau damit beauftragt. Der Investor sollte Referenzen dafür bieten, „dass er sowohl denkmalschutzgerecht wie in angemessener Zeit eine Sanierung durchführen kann“. Beim Verkauf solle auch der symbolische Preis in Höhe von einem Euro akzeptiert werden. Wenn das vorgelegte Nutzungskonzept stimmt, soll, so die CDU, eine gastronomische Nutzung, wie etwa von der Stadtverwaltung in der Vergangenheit stets bevorzugt, nicht zwingend sein.

„Schandfleck in exponierter Innenstadtlage“. Quelle: Christina Hinzmann

Köhler: „Der Knoten muss durch. Notfalls auch mit ,Basta’.“

Die CDU nimmt in ihrem Antrag Bezug auf die Neujahrsansprache von Rolf-Georg Köhler (SPD). Der Oberbürgermeister habe den Stillstand beklagt und für dieses Jahr eine schnelle Lösung angekündigt, so die CDU.

Köhler sagte im Januar, dass es sich „nicht mehr die desolate Lage der Stockleffschen Mühle am Waageplatz anschauen“ mag. „Wir wollen das Objekt in das Sanierungsprogramm für die nördliche Innenstadt aufnehmen, für das wir vom Land allerdings noch kein OK haben“, sagte Köhler. „Mir ist lieber: Wir schaffen das selbst und vor allem schneller. Der Knoten muss durch. Notfalls auch mit ,Basta’. Geredet darüber haben wir lange genug.“

Hoffen auf Städtebauförderung

Unterdessen setzt die Verwaltung weiter auf das von Köhler angesprochene Sanierungsprogramm für die nördliche Innenstadt. So werde die Mühle auch bei der vorbereitenden Untersuchungen „Nördliche Innenstadt“ betrachtet. „In finanzieller Hinsicht bestünde bei erfolgreicher Aufnahme in das Städtebauförderprogramm die Möglichkeit, Städtebaufördermittel für Umbaumaßnahmen zu akquirieren“, heißt es in der Verwaltungsantwort.

Die CDU sieht das jedoch skeptisch: „Die offensichtliche Absicht der Verwaltung, in einem neuen Sanierungsverfahren erhebliche Sanierungsmittel speziell für die Stockleffmühle zu gewinnen, kann sich nach den bisherigen Erfahrungen mit dem Museumskomplex am Ritterplan als äußerst trügerisch erweisen.“

Historisches Gebäude: Verfallen, zugewuchert, aber unter Denkmalschutz. Quelle: Christina Hinzmann

Wichtiger Baustein in der Entwicklung der Innenstadt

Die Verwaltung verweist darauf, dass die Mühle wegen ihrer historisch bedeutsamen Bausubstanz und exponierten Innenstadtlage ein wichtiger Baustein in der Entwicklung der Innenstadt von Göttingen sei. Dabei seien „die nicht einfachen bautechnischen, rechtlichen und auch finanziellen Aspekte“ in Einklang zu bringen. „Aus diesem Grund erfordert die Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes eine ganzheitliche Betrachtung“, folgert die Verwaltung.

Einen Verkauf von Mühle und Grundstück schließt die Verwaltung nicht aus, wohl aber eine „wie auch immer geartete finanzielle Beteiligung der Stadt Göttingen an Umbau, Unterhaltung und Betrieb“. Ein Investor müsse die Belange des Denkmalschutzes beachten.

Bauausschuss tagt am Donnerstag

Der Verkauf der Mühle ist am Donnerstag, 21. Juni, Thema im Bauausschuss des Rates. Beginn der Sitzung in Raum 118 des Neuen Rathauses, Hiroshimaplatz 1-4, ist um 16 Uhr. Weitere Themen sind unter anderem der Neubau „Gothaer Haus“, Weender Straße 80, 380-kV-Leitung von Wahle nach Mecklar und die Entwicklung neuer Baugebiete auf dem Holtenser Berg.

Von Michael Brakemeier

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