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Göttingen Dorfliste, WG und andere Mischgruppen
Die Region Göttingen Dorfliste, WG und andere Mischgruppen
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18:18 11.08.2011
Von Ulrich Schubert
Gemeinschaftssinn: 2007 überzeugte Groß Lengden die Jury eines Bundeswettbewerbes als „Dorf mit Zukunft“ (Foto), zur Kommunalwahl folgt jetzt eine politische „Dorfliste“.
Gemeinschaftssinn: 2007 überzeugte Groß Lengden die Jury eines Bundeswettbewerbes als „Dorf mit Zukunft“ (Foto), zur Kommunalwahl folgt jetzt eine politische „Dorfliste“. Quelle: Hinzmann
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Gleichen  / Groß Lengden

Dass sich die klassischen Parteien wie SPD, CDU, Grüne und FDP auf Ortsratsebene immer mehr zurückhalten und mit politischen Konkurrenten gemeinsam antreten, hat zwei Gründe: Zum einen sind es die Politiker leid, aus Prinzip gegeneinander zu streiten, obwohl sie doch Nachbarn sind und meist die gleichen Ziele für ihr Dorf verfolgen. Zum anderen – und das trifft vor allem auf die kleinen Ortschaften zu – finden die Parteien schlicht nicht genügend Kandidaten, um eine eigene Liste zu füllen. Sogar auf einigen listenübergreifenden Wählergemeinschaften stehen gerade einmal so viele Kandidaten, wie es Sitze im Ortsrat gibt. Scheidet dann zum Beispiel in einem Fünfer-Gremium mitten in der Mandatsperiode jemand aus, gibt es keine Nachrücker.

Für die neue „Dorfliste“ in Groß Lengden scheint beides zuzutreffen. „Die Erfahrung auch in Groß Lengden zeigt, dass eine erfolgreiche Dorfpolitik vor allem von engagierten Personen abhängig ist“, erklären die Initiatoren in ihrem Listenaufruf. So ist der amtierende Ortsbürgermeister Johannes Thiery zwar vor fünf Jahren über die SPD-Liste in den Ortsrat gekommen, aber als Parteiloser. Die Gruppe weist aber auch auf den demografischen Wandel hin, und auf eine „geringer werdende Bereitschaft, Verantwortung für die politischen Geschicke unserer Dörfer zu übernehmen“. Vor diesem Hintergrund müssten Parteien und Menschen jetzt stärker zusammenrücken. Die parteiunabhängige Liste „soll ein wichtiger Schritt zu mehr Miteinander, Gemeinsamkeit und Engagement im Dorf sein“. Am Freitag, 26. August, wollen sich ihre Kandidaten ab 18 Uhr am Dorfplatz in einer Grill-Runde vorstellen.

Abgesehen von der Groß-Lengder Dorfliste, treten die anderen Mischgruppen überwiegend als Wählergemeinschaft an – oft mit der Kurzform WG und dem angehängten Anfangsbuchstaben ihres Ortsnames. Das macht eine Unterscheidung leichter – meistens jedenfalls. In Weißenborn und Wöllmarshausen unterscheiden sich die Gruppierungen nur noch durch ein großes oder kleines „G“ in der Mitte: WGW für Weißenborn und WgW für Wöllmarshausen. Und in den drei B-Dörfern Beienrode, Bischhausen und Benniehausen treten die Listen FWGB für Beienrode, WGB für Bischhausen und die Wählergemeinschaft Benniehausen ohne Kürzel für diesen Ort an.

Überrascht hat viele schon vor einigen Wochen die Gründung einer neuen Freie Wählergemeinschaft Gleichen (FWG), die für den Gemeinderat antritt. Ihre Liste wird von Ursula Köwing angeführt, die im Streit um die Grundschule Reinhausen aus der CDU-Fraktion im Rat ausgetreten war. Die FWG dürfte vor allem der schon länger aktiven Wählergemeinschaft „Bürger statt Partei“ (BsP) das Leben schwer machen.