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Göttingen Dreharbeiten für dritten Göttingen-Tatort beginnen
Die Region Göttingen Dreharbeiten für dritten Göttingen-Tatort beginnen
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17:05 17.10.2019
Regisseurin Franziska Buch (links) führte schon im ersten Göttingen-Tatort mit Maria Furtwängler und Florence Kasumba Regie. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Der nächste Göttingen-Tatort wird in der Stadt gedreht: Der Titel lautet „National feminin“. Wie der NDR in Hamburg mitteilt, entsteht derzeit der dritte in Göttingen gedrehte Krimi innerhalb von zwei Jahren mit Maria Furtwängler und Florence Kasumba. In der Produktion „National feminin“ stellt eine Tote im deutsch-nationalen Milieu die Ermittlerinnen Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) vor eine äußerst heikle und gefährliche Aufgabe. Regisseurin ist wie beim ersten Göttinger „Tatort“ mit den beiden Darstellerinnen Franziska Buch. Die Vorlage für den Krimi schrieb Florian Oeller nach einer Idee von Daniela Baumgärtl.

Wo wird gedreht?

Außer im Studio wird – wie schon im ersten Tatort – auch wieder in den Straßen Göttingens gedreht. Nach Tageblatt-Informationen ist dieses Mal unter anderem der zentrale Campus der Universität ein Drehort. In den nächsten Tagen könnte das Filmproduktions-Team also im und um das Zentrale Hörsaalgebäude (ZHG) und dem kulturwissenschaftlichen Zentrum zu sehen sein. Auch die Innenstadt wird voraussichtlich wieder im neuen TV-Krimi zu sehen sein. Am Wilhelmsplatz, wo ja im Film das historische Gebäude der alten Universitätsaula als Institut für Rechtsmedizin dient, und im angrenzenden Bereich sowie an der Wöhlerstraße und am Theaterplatz ist mit Dreharbeiten zu rechnen. Wie die Göttinger Stadtverwaltung mitteilt, stehen zudem am Freitag, 18. Oktober, die Plätze im Parkhaus am Neuen Rathaus nicht zur Verfügung. „Das Parkhaus wird aufgrund von Dreharbeiten für die Öffentlichkeit gesperrt”, teilt die Verwaltung mit. Kunden der Verwaltung werden gebeten, möglichst auf andere Verkehrsmittel auszuweichen. Alternative Parkflächen gebe es im näheren Umfeld des Neuen Rathauses. Von der Sperrung ausgenommen seien die Mietwagen am Standort Neues Rathaus sowie der Lieferverkehr. Den Anweisungen des Sicherheitspersonals vor Ort sei Folge zu leisten.

Auch in der Hospitalstraße, an der Weender Straße/Reitstallstraße und am Bahnhof ist von dem kommenden Wochenende an mit kurzen Dreharbeiten zu rechnen. Längere Straßensperrungen seien nicht geplant, aber vorrübergehende Halteverbote. Die sind „gebührenpflichtige Amtshandlungen“. Gerade bei Produktionen wie dem Tatort gelte es aber, die Interessen des Stadtmarketings und eine Gebührenerhebung abzuwägen. „Bislang haben wir keine Gebühren bei den Tatort-Dreharbeiten erhoben“, so Verwaltungssprecher Dominik Kimyon.

Wann wurde der Vorgänger-Tatort gedreht?

Erst im August wurde der zweite Tatort der Reihe mit den beiden Ermittlerinnen in und um Göttingen gedreht. In der Geschichte mit dem Titel „Krieg im Kopf“ geraten die Kommissarinnen Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) in ein Spinnennetz von Militärischem Abschirmdienst (MAD), Rüstungsindustrie und geheimer Hirnforschung. Gedreht wurde von 13. August bis zum 12. September in Nörten-Hardenberg, Göttingen und Umgebung sowie anschließend im Studio in Hamburg. Regie in dem Film führte Jobst Oetzmann nach einem Drehbuch von Christian Jeltsch, beide sind Grimme-Preis-Träger. Das Erste zeigt den neuen Tatort aus Göttingen voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2020. In „Krieg im Kopf“ wurden etwa 60 Komparsen aus der Region eingesetzt. Einige wurden bereits im Casting zum ersten Tatort gefunden, einige in einem zweiten Casting, so Produzentin Iris Kiefer.

Wann wurde der erste Film der Reihe gedreht?

Der erste Film der Kasumba-Furtwängler-Reihe, „Das verschwundene Kind”, wurde im Sommer 2018 in den Straßen Göttingens produziert. Er wurde Anfang dieses Jahres im TV ausgestrahlt – und vorab als Premiere im Göttinger Cinemaxx gezeigt. „Mit einer Quote von 9,8 Prozent lag der Film deutlich über dem Durchschnitt“, so Kiefer. Knapp zehn Millionen TV-Zuschauer hatten den Tatort bei der Premiere eingeschaltet, sagte NDR-Unterhaltungschef Christian Granderath. Die Produktionskosten für die Göttingen-Filme liegen Graderath zufolge im Durchschnitt, das sind rund 1,5 Millionen Euro.

Wo übernachten Stars und Stuff?

Maria Furtwängler übernachtete während der Dreharbeiten zum zweiten Tatort im Burghotel Hardenberg. Der zweite Göttingen-Tatort „Krieg im Kopf“ wurde unter anderem auf dem gräflichen Landsitz der Familie Hardenberg gedreht. Wie Furtwängler dort damals in einem Gespräch sagte, gefalle ihr das Hotel und sie schätze die Ruhe dort. Das Haus hatte sie bereits bei vorherigen Aufenthalten mit ihrem Mann kennengelernt. Gäste konnten Furtwängler in der drehfreien Zeit mit einem Tee und einem Drehbuch auf der Terrasse und im Innenhof des Hotels sehen. Der Großteil der Crew und die anderen Schauspieler übernachtete aber nicht im Burghotel. Bei den Dreharbeiten zu den beiden vorherigen Göttingen-Tatort -Produktionen war das Filmteam im Göttinger Hotel Freizeit-In untergebracht. Schon im Sommer 2018 bestätigte Hotelchef Olaf Feuerstein: „Ja, die Crew wohnt bei uns.” 60 Zimmer hatte das NDR-Team im vergangenen Sommer gebucht, bei Tatort Nummer zwei waren es weniger. Die Hoteliers respektieren natürlich die Privatsphäre ihrer Gäste. Feuerstein sagte: „Es macht richtig Spaß.” Und auch das Team des Tatorts Nummer drei „National feminin“ wohnt wieder im Freizeit-In. „Die Leute sind ausgesprochen angenehm und freundlich“, sagt der Hotelchef. Sie gingen früh raus, kämen spät heim und seien sehr „unkompliziert und authentisch“. „Die Tatortproduktionen sind ein tolles Ding für Göttingen“, sagt Feuerstein.

Was ist die Göttinger Tatort-Waschküche?

Eine große Fernsehfilmproduktion benötigt auch einen entsprechenden Fundus, der gepflegt werden will. Der Trenchcoat von Charlotte Lindholm muss ebenso tadellos sein wie Anaïs Schmitzs Lederjacke. Dafür, dass die Schauspieler immer die richtige Kleidung im korrekten Zustand tragen, wird in der „Tatort-Waschküche“ gesorgt. Wie der Chef des Hotels Freizeit-In sagt, habe er diese Waschküche im Hotel dem Filmteam zur Verfügung gestellt. Während der drei Produktionen können die Crew-Mitglieder dort den Raum mit Waschmaschinen und anderem Equipment nutzen und die Garderobe für das Filmset waschen und frisch aufbügeln.

Für den Tatort werden noch Komparsen gesucht

Maria Furtwängler

Maria Furtwängler ist 53 Jahre alt. Sie wurde in München geboren. Die Schauspielerin ist seit 1991 mit dem Münchener Verleger Hubert Burda verheiratet, das Paar hat zwei Kinder. Auf ihrer Homepage schreibt die Schauspielerin, dass sie bereits als Siebenjährige für den Fernsehfilm „Zum Abschied Chrysanthemen“ vor der Kamera stand – ihre erste Gage war ein Fahrrad. Sie besuchte die école francaise in München und studierte später Medizin an der Uni Montpellier in Südfrankreich, promovierte anschließend in München. Seit 2002 spielt Furtwängler die LKA-Kommissarin Charlotte Lindholm im Niedersachsen-Tatort. Sie wurde bereits mit dem Deutschen Fernsehpreis, dem Bambi, und der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Furtwängler stammt aus einer bekannten Familie. Sie ist die Tochter der Schauspielerin Kathrin Ackermann und des Architekten Bernhard Furtwängler. Sie hat zwei ältere Brüder. Ihr Großonkel ist der Dirigent Wilhelm Furtwängler. Ihre Urgroßmutter ist die Politikerin Katharina von Kardorff-Oheimb. Der Regisseur Florian Furtwängler war ihr Onkel. Die 53-jährige engagiert sich ehrenamtlich für die Rechte von Frauen. 2011 initiierte sie gemeinsam mit ihrer Tochter Elisabeth Furtwängler das Projekt „Malisa Home“, einen Zufluchtsort für Mädchen, die auf den Philippinen Opfer von Menschenhandel wurden.

 

Florence Kasumba

Florence Kasumba wurde am 26. Oktober 1976 in Kampala in Uganda geboren, sie wuchs in Essen auf. Die Schauspielerin und Musicaldarstellerin war unter anderem in der Serie „Deutschland 86“ zu sehen. Kasumba wurde international durch Auftritte in Kinofilmen wie The First Avenger und Wonder Woman bekannt. Auf verschiedenen Bühnen in Deutschland und Österreich übernahm sie Rollen in Musicals wie Der König der Löwen, Mamma Mia und Hair. Von 2003 bis 2004 spielte sie die Titelrolle in Elton Johns Aida im Colosseum Theater Essen. Demnächst ist sie im Kinofilm „Der letzte Bulle“ mit Henning Baum zu sehen. Seit 2018 steht sie als neue Tatort-Kommissarin des NDRs an der Seite von Maria Furtwängler vor der Kamera. Sie ist die erste farbige Tatort-Kommissarin Deutschlands. Sie spielt die Rolle der Göttinger Kommissarin Anais Schmitz, Furtwängler wird in ihre Dienststelle strafversetzt. Kasumba lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Berlin.

Von Britta Bielefeld

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