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Göttingen So laufen die Dreharbeiten: Lindholm mit Narbe am Hals
Die Region Göttingen So laufen die Dreharbeiten: Lindholm mit Narbe am Hals
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18:14 13.08.2019
Drehbeginn am Landsitz Hardenberg: Maria Furtwängler und Florence Kasumba produzieren seit Dienstag den neuen Tatort „Krieg im Kopf“. Quelle: Peter Heller
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Nörten-Hardenberg/Göttingen

Die Dreharbeiten zum neuen Göttingen-Tatort haben begonnen. Am Dienstag waren Maria Furtwängler und Florence Kasumba mit dem TV-Produktionsteam des NDR in Nörten-Hardenberg.

Auftakt der Tatort-Dreharbeiten in Nörten-Hardenberg

Lastwagen, ein Aufenthaltszelt, Absperrbänder: Die Filmproduktion auf dem gräflichen Landsitz der Hardenbergs ist nicht zu übersehen. Am Morgen geht es dort noch ruhig zu. Die beiden Hauptdarstellerinnen Maria Furtwängler und Florence Kasumba tragen bereits ihr Ermittlerinnen-Outfit, den Trenchcoat und die Lederjacke. Deswegen scheucht die Kostümbildnerin die beiden Frauen schnell unter den Schirm, als der Regen beginnt. Die Kostüme sollen nicht nass werden.

Zweiter Göttingen Tatort: Die Klappe fällt am Hardenberg. Quelle: bib

In dem neuen Tatort-Streifen, so verrät es der NDR, geraten die Kommissarinnen Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) in ein Spinnennetz von Militärischem Abschirmdienst (MAD), Rüstungsindustrie und geheimer Hirnforschung. Die Tatort-Folge trägt den Arbeitstitel „Krieg im Kopf“. Gedreht wird von 13. August bis zum 12. September in Göttingen und Umgebung sowie anschließend im Studio in Hamburg. Regie in dem Film führt Jobst Oetzmann nach einem Drehbuch von Christian Jeltsch, beide sind Grimme-Preis-Träger. Das Erste zeigt den neuen Tatort aus Göttingen voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2020.

Göttingen Tatort: werden es sieben Folgen?

„Wir drehen gleich im Anschluss in ein paar Wochen bereits den nächsten, den dritten Göttingen-Tatort“, sagt Christian Granderath, Fernsehfilmchef des NDR. Die Frage danach, ob es über die drei Göttingen-Tatort-Folgen hinaus weitere Krimiproduktionen in Südniedersachsen geben wird, beantwortet er mit: „Wir siedeln das hier an, mal gucken, wie lange es die Geschichten hergeben.“ „Wer weiß, vielleicht werden es sieben, vielleicht fünf“, sagt er.

Kasumba: „Die Stadt hat eine schöne Energie“

Maria Furtwängler jedenfalls freut sich über den Drehort. „Ich war im vergangenen Jahr während der Dreharbeiten schon hier im Burghotel und habe die Gegend erkundet – sie ist wunderschön“, sagt die Schauspielerin. Florence Kasumba hat Göttingen ebenfalls gefallen. „Die Stadt hat eine schöne Energie“, sagt sie. „Allerdings müsste ich mal drei Tage länger bleiben, um sie kennenzulernen“, so die Berlinerin, die mit ihrer Familie in Berlin lebt. „Wir kommen meistens an, drehen den ganzen Tag und fahren wieder ab“, so die Schauspielerin. Dann ruft schon wieder die Maske. Ein bisschen Puder, raus aus den Steppjacken und rein ins Set. Die Drohne über dem Landsitz hat ihre Arbeit beendet, jetzt müssen die Schauspielerinnen ran.

Maria Furtwängler gibt dem NDR-Fernsehen ein Interview. Quelle: Peter Heller

Im Tatort spielen die beiden die Ermittlerinnen Charlotte Lindholm und Anaïs Schmitz. Ein wenig verraten die Filmemacher schon vom Inhalt: „Der neue Fall beginnt für Charlotte Lindholm und Anaïs Schmitz mit einer schrecklichen Situation“, so der NDR. Ein unbekannter Mann überwältigt Charlotte Lindholm, setzt ihr ein Messer an den Hals und redet wirr von „Stimmen in seinem Kopf“ und dass jemand ihn jage. Als die Situation eskaliert, muss Anaïs Schmitz sich im Bruchteil einer Sekunde entscheiden: den Mann töten oder Charlottes Leben riskieren.

Lindholm mit Narbe am Hals

Die weiteren Ermittlungen führen die beiden Kommissarinnen zu einem Auslandseinsatz der Bundeswehr in Mali und zum Thema Hirnforschung. Maria Furtwängler tritt am Dienstag bei den Dreharbeiten mit einer auf ihren Hals geschminkten Narbe vor die Kamera – demnach hat Charlotte Lindholm den Angriff überlebt.

Fünf Tage, so Granderath, sind für die Dreharbeiten zu „Krieg im Kopf“ in Göttingen und Umgebung eingeplant. „Rund 60 Statisten aus der Region sind dafür im Einsatz“, sagt Produzentin ist Iris Kiefer. Der gräfliche Landsitz wird im neuen Tatort als Seniorenheim dienen. „Meine Familie und ich freuen uns natürlich sehr, dass Dreharbeiten für den Tatort mit Kommissarin Charlotte Lindholm alias Maria Furtwängler – neben Göttingen – auch auf dem Gelände des Gräflichen Landsitzes Hardenberg stattfinden“, sagt Carl Graf von Hardenberg. Und weiter: „Wir sind schon sehr gespannt auf den zweiten Fall, den Furtwängler mit ihrer Kollegin in Göttingen hoffentlich aufdecken wird.“

Am Mittwoch in Göttingen gesperrt

Ab Mittwoch, 14. August, geht es dann sowohl auf dem Hardenberg als auch in Göttingen weiter: Wie die Stadtverwaltung mitteilt, wird dafür die Obere- Masch-Straße gesperrt. „Aufgrund von Dreharbeiten für eine neue Tatort-Folge gilt in der Obere-Masch-Straße von Mittwoch, 14. bis Freitag, 16. August 2019, ein umfangreiches Haltverbot“, teilt Pressesprecher Dominik Kimyon mit. Während der Dreharbeiten in Göttingen wird den Bewohnern mit Parkberechtigung für den Bewohnerparkbereich A für diese Zeit gestattet, in den bewirtschafteten Parkbereichen Goethe-Allee, Geiststraße, Neustadt, Papendiek und auf dem Parkplatz „Platz der Göttinger Sieben“ ohne Gebühr zu parken.

Weitere Schauspieler

Neben den beiden weiblichen Tatort-Stars sind viele weitere Darsteller in dem Streifen zu sehen. Das sind unter anderem Victoria Trauttmansdorff (Professorin Leyh), Joachim Bißmeier (Professor Bloch), Hendrik Heutmann (Dr. Gottlieb), Matthias Lier (Benno Vegener), Julius Nitschkoff (Josch Vegener), Katharina Schlothauer (Susanne Bortner), Steven Scharf (Alfred Neumann), Anna-Isabel Hinz (Maike Vegener), Daniel Donskoy (Nick Schmitz), Luc Feit (Gerd Liebig), Jonas Minthe (Leon Ciaballa) und Roland Wolf (Jochen Kunkel). Produzentin ist Iris Kiefer (filmpool fiction GmbH); Producerin Annette Köster, die Kamera führt Volker Tittel. Die Redaktion haben NDR-Fernsehfilmchef Christian Granderath und Patrick Poch.

Knapp zehn Millionen Zuschauer

Im neuen Göttingen-Tatort „Krieg im Kopf“ werden etwa 60 Komparsen aus der Region eingesetzt. Einige wurden bereits im Casting zum ersten Tatort gefunden, einige im aktuellen Casting, verrät Produzentin Iris Kiefer. Im vergangenen Jahr wurden die Statisten zu einer Preview des Krimis ins Göttinger Cinemaxx eingeladen. „Das könnte es auch dieses Mal wieder geben, wenn uns die Göttinger wollen“, sagt NDR-Filmchef Christian Granderath. Denn: Der erste Göttingen-Tatort war sehr erfolgreich: „Mit einer Quote von 9,8 Prozent lag der Film deutlich über dem Durchschnitt“, so Kiefer. Knapp zehn Millionen TV-Zuschauer haben den Tatort bei der Premiere eingeschaltet, so Granderath. Die Produktionskosten für die Göttingen-Filme liegen Graderath zufolge im Durchschnitt, das sind rund 1,5 Millionen Euro.

Die nächsten Tatorte im Überblick:

Mit „Tatort“ Nummer 1100 geht's nach der Sommerpause weiter

Berlin. Am Sonntag, 18. August, geht es um 20.15 Uhr nach der Sommerpause beim „Tatort“ wieder los. Der Dresden-Krimi „Nemesis“ ist der 1100. Fall der Reihe, die es seit 1970 gibt. Ein Überblick, was so kommt:

- DRESDEN: In „Nemesis“ wird ein Dresdner Szenegastronom erschossen, es scheint um organisierte Kriminalität zu gehen. Zweiter Fall mit Cornelia Gröschel.

- FRANKFURT/MAIN: Zuerst ist der Fall „Falscher Hase“ zu sehen (1.9.) - laut HR eine Gaunerkomödie. Im April tritt die verstorbene Hannelore Elsner noch einmal in einem Krimi auf.

- LUDWIGSHAFEN: Der Film „Die Pfalz von oben“ feiert im November 30 Jahre Lena Odenthal (Ulrike Folkerts). Er knüpft an den Fall „Tod im Häcksler“ von 1991 an. Wie damals trifft die Ermittlerin auf Dorfpolizist Stefan Tries (Ben Becker). Vorher (8.9.) kommt der Fall „Maleficius“ rund um einen Hirnforscher.

- WEIMAR: Kira Dorn muss im neuen Fall „Die harte Kern“ (22.9.) ihren Mann aus dem Gefängnis befreien. Lessing soll den Schrottplatzbesitzer Harald Knopp getötet haben.

- STUTTGART: Im bildgewaltigen Krimi „Hüter der Schwelle“ (29.9.) geht es um einen Ritualmord. In einem weiteren Krimi ist eine „Stadt in Angst“ vor einem Heckenschützen.

- MÜNSTER: Das mit Abstand beliebteste Ermittlerduo (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) ist dieses Jahr noch ein zweites und in der Weihnachtszeit sogar drittes Mal im Programm.

- DORTMUND: Im Fall „Monster“ 2020 stoßen die Kommissare auf ein Netzwerk, das mit Kindern handelt. Auch Bösewicht Markus Graf (Florian Bartholomäi) taucht wieder auf.

- KÖLN: 2019 wurden die drei Fälle des Teams schon gesendet. 2020 kommt unter anderem der Film „Kein Mitleid, keine Gnade“, in dem ein Abiturient tot und nackt gefunden wird.

- WIEN: Nachdem es dieses Jahr schon zwei Fälle aus Österreich gab, kommt im Herbst noch ein dritter. Der Film „Baum fällt“ spielt in Kärnten.

- WIESBADEN: Wohl im Oktober kommt ein weiterer Fall mit Ulrich Tukur. In „Angriff auf Wache 08“, für den John Carpenters Filmklassiker „Assault – Anschlag bei Nacht“ Pate stand, greifen Unbekannte eine Polizeiwache an.

- BERLIN: Im Herbst kommt der Fall „Das Leben nach dem Tod“. 30 Jahre nach dem Mauerfall thematisiert der „Tatort“ darin laut RBB die erst 1987 in der DDR abgeschaffte Todesstrafe.

- SCHWARZWALD: Der nächste Fall im kommenden Jahr spielt in der alemannischen Fasnet, wo die alltäglichen Regeln außer Kraft gesetzt sind. Er dreht sich um ein junges Paar.

- LUZERN: „Der Elefant im Raum“, der letzte Fall mit Stefan Gubser und Delia Mayer als Schweizer Team, steht bevor. Wohl schon 2020 geht es mit dem neuen Team in Zürich weiter.

- MÜNCHEN: Im Winter, wie es vom BR heißt, gibt es einen Fall um ein Schmugglerkartell, das Rentner einspannt („One Way Ticket“). In einem Film 2020 fallen dann Schüsse in einem Bus.

- FRANKEN: Im nächsten Franken-Fall - laut BR im ersten Halbjahr 2020 - feiern zwei Geschäftsfrauen zusammen Geburtstag. Am nächsten Morgen ist eine tot.

- HAMBURG/NORDDEUTSCHLAND: Der neue Fall „Querschläger“ mit Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz erzählt von einem Heckenschützen. Ausstrahlung laut NDR wohl im Dezember.

- KIEL: Der Fall „Borowski und das Haus am Meer“ mit Axel Milberg und Almila Bagriacik handelt von einem mysteriösen Leichenfund am Strand. Laut NDR kommt der Krimi im Dezember.

- GÖTTINGEN: In der ersten Jahreshälfte 2020 soll der nächste Krimi mit Maria Furtwängler und Florence Kasumba kommen. Ein offenbar Verwirrter bedroht Furtwänglers Figur Charlotte Lindholm.

- HAMBURG: Mit Til Schweiger und Fahri Yardim ist laut NDR in der ersten Jahreshälfte 2020 zu rechnen. In der Folge „Tschill out“ wartet Nick Tschiller auf sein Disziplinarverfahren.

- SAARBRÜCKEN: Der erste SR-„Tatort“ mit dem neuen Team Adam Schürk (Daniel Sträßer) und Leo Hölzer (Vladimir Burlakov) ist abgedreht. Wann er 2020 gesendet wird, ist noch unklar.

- NEUJAHR: Für den 1. Januar 2020 ist ein Improvisations-„Tatort“ des WDR mit dem Titel „Gut und Böse“ angekündigt. Schauspieler wie Jörg Hartmann vom Dortmunder „Tatort“ agieren darin ohne festes Drehbuch. dpa

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