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Göttingen Drei Bewerber für die Zimmermannstraße
Die Region Göttingen Drei Bewerber für die Zimmermannstraße
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11:49 08.02.2019
Gelände im Dreieck zwischen Zimmermannstraße und Am Klausberge. Im Moment geht es um die Frage, wer dort bauen darf. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Das Rennen ist eröffnet. Für die geplante Wohnbebauung eines knapp 7000 Quadratmeter großen Grundstücks an der Zimmermannstraße in Weende haben vier Bewerber ihre Konzepte eingereicht. Drei haben ihre Ideen am Donnerstag im Bauausschuss des Rates vorgestellt. Der vierte Bewerber, missachtete die Vorgabe der Ausschreibung, das Gebiet für möglichen Busverkehr zum Nikolausberger Weg durchfahrbar zu gestalten.

Die drei Bewerber sind die beiden Göttinger Firmen Cubus GmbH und die EBR Projektentwicklungs GmbH sowie die Delta Bau Ag aus Hannover. Cubus hat zuletzt 130 Wohnungen auf den Zietenterrassen gebaut, die EBR ist verantwortlich für die neue Sparkassen-Zentrale und das Hotel Freigeist am Groner Tor. Delta Bau hat in Göttingen zuletzt die beiden Neubauten auf dem ehemaligen Stadtbadareal am Leinekanal gebaut.

Cubus will 60 bis 70 Wohnungen bauen

60 bis 70 Wohnungen will Cubus bauen. Anders als die beiden Mitbewerber will Cubus-Geschäftsführer Klaus Schneider die jeweils 15 Prozent der Wohnungen im geförderten und sozialen Wohnungsbau nicht in den Neubauten unterbringen. Stattdessen will er diesen Anteil in seinen Bestandsgebäuden auf der gegenüberliegenden Straßenseite unterbringen. „Es ist den Mietern nicht zu vermitteln, dass einige 5,60 Euro pro Quadratmeter im geförderten Wohnungsbau zahlen, Mieter im selben Haus bei gleichem Standard aber 11 oder 12 Euro zahlen sollen“, meint Schneider. Delta Bau will hingegen die günstigen Wohnungen auf zwei Gebäude konzentrieren. Die EBR setzt auf einen Mix von günstigen und teureren Wohnungen in allen Häusern.

Die Konzepte sehen vier (EBR), fünf (Cubus) und sechs (Delta) Neubauten vor. Delta und EBR planen mit 74 Wohnungen. Beide liegen mit 38 beziehungsweise 36 Prozent über der geforderten Quote von 30 Prozent für sozialen und geförderten Wohnungsbau. Alle drei Bewerber sehen einen Wohnungsmix von Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen vor. Bei Delta entstehen 5500 Quadratmeter Fläche, bei der EBR 5900 und bei Cubus 6400.

Vor der Sitzung hatte ein Schreiben der Mitarbeiter der EBR Unternehmensgruppe an den Rat der Stadt für Verwirrung und Unmut unter den Ratsparteien geführt. Es gab die Mutmaßungen, die EBR habe vorab Informationen über den Ausgang des Bieterverfahrens erhalten. Die EBR hatte das bestritten.

„Hoher Anspruch an Qualität“ soll realisiert werden

In dem Schreiben hatten die EBR-Mitarbeiter darauf hingewiesen, ihre „Projekte und Konzepte mit einem hohen Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit zu realisieren“. Sie seien überzeugt, so formulieren die Mitarbeiter, „dass sich dies beispielsweise auch in der Qualität des Konzepts zur Zimmermannstraße wiederfindet und es unseren Anspruch erfüllt haben könnte, als Punktbester im Zusammenhang mit dem Punktevergabesystem der Konzeptausschreibung abzuschließen“.

Dies interpretierten einige der angeschriebenen Ratspolitiker als Hinweis darauf, dass die EBR schon vor dem Ausgang des Bieterverfahrens und dessen öffentlicher Bekanntgabe gewusst haben könnte, als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgegangen zu sein. Sowohl die Stadtverwaltung als auch die EBR wandten sich gegen den Eindruck, die EBR habe vorab vom Ausgang des Zimmermannstraßen-Bieterverfahrens Kenntnis bekommen.

Vor dem Hintergrund der Diskussion um einen den Weiterverkauf eines Teilgeländes des IWF-Geländes am Nonnenstieg hatte die EBR-Belegschaft den Brief an den Rat geschrieben. Dieser EBR-Deal mit einer Münchner Immobiliengesellschaft war auf scharfe Kritik bei den Ratsfraktionen gestoßen.

Mahnung zu Beginn der Sitzung

Arnold mahnte zu Beginn der Ausschusssitzung am Donnerstag davor, zwei unterschiedliche Verfahren und Projekte nicht zu vermischen. Einstimmig lehnte der Ausschuss daraufhin die Bitte der EBR ab, zu den Vorgängen im Nonnenstieg und dem offenen Brief Stellung nehmen zu dürfen.

Eine Entscheidung für eines der drei vorgelegten Bebauungskonzepte für die Zimmermannsraße gab es am Donnerstag noch nicht. Weitere Beratungen sollen folgen. Zu einer der nächsten Ausschusssitzungen will die Verwaltung eine Beschlussvorlage erarbeiten.

Von Michael Brakemeier

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