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Göttingen Drogen und Waffen: Landgericht verurteilt 24-Jährigen zu vier Jahren Freiheitsstrafe
Die Region Göttingen Drogen und Waffen: Landgericht verurteilt 24-Jährigen zu vier Jahren Freiheitsstrafe
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17:21 26.11.2019
Die Polizei hatte im Mai in seiner Wohnung sowie in einem Zimmer in der Wohnung seiner Mutter unter anderem rund 2,2 Kilogramm Marihuana entdeckt. Quelle: imago images/blickwinkel
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Göttingen

Das Landgericht Göttingen hat am Dienstag einen 24-jährigen Göttinger wegen bewaffneten Handeltreibens sowie Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Außerdem ordnete das Gericht seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Der Angeklagte habe in erheblichem Umfang mit Betäubungsmitteln gehandelt und Drogen besessen, befand das Gericht. Die Polizei hatte im Mai in seiner Wohnung sowie in einem Zimmer in der Wohnung seiner Mutter unter anderem rund 2,2 Kilogramm Marihuana, 860 Gramm Haschisch, 640 Gramm Amphetamine sowie Kokain entdeckt. Außerdem stellten die Beamten 9000 Euro Bargeld und diverse Waffen sicher, unter anderem mehrere Messer, einen Schlagring und einen Teleskop-Schlagstock.

Der Angeklagte rief selbst die Polizei

Der Angeklagte hatte damals selbst die Polizei gerufen, weil offenbar jemand versucht hatte, in seine Wohnung einzubrechen. Als die Polizisten seine Wohnungstür nach Aufbruchspuren untersuchten, stieg ihnen Cannabis-Geruch in die Nase. Daraufhin nahmen sie nicht nur die Tür, sondern auch den Rest der Wohnung unter die Lupe und stießen dabei auf verschiedene Drogen und Waffen.

Der 24-Jährige hatte in dem Prozess ein umfassendes Geständnis eingelegt. Der Angeklagte sei bereits in frühen Jahren mit Drogen in Berührung gekommen und dann immer mehr in eine Suchtspirale hineingeraten, sagte der Vorsitzende Richter Martin Speyer. Er habe in erheblichem Umfang Drogen besessen und damit Handel getrieben, um seinen eigenen Konsum zu finanzieren und sicherzustellen, immer genügend Drogen für den eigenen Konsum zur Verfügung zu haben. Im Laufe der Zeit habe er sich dann immer mehr professionalisiert. Der Angeklagte habe offenbar über „sehr gute Quellen“ verfügt, denn der Wirkstoffgehalt der Drogen sei enorm hoch gewesen,

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die auf eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten plädiert hatte. Die Verteidigung hielt dagegen eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren für ausreichend. Alle Beteiligten waren sich einig, dass der Angeklagte in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden sollte.

Eigene Hilfsbedürftigkeit eingesehen

Nach Angaben einer Gutachterin hatte dessen langjähriger Drogenkonsum zu einer kognitiven Beeinträchtigung und Persönlichkeitsveränderungen geführt. Er sei aufgrund seiner Suchterkrankung in seiner Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen, sagte der Vorsitzende Richter. Das Gericht hielt ihm zugute, dass er mit der Polizei kooperiert hatte, seine eigene Hilfsbedürftigkeit eingesehen und sich reuig gezeigt hatte.

Zu seinen Gunsten sprach auch, dass er bislang keine Vorstrafen hat. Die Gutachterin hatte dem Angeklagten einen Hang zum Konsum von berauschenden Mitteln bescheinigt. Nach Ansicht des Gerichts besteht daher die Gefahr, dass er ohne eine Behandlung seiner Sucht weitere Straftaten begehen könnte. Mit der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt bestehe die Aussicht, „dass Sie sich selbst helfen können“.

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