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Göttingen Waldbrand mit Pril gelöscht
Die Region Göttingen Waldbrand mit Pril gelöscht
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17:52 27.07.2018
Waldbrand bei Escherode. Quelle: Feuerwehr Staufenberg
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Göttingen/Escherode/Nörten

Es ist trocken – so trocken, dass erstmals seit vielen Jahren Bäume an der Dürre sterben. Das sagt der Waldbrandbeauftragte der Niedersächsichen Landesforsten im Forstamt Reinhausen, Oliver Glaschke. Andere Bäume fallen Waldbränden zum Opfer.

Flächenbrände in Südniedersachsen

In Südniedersachsen gilt derzeit die Waldbrand-Gefahrenstufe drei und stellenweise vier. Der Grasland-Feuerindex steht auf Stufe 4 von 5. Aber: „Diese Werte werden nur errechnet, tatsächlich dürfte der Wert örtlich deutlich höher liegen”, erklärt Glaschke. Wie brandgefährlich die Trockenheit ist, zeigt auch ein Waldbrand im Süden des Landkreises, der sich am Mittwoch ereignete. Mit rund 6000 Quadratmetern Fläche war das der laut Glaschke bislang größte Waldbrand der Saison im Landkreis Göttingen.

Meterhohe Flammen in Staufenberg

„Als wir am Brandort ankamen, waren die Flammen bereits meterhoch und schlugen bis in die Baumwipfel”, berichtet Staufenbergs Gemeindebrandmeister Stefan Kuhn. Das Wichtigste für die Feuerwehren war es, die benachbarten Häuser vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. Und das gelang den rund 100 Einsatzkräften der Ortsfeuerwehren der Gemeinde Staufenberg und der Kräfte aus Hann.Münden und Kassel. Das Feuer wurden von den Brandschützern zunächst eingekreist, im Pendelverkehr und später mit einer Schlauchleitung wurde Wasser zum Brandort gebracht. Hydranten gibt es im Wald nicht. „Dem Löschwasser haben wir Spülmittel beigesetzt”, erklärt Kuhn. Dadurch verringere sich die Oberflächenspannung und das Wasser könne tiefer in den trockenen Boden eindringen und dort gefährliche Glutnester bekämpfen. Ein spezielles Mittel sei nicht nötig, „handelsübliches Pril „ genüge vollkommen. Vom Nachmittag bis kurz vor Mitternacht waren die Brandschützer im Wald bei Escherode im Einsatz.

Mähdrescher und Brandstiftung als Ursache

Die Feuerwehren sind derzeit ständig im Kampf gegen Freiflächenbrände unterwegs. Während sich andere im Freibad abkühlen, kämpfen die freiwilligen Helfer in ihrer Freizeit trotz Hitze dagegen an, dass nichts schlimmeres passiert. Allein in den vergangenen vier Wochen rückten die Feuerwehren in Stadt und Landkreis Göttingen 61 mal zu Freiflächenbränden und dreimal zu Waldbränden aus, so Thorsten Rath von der Göttinger Berufsfeuerwehr.

Mähdrescher brennt, Straße gesperrt

Am frühen Freitagmorgen mussten Northeimer Wehren gegen 1 Uhr ausrücken. Bei Erntearbeiten im Bereich Bad Gandersheim geriet ein Mähdrescher in Brand. „Der binnen weniger Minuten in Vollbrand stehende Mähdrescher wurde von den Einsatzkräften unter Atemschutz gelöscht und eine Ausbreitung des Feuers auf den Weizen erfolgreich verhindert”, teilt Feuerwehrsprecher Kai-Uwe Roßtock mit. Am Mähdrescher entstand Totalschaden. Im Einsatz waren bis 4.15 Uhr rund 90 Kameraden. In Uslar brannte am Donnerstag eine Rundballenpresse aus. Das Feld fing auf einer Fläche von zehn mal zehn Metern Feuer. Die Kreisstraße 445 musste für die Dauer der Löscharbeiten gesperrt werden.

Brandstifter noch nicht gefasst

Wenn nicht gerade eine landwirtschaftliche Maschine Feuer fängt, bleibt die Brandursache für Freiflächenbrände meistens unklar. Anders in Nörten-Hardenberg. Dort hatte am Mittwoch ein bislang unbekannter ein Feuer gelegt. Wie Polizeisprecher Uwe Falkenhain erklärt, hatte der Täter am Waldrand bei Nörten-Hardenberg Stroh über eine asphaltierte Straße gelegt und angezündet. Die Feuerwehren konnten ein Übergreifen der Flammen des Strohfeuers auf den angrenzenden Wald gerade noch verhindern. „Wir haben bislang noch keine konkreten Hinweise auf den Täter”, sagte Falkenhain am Freitag. Was im Winter als grober Unfug gelten könnte, kann derzeit schnell zu einer vorsätzlichen Brandstiftung werden. „Das eine ist eine Bagatelle, das andere kann zu einer Katastrophe werden”, sagt Falkenhain.

Alarm am Freitagnachmittag

Schlimmeres verhindert haben auch die Mitglieder der Feuerwehren aus Deiderode, Mollenfelde, Friedland und Groß Schneen, die am Freitag gegen 15 Uhr mit dem Einsatzstichwort „Freiflächenbrand Groß“ alarmiert wurden. Am Ortsrand von Deiderode brannten rund 200 Quadratmeter Feldweg und Unterholz. Die 35 Einsatzkräfte löschten das Feuer ab. „Nach 30 Minuten war das Feuer gelöscht und im Nachgang wurden dann Glutnester abgeschlöscht“, so Feuerwehrsprecher René Schneemann.

In Göttingen: Grillen weiter erlaubt

Nicht nur dort, wo wie im Reinhäuser Wald, Bäume auf wasserarmen Standorten an Dürre zugrunde gehen, reicht der Funke einer Zigarettenkippe, um ein Feuer in Gang zu setzen. „Gerelll ist Wald Rauchen, Grillen und offenes Feuer verboten“, sagt Glaschke. Anders sieht es auf den Flächen der Stadt Göttingen aus. Dort wird das Grillen in allen größeren Grünanlagen akzeptiert. Um Unfälle und Verschmutzungen zu vermeiden, wurden in den vergangenen Jahren Grillaschebehälter aufgestellt. 2017 gab es nur zwei Anzeigen wegen Grillens und offenen Feuers auf freien Flächen – was zu Bußgeldern führte. Trotz der Trockenheit ändert sich daran nichts. „Wir könnten durch eine Allgemeinverfügung ein entsprechendes Verbot aussprechen. Davon hat die Verwaltung bislang aber abgesehen“, sagt Stadtsprecher Dominik Kimyon.

Am Sonnabend soll es Gewitter geben. Glaschke rechnet aber nicht damit, dass die Waldbrandgefahr danach dauerhaft erledigt ist.

Von Britta Bielefeld

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