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Göttingen Durch Waschanlage zerfetzt oder vorher defekt?
Die Region Göttingen Durch Waschanlage zerfetzt oder vorher defekt?
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19:26 29.07.2011
Von Matthias Heinzel
Ist sauer auf die Göttinger Waschanlage McClean: Peter Schmidt vor seinem mittlerweile reparierten BMW.
Ist sauer auf die Göttinger Waschanlage McClean: Peter Schmidt vor seinem mittlerweile reparierten BMW. Quelle: Theodoro da Silva
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Am 9. Mai war Schmidt zur McClean-Waschstraße gefahren und hatte seinen Wagen in die Waschstraße gefahren. Über das, was folgte, streiten sich Autobesitzer Schmidt und McClean seit Monaten. Unbestritten ist, dass die Frontschürze nach der Wäsche eingerissen und der Nebelscheinwerfer herausgefallen war.

Strittig ist nur, ob der BMW intakt oder bereits beschädigt in die Waschstraße einfuhr. Schmidt erklärt, sein Wagen habe zuvor keine Schäden gehabt. Mit einer Beschädigung wie am Ausgang der Waschstraße vorhanden wäre der Wagen fahruntauglich gewesen. McClean-Geschäftsführer Stephan Oppermann versichert hingegen, einer seine Mitarbeiter habe gesehen, dass der BMW bereits beschädigt aufs McClean-Betriebsgelände gefahren sei. Wenn der Schaden durch die Waschstraße verursacht worden wäre, hätte der herausgefallene Nebelscheinwerfer zudem noch am Kabel hängen müssen. Das aber sei nicht der Fall gewesen.

Auf Schmidts Forderung nach Ausgleich für die 1300 Euro teure Reparatur will McClean-Chef Oppermann nicht eingehen. Auch die Versicherung der Waschstraßenkette habe dies abgelehnt. Schmidt wiederum beklagt sich, statt einer angemessenen Schadensregulierung sei er von McClean-Mitarbeitern nur beschimpft worden. Eine einvernehmliche Lösung ist nicht in Sicht. Schmidt will nun vor Gericht ziehen.

Die Auseinandersetzung zwischen McClean und BMW-Fahrer Schmidt sei kein Einzelfall, erklärt die Verbraucherzentrale Göttingen. Zwar müsse ein Waschstraßenbetreiber für durch die Anlage verursachte Schäden an einem Auto im Serienzustand haften, und im Regelfall sei davon auszugehen, dass der Autobesitzer mit einem intakten Fahrzeug in die Waschstraße einfahre, sagt Verbraucherschützerin Elke Tiebel. Aber: „Immer wieder lehnten Anlagenbetreiber eine Kostenerstattung mit dem Hinweis auf Vorschäden ab. Und niemand kommt auf die Idee, sein Auto jedes Mal vor der Wäsche abzufotografieren. Als Laie kann ich davon ausgehen, dass die Anlage störungsfrei funktioniert.“ Vor Gericht bestehe zudem immer in Prozessrisiko. Würden Gutachten gefertigt, könne es über den tatsächlichen Schaden hinaus noch deutlich teurer werden. Dennoch empfiehlt Tiebel, in einem Fall wie Schmidts BMW notfalls doch eine gerichtliche Klärung zu suchen.

Tiebels Tipps an alle Waschstraßennutzer: „Wenn Schäden aufgetreten sind, gleich Zeugen suchen.“ Und: „Den Schaden sofort beim Betreiber melden.“