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Göttingen Grenzüberschreitung zwischen Juden und Christen
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20:31 19.11.2017
Edith-Stein-Preis 2017 an -Studium in Israel - Theologisches Studienjahr Jerusalem Quelle: scharf
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Göttingen

„Die Preisträger entsprechen den Statuten des Edith-Stein-Kreises in mehrfacher Hinsicht“, betonte Kempling. Es sei ihnen gelungen, im interreligiösen Dialog Grenzen zu überschreiten. Beide Studienprogramme ermöglichen Theologiestudierenden beider Konfessionen, ein Jahr lang in Jerusalem zu studieren. In der Begründung zur Preisverleihung heißt es: „Studierende der Theologie, die später unter anderem als Pfarrer, als Religionslehrer, als Multiplikatoren in Lehre und Forschung, in Erwachsenenbildung und Medien arbeiten werden, lernen in der einzigartigen Atmosphäre Jerusalems wertschätzend in ihrem Berufsleben jüdische Menschen und Themen einzubeziehen und interreligiöse Dialoge – auch mit Muslimen und Menschen anderer Religionen – zu wagen.“

Der Verein „Studium in Israel“ will nach eigenem Bekunden der Erneuerung des Verhältnisses von Christen- und Judentum dienen. Deshalb wird den Teilnehmenden so intensiv Neuhebräisch gelehrt, dass sie Lehrveranstaltungen der Universität folgen können. Im nächsten Jahr feiert „Studium in Isreal“ sein 40-jähriges Bestehen. In seiner Dankesrede bemerkte der Vorsitzender Bernd Schröder schmunzelnd: „Der Preis kommt für uns also zum richtigen Zeitpunkt.“

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Das „Theologische Studienjahr“ an der Dormitio in Jerusalem ist ebenfalls ein Studienprogramm für deutschsprachige Theologiestudierende beider Konfessionen. Schwerpunkte sind Bibelwissenschaften, ein archäologisches Exkursionsprogramm sowie die Auseinandersetzung mit dem Judentum, mit jüdisch-christlicher Theologie und mit politischer Zeitgeschichte. Außerdem gehören muslimisch-christliche Werkwochen zum Programm des Studienjahrs. Prior-Administrator Nikodemus Schnabel erinnerte sich in seinen Dankesworten an seine eigene Zeit als Absolvent des Studienjahres. „Es ist mir seither nicht mehr möglich, eng zu denken.“

Der Edith-Stein-Preis will an das Wirken der Heiligen Edith Stein erinnern. Sie lebte von 1913 bis 1915 in Göttingen und wurde 1942 in Auschwitz ermordet. Seit 1995 ehrt der in Göttingen ansässige Edith-Stein-Kreis alle zwei Jahre Persönlichkeiten, Gruppierungen und Institutionen, die sich durch soziales, politisches und gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet haben. Das diesjährige Preisgeld von 5000 Euro wollen die Preisträger in eine gemeinsame Ringvorlesung fließen lassen. Und sie versprachen, die Ergebnisse in zwei Jahren in Göttingen vorzustellen.

Von Markus Scharf

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