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Göttingen Ehemalige Voigtschule geschlossen
Die Region Göttingen Ehemalige Voigtschule geschlossen
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22:15 14.01.2018
Die ehemalige Voigtschule an der Bürgerstraße. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Die Zuweisungszahlen gehen zurück, eine weitere Unterkunft für Flüchtlinge der Stadt Göttingen ist jetzt geschlossen worden: Seit Beginn des Jahres steht die ehemalige Voigtschule an der Bürgerstraße leer. Dort sollen im kommenden Jahr, wenn das Otfried-Müller-Haus am Wochenmarkt saniert wird, das Junge Theater und KAZ vorübergehend einziehen.

Bereits Ende Oktober ist die Flüchtlingsunterkunft an der Gustav-Bielefeld-Straße geschlossen worden, die Schließung des Wohnheims im ehemaligen Institut für den wissenschaftlichen Film (IWF) am Nonnenstieg ist nach Angaben der Stadtverwaltung zum 31. August geplant – mit Auslaufen des Mietvertrages sollen die Flüchtlinge auch dieses Gebäude verlassen haben. “Nach Möglichkeit” soll dann auch im Herbst die umstrittene Einrichtung auf der Siekhöhe aufgegeben werden. Zumindest dann, so Verwaltungssprecher Detlef Johannson, wenn die Zuweisungszahlen der Flüchtlinge auf dem zuletzt bekannten Niveau bleiben. Denn in seiner Ansprache während des Neujahrsempfangs erklärte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD): „Die Menschen müssen raus aus den Gemeinschaftsunterkünften.“

Die Stadtverwaltung habe sich zwar auf den deutlichen Rückgang der Zuweisungszahlen vorbereitet, dennoch brauche man “jetzt und für die folgenden Jahre unbedingt die nachhaltige Unterstützung durch den Bund bei der Integration geflüchteter Menschen”, so der Oberbürgermeister. Wichtig seien der Spracherwerb, Bildungsabschlüsse, Weiterbildung und berufliche Qualifizierung der Flüchtlinge. Das gehe nicht ohne finanzielle und personelle Ressourcen.

Derzeit, so teilt Johannson mit, sind sieben Unterkünfte in Betrieb. Die meisten Flüchtlinge leben derzeit in dem im Jahr 2016 neu errichteten Gebäude an der Europa-Allee – nämlich 191 Personen. In der Sammelunterkunft am Anna-Vandenhoeck-Ring leben demnach zurzeit 167 Personen. Die meisten Menschen werden dort nur vorübergehend untergebracht, bis eine andere Wohnung gefunden wurde. Das ebenfalls für die Flüchtlinge neu erbaute Gebäude an der Hannah-Vogt-Straße bietet Wohnraum für derzeit 137 Personen, das ehemalige IWF-Gebäude am Nonnenstieg wird von 117 Geflüchteten bewohnt. Die Unterkunft am Schützenanger ist ebenfalls belegt. Dort stehen 100 Wohnplätze zur Verfügung. Deutlich weniger Flüchtlinge leben in Unterkünften am Albrecht-Thaer-Weg (29 Personen), im Gebäude an der Breslauer Straße (zwölf Personen) und an der Carl-Giesecke Straße (31 Personen).

Köhler hofft auf eine „wechselseitige Integrationsbereitschaft“, auf „Hilfsbereitschaft und Lernbereitschaft“. Nur dann könne sich in der Stadt eine Willkommenskultur entwickeln. Dafür benötige man „Zeit und Geduld und die Stärke, auch Enttäuschungen verkraften zu können“. Die, so der Oberbürgermeister, werden „weder den Geflüchteten noch uns erspart bleiben“.

Von Britta Bielefeld

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