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Göttingen Eibenwaldschule will Ganztagsschule werden
Die Region Göttingen Eibenwaldschule will Ganztagsschule werden
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19:00 11.11.2010
Soll Ganztagsschule werden, um den Schulstandort Eddigehausen zu sichern: die Eibenwaldschule.
Soll Ganztagsschule werden, um den Schulstandort Eddigehausen zu sichern: die Eibenwaldschule. Quelle: Hinzmann
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Die Mütter – rund ein Dutzend waren gekommen – hatten zunächst andere Sorgen. Auch wenn die Grundschule mit derzeit 66 Kindern offene Ganztagsschule werde, sei es wichtig, dass der Hort bestehen bleibe, betonte die Elternratsvorsitzende, Barbara Hirsch. „Was ist an dem Gerücht dran, dass eine der beiden Schulen schließen muss“, fragte sie mit Blick auf die Grundschulen in Eddigehausen und Reyershausen weiter.

„Das ist ein Gerücht“, versicherten Bovendens Bürgermeisterin Heidrun Bäcker (SPD) und Hauptamtsleiterin Elke Vetter. Wenn die Kinderzahlen weiter sinken sollten, werde es allerdings irgendwann nicht mehr genug Lehrerstunden für eine der beiden Schulen geben, prognostizierte die Bürgermeisterin. Für die Gegenwart stellte sie klar: Es gebe keine Beschlussempfehlung in der einen oder in der anderen Richtung. Den besorgten Hort-Eltern versicherte Bäcker: Bislang sei im Flecken kein Hort geschlossen worden. Mit der Einrichtung der offenen Ganztagsschule bremse man lediglich das Wachstum, nahm sie dem Bestreben, den Hort zu erweitern, zunächst einmal den Wind aus den Segeln.

Während in Harste 2014 laut Statistik nur drei Soll-Kinder kommen, sieht es in Eddigehausen (2014: zehn) und Reyershausen (21) zunächst noch etwas besser aus. Erst 2015 folgt hier der Einbruch mit acht Soll-Kindern in Eddigehausen und zehn in Reyershausen. Doch Vetter wies auch darauf hin, dass die Zahlen nicht gesichert seien. So könnten sich Verschiebungen allein dadurch ergeben, dass wie jetzt 13 Kinder aus dem Einzugsbereich der Grundschule in Reyershausen in Eddigehausen in den Kindergarten gehen. Von diesen 13 nutzen dort neun das Ganztagsangebot. Sie kommen in den Jahren 2011 bis 2014 zur Schule.

Unstimmigkeiten gab es im Ausschuss über die Organisation des Ganztagsangebots in der Eibenwaldschule. Die kleine Schule mit vier Lehrerinnen hatte ein Konzept für drei Nachmittage mit der Arbeiterwohlfahrt als Dienstleister vorgestellt. 22 000 Euro im Jahr, abgespeckt 15 000 Euro, sollte das laut erstem Kostenvoranschlag bei einer Betreuung an drei Tagen in der Woche kosten. 15 000 Euro bekommt die Schule Lenglern für ihr Betreuungsangebot an fünf Tagen. Bislang werden die Kosten vom Land übernommen, die Gemeinde muss als „Ausfallbürge“ eintreten.

Im Vergleich mit den Ausgaben für die anderen Schulen lehnte die Verwaltung den gewünschten Betrag entschieden ab. Der Schulausschuss schloss sich dem an. 3500 Euro soll der Flecken laut Ausschuss 2011 für die Ganztagsbetreuung im beginnenden Schuljahr 2011/2012 zur Verfügung stellen. Außerdem soll die Schulleitung überdenken, ob sie das Konzept auf vier Tage ausweiten kann. Der Hinweis der Schulleiterin Meike Feuerhahn, dass die Eibenwaldschule keinen Mensa-Neubau brauche, sondern dafür die Mehrzweckhalle benutze, änderte die Haltung im Ausschuss nicht. Das Geld kommt aus verschiedenen Töpfen.

Die Diskussion auch darüber, ob die Schule ihren Antrag unter diese Voraussetzungen aufrechterhält, ging vor den Türen des Sitzungssaals noch lange weiter. Am Donnerstag, 18. November, um 19 Uhr soll es in der Eibenwaldschule eine Vollversammlung zum Thema geben.