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Göttingen Ein Kinderhospiz für Göttingen
Die Region Göttingen Ein Kinderhospiz für Göttingen
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05:00 08.06.2019
Kinderhospize bieten Familien Raum zum Durchatmen in dem Wissen, dass der kleine Patient gut versorgt ist. (Symbolfoto) Quelle: Hannah Scheiwe
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Göttingen

Am Donnerstag, 13. Juni, um 18.00 Uhr im Hotel „Freizeit In“, Dransfelder Straße 3 in Göttingen, können sich betroffene Familien und andere Interessierte informieren.

Die Podiumsdiskussion am 13. Juni wird mit Impulsvorträgen von Nicole Zimmer zum Thema „Göttingen braucht ein Kinderhospiz“ und Dr. Markus Röbl zur „Kinderpalliativmedizin in Göttingen“ starten. Man wolle aber auch über den aktuellen Stand des Projekts berichten, erklärt Nicole Zimmer, Leiterin der DRK-Schwesternschaft. Das gemeinsame Ziel des Fördervereins und der Schwesternschaft ist es ein Kinderhospiz in Göttingen aufzubauen.

Zu diesem Zweck haben sich die Verantwortlichen vorab umfassend informiert und eine Bedarfsanalyse für den Standort erstellen lassen. Da die nächstgelegenen vergleichbaren Einrichtungen 100-150 Kilometer entfernt liegen, fiel diese Analyse erwartungsgemäß positiv aus. In der Region besteht Bedarf. Das Hospiz soll künftig die nötige Unterstützung für schwerkranke Kinder, deren Eltern und Geschwister bieten.

Unterschied zu einem Hospiz für Erwachsene

Dr. Markus Röbl, Kinderpalliativmediziner der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erklärt, dass sich Palliativmedizin bei Kindern, anders als es bei Erwachsenen der Fall ist, nicht nur mit der Begleitung Sterbender beschäftigt. Vielmehr ginge es darum, die Symptome und Schmerzen der Kinder abzufedern. Ähnlich gestaltet es sich auch mit dem Kinderhospiz – dieses kann von Familien bis zu zwei Mal im Jahr in Anspruch genommen werden und soll den Beteiligten eine Verschnaufpause verschaffen. „Natürlich geht es um die kranken Kinder, aber genauso soll das Hospiz ein Ort für die Eltern sein und natürlich die Geschwisterkinder“, so Zimmer. „Es ist ein Ort zum Leben, nicht nur zum Sterben.“ Besonders Geschwisterkinder litten oft stark unter der Situation. Für sie soll im Kinderhospiz Zeit sein. Die pflegenden Eltern erfahren im Kinderhospiz Unterstützung und kompetente Beratung.

Aufklärung von essentieller Bedeutung

In seinem Vortrag wird Röbl darüber aufklären, was Palliativmedizin für Kinder ausmacht und wie sie sich von der Versorgung Erwachsener unterscheidet. „Man muss darüber aufklären“, betont der Mediziner. Ambulant werden aktuell im Raum Göttingen 14 Familien durch den palliativen Pflegedienst versorgt, für die man rund um die Uhr erreichbar sei. „Es geht darum, dass die Kinder vor Ort gut versorgt werden, wir möchten vermeiden, dass sie extra in die Klinik oder in eine Praxis fahren müssen.“ Das sei schwerkranken und schwerstbehinderten Kindern nicht zuzumuten.

Die ambulante Pflege agiert in einem Umkreis von 80 Kilometern um Göttingen. Die nächstgelegenen ambulanten Kinderpalliativdienste sind dann erst wieder in Hannover, Kassel und Bielefeld. Im Osten ist die Distanz noch größer – dort ist erst in Jena der nächste Dienst. Wichtig ist dem Mediziner auch, dass betroffene Familien zu ihrem Recht kommen: „Seit 2007 besteht ein gesetzlicher Anspruch, Palliativteams müssen von den Krankenkassen bezahlt werden.“ Ausdrücklich möchte der Mediziner mit der Veranstaltung im Freizeit In zudem die Therapeutengruppen ansprechen, Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden. „Es sind alle Menschen eingeladen, die mit den betroffenen Familien arbeiten“, so der Mediziner.

Einlass zur Podiumsdiskussion ist am Donnerstag, 13. Juni, um 17.30 Uhr. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr, im Anschluss stehen die Verantwortlichen zum persönlichen Gespräch bereit. Um Anmeldung bis zum 11. Juni unter zimmer@drk-georgia-augusta.de oder 0551 – 58842 wird gebeten

Von Claudia Bartels

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